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Die Kaiserin: Review der Pilotepisode der Netflix-Serie

Die Kaiserin: Review der Pilotepisode der Netflix-Serie

Eine weitere Sisi mit wehenden Röcken ereilt uns auf der Mattscheibe. Dieses Mal versucht der Streamingdienst Netflix sich an dem bekannten Stoff. Etwas weniger Romantik, etwas mehr Düsterkeit. Kommt die neue Serie Die Kaiserin an und wenn ja, bei wem?

Es ist nicht die erste und wird wohl auch nicht die letzte Mattscheibenversion des großen Stoffes sein, der Romy Schneider einst ins Verderben stürzte. Doch angesichts des Potentials und auch des Anspruchs ist es verwunderlich, dass die Netflix-Produktion Die Kaiserin nicht einmal zu den erinnerungswürdigen Serien über das Leben der Prinzessin und späteren Kaiserin zählt. Am Ende sind es vor allem die Figuren aus der zweiten Reihe, die in Erinnerung bleiben. Story und Hauptfigur gehen leider etwas unter. Wie kommt's?

Wovon handelt die Pilotepisode der Serie Die Kaiserin?

Ganz deutlich absetzen will man sich vom Kitsch der frühen Filme. Sisi (Devrim Lingnau) besteht von Anfang an beharrlich darauf, Elisabeth genannt zu werden. Sie will einen Mann, der ihre Seele sattmacht, erzählt sie einer jungen Verwandten, als ihre Mutter ihr einen unangenehmen Hochzeitsbewerber präsentieren möchte. Selbstbestimmt und frei will sie sein, die Reiterin, die Gedichteschreiberin, die Auf-dem-Boden-Liegerin. Im Grunde sieht das zunächst auch gar nicht so schlecht für sie aus, in Bayern sitzt ihr zwar die Mama im Nacken, aber der Vater sucht selbst die Erfüllung abseits des Protokolls.

Ihre Schwester Helene (Elisa Schlott) ist es, die an den Hof soll, die dem Kaiser die Hand geben soll und fortan unter noch strengeren Bedingungen leben soll als zuvor. Doch dafür müssen Helene, ihre Schwester und Mutter (Jördis Triebel) zunächst nach Wien reisen und vorstellig werden. Dort erwartet sie insbesondere die Erzherzogin Sophie (Melika Foroutan), Schwester von Sisis Mutter und Mutter des Kaisers. Der selbst sieht zwar ein, dass er eine politisch motivierte Verbindung eingehen muss, plant aber, seine Geliebte nebenbei zu behalten...

Bis er Elisabeth trifft! Und auch sie ist hin und weg von dem jungen Mann, der ein Riesenreich regiert. Während die beiden sich näherkommen, verliebt sich unglücklicherweise das schwarze Schaf der Kaiserfamilie, der Bruder von Franz Joseph, Erzherzog Maximilian (Johannes Nussbaum) in den Freigeist. Auch Helene ist alles andere als begeistert, als Franz Joseph im entscheidenden Moment nicht um ihre, sondern um die Hand ihrer Schwester anhält. Doch das Schicksal hat das Unglück der beiden bereits besiegelt, das weiß man spätestens jetzt - auch ohne eine Szene der Filme gesehen zu haben...

Wie kommt es rüber?

Das Drama ist hinter jeder Ecke zu riechen und zu schmecken. Die Netflix-Produktion Die Kaiserin legt in schöner Kleinarbeit immer wieder manchmal kunstvolle, manchmal durchschaubare Schatten aus, die uns zeigen, dass diese Geschichte kein Happy End haben wird. So muss Sisis Vater ihrem Pferd nach einem wilden Ausritt der Tochter den Gnadenschuss geben. Untermalt wird das von den unheilvoll ausgesprochenen Worten: „Du hältst dich an keine Regel und jetzt musst du die Konsequenzen dafür tragen.

Darüber hinaus lassen sich auf der Guthabenseite der Serie die Charakterzeichnung und der Cast verbuchen. Leider gilt das in größerem Maße für die Mitglieder der zweiten Reihe als nun für die beiden Hauptpersonen. Denn zwischen Sisi und Franz Joseph wird es wenig interessant... Die Liebe beginnt naiv über die Maßen und geht den vorgezeichneten Weg, ohne besondere Überraschungen herauszustellen. Interessanter ist es da, die beiden Mütter zu begleiten, dargestellt von Jördis Triebel und Melika Foroutan. Gegen das Charisma der beiden Frauen kommen die anderen Darsteller nicht an.

Unter den weniger ansprechenden Aspekten der Serie findet sich leider die Umsetzung der bekannten Story wieder. Was sie nicht sein will, wird sie schneller, als man schauen kann, eine rührige, vorhersehbare Kostümschmonzette, in der nicht viel Neues zu sehen ist.

Dabei scheint alles augenfällig modernisiert zu sein. Angefangen bei den Kostümen, von denen man sich so manche Bluse ohne Probleme heute auf dem Laufsteg oder einem extrovertierten Kleiderschrank vorstellen könnte... Auch die Emanzipation ist an den heutigen Maßstäben gemessen, was mitunter zu seltsamen Auswüchsen führt. Doch am Ende bemüht man für die Serie dann doch die alten Klischees, die fliegenden Röcke über nackten Füßen, die tiefen Blicke, die sich immer wiederholenden Szenen von nackten Schlafenden in den Betten der Adeligen, die dort sicher nicht offiziell hingehören... Auch das Volk bleibt eine braune Masse, aus deren schon vor Jahrzehnten auf der Mattscheibe etablierten Ästhetik sich selbst die Attentäter nicht wirklich befreien können.

Immer wieder wirkt es, als wenn die Serienmacher den Stoff zwar neu aufrollen wollen, aber dann letztlich doch an ihrem eigenen Anspruch scheitern.

Wertung: zweieinhalb von fünf Wiener Hofburgen

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Loryn Pörschke-Karimi

Der Artikel Die Kaiserin: Review der Pilotepisode der Netflix-Serie wurde von Loryn Pörschke-Karimi am Uhr erstmalig veröffentlicht.

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