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Goliath: Review zur 4. und letzten Staffel der Amazon-Serie

Goliath: Review zur 4. und letzten Staffel

Poster zur Serie Goliath (c) Amazon Prime Video
Poster zur Serie Goliath (c) Amazon Prime Video

Die vierte und letzte Staffel der US-Serie Goliath feierte weltweit Ende September 2021 bei Amazon Prime Video ihre Premiere. Billy McBride wird in seinen letzten großen Fall hineingezogen, der sich mit Big Pharma und der Opioidkrise in den Vereinigten Staaten beschäftigt.

Goliath

Bevor es um die vierte und letzte Staffel von Goliath geht, möchte ich einmal kurz zum Ausdruck bringen, wie sehenswert die Reihe ist. Billy Bob Thornton mag als Billy McBride stets (mehr oder weniger) im Mittelpunkt stehen, aber es sind auch immer die kleineren Einzelgeschichten von Figuren wie Patty (Nina Arianda) oder Brittany (Tania Raymonde), die zum Mitfiebern einladen. Hinzu kommen jede Staffel Gegenspieler und Nebenfiguren, die nicht minder interessant sind, wie aktuell Samantha Margolis (Jena Malone) oder J.K. Simmons als Pharmaboss George Sax.

© IMAGO
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© Amazon Prime Video
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Goliath versteht es, jede einzelne Figur zu nutzen und selbst den größten Bösewicht auf eine bestimmte Art und Weise nachvollziehbar zu gestalten. Nicht so, dass wir irgendwann Mitleid mit ihnen hätten oder uns gar auf ihre (dunkle) Seite stellen würden, denn das würde die Prämisse eines Kampfes „David gegen Goliath“, wie er jede Staffel stattfindet, untergraben. Aber doch so, dass wir mindestens in Ansätzen verstehen können, wie der Werdegang des jeweiligen Goliaths ausgesehen hat, wie er dort gelandet ist, wo er aktuell steht. Hinzu kommt jede Staffel ein Cast, der mit bekannten Namen nicht geizt, aber womöglich die eine oder andere Neuentdeckung für den Zuschauer parat hält. Und natürlich rührt die Spannung auch daraus, wie Billy McBride den jeweiligen Fall zu gewinnen gedenkt.

Staffel vier

© IMAGO
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© Amazon Prime Video
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Nachdem uns die dritte Staffel mit einem Cliffhanger zurückließ, der auch als (bitteres) Serienende funktioniert hätte, nutzt die vierte Staffel Billys Nahtoderfahrung immer wieder für kleine Ausflüge, die vor allem auf das frühere Verhältnis zu seinem Vater (Robert Patrick) zu sprechen kommen. Optisch ändert sich das Bildformat, so dass direkt erkennbar wird, wenn wir uns zusammen mit Billy in einem Traum oder zu Beginn nahe dem Jenseits befinden. Aber es ist nicht nur seine Nahtoderfahrung, in die vergangene und aktuelle Familienverhältnisse hineinspielen, welche McBride beschäftigen.

Abseits der Verhandlungen zum großen Fall gegen Big Pharma, in die er durch Patty hineingelangte, kommt stets ein Vibe von „Das Fenster zum Hof“ (1954) zum Vorschein, wenn er abends in seinem Zimmer in San Franciscos Chinatown sitzt und die Nachbarn durch eben jenes Hoffenster beobachtet. Er beobachtet zwar keinen Mord, wird aber schnell auf Frank (Bruce Dern) aufmerksam, der offenbar ähnlich interessiert an seinem Umfeld ist, zu welchem jetzt auch Billy zählt. Wie wichtig Frank für die größere Geschichte noch werden soll, lässt sich anfangs nicht absehen, wirkt er doch zunächst wie ein kleines Rädchen in Billys Geschichte, ehe seine Rolle mit passend gesetzten Wendungen größer wird.

Ähnliches lässt sich über andere Figuren wie beispielsweise Samantha Margolis oder ihren verschwundenen Geschäftspartner Tom True (Elias Koteas) schreiben. Beide gehören zu der Kanzlei, in der Patty mittlerweile tätig ist und wo gerade Vorverhandlungen über außergerichtliche Einigungen mit gleich drei Firmen laufen, die alle in die Opioidkrise verstrickt und für diese verantwortlich sind. Für Tom, der seine Tochter Amanda (Emma Kennedy) durch Medikamentenabhängigkeit verloren hat, ein sehr persönlicher Fall, weshalb sein Verschwinden zunächst Kopfzerbrechen bereitet. Sam scheint derweil zwar auf eine hohe Summe bei den Vergleichen aus, aber kurioserweise nicht an einer Gerichtsverhandlung interessiert, sollte man sich nicht einigen können. Wie bei so ziemlich allen Figuren, werden die genaueren Zusammenhänge mit dem Voranschreiten der großangelegten Geschichte offenbart, was uns besagte Wendungen und Twists liefert, die nicht plötzlich vom Himmel fallen, sondern stimmig in das Figurengeflecht eingebaut werden.

Christina Greiner

Der Artikel Goliath: Review zur 4. und letzten Staffel wurde von Christina Greiner am Uhr erstmalig veröffentlicht. Christina Greiner hat bereits 173 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht.

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