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Fakes: Alkohol ist echt schlecht für Jugendliche... - Review der Pilotepisode

Fakes: Alkohol ist echt schlecht für Jugendliche... - Review der Pilotepisode

Fakes: Alkohol ist echt schlecht für Jugendliche... - Review der Pilotepisode

Netflix und der kanadische Sender CBC stehen gemeinsam hinter der neuen Serie Fakes. Darin gründen zwei Schülerinnen das größte illegale Unternehmen für falsche Ausweise in Nordamerika. Erzählt wird aus beiden Perspektiven, weswegen man nie sicher sein kann, was stimmt. Ähnlichkeiten zu anderen Serien sind wohl rein zufällig...

Serien, in denen illegale Verlockungen die Protagonisten antreiben gibt es einige: Breaking Bad, How to Sell Drugs Online (Fast), Morgen hör' ich auf, Ozark oder Good Girls sind einige Beispiele dafür. Mal schlittern sie unverschuldet oder aus Geldnot in die Machenschaften rein, mal sind sie neugierig und wollen wissen, wie einfach es möglich wäre schnell das große Geld zu machen. Oftmals ist das für Zuschauer unterhaltsam, denn es gibt der Serienhandlung für die Figuren direkt eine große Fallhöhe und eine eingebaute Spannungsgarantie.

Worum geht es in der Serie Fakes?

Die kanadische Serienproduktion Fakes, die Netflix und CBC aus Kanada zusammen auf die Beine gestellt haben, hat die meisten Gemeinsamkeiten mit der deutschen Drogenserie How to Sell Drugs Online (Fast). Es gibt illegale Geschäfte, jugendliche Hauptfiguren, nur eben diesmal zwei Mädchen, und einige kleine Cutways, Flashbacks, Flashwards und die direkte Publikumsansprache.

Weil das alles aus der Sicht beider Hauptfiguren erzählt wird, gibt es sogar einen halbwegs neuen Aspekt. Denn die beiden Teenagerinnen und Freundinnen Zoe (Emilija Baranac, „To All The Boys I've Loved Before“) und Rebecca (Jennifer Tong, Grand Army) teilen in den ersten beiden Folgen ihre Sicht der Dinge mit. Zunächst darf die eher unschuldige Zoe und dann die wilde Partymaus Rebecca berichten, wie das große Fake-ID-Imperium aus Nordamerika entstanden ist und von den Bundesbehörden zu Fall gebracht wurde. Das alles soll auf wahren Begebenheiten beruhen, wobei natürlich für die Serie viel dazugedichtet und aufgebauscht worden sein dürfte.

Die Pilotfolge „Alkohol ist echt schlecht für Jugendliche...“ etabliert Zoe und Rebecca als BFFs aus der High-School, die eine Schnapsidee austesten und damit unverhofft großen Erfolg haben. Mit einer Anleitung, die ein Fünfjähriger den wir in einer Sequenz sogar beobachten) verstehen würde, machen sie Rohlinge mit Ausweisen aus Alaska, nutzen Photoshop um falsche Geburtsdaten und Anschriften anzupassen und geraten an jemanden namens Tryst, der gleich 200 Stück haben möchte. Zoe wird mit den Druck allerdings schlecht fertig und bekommt im Schulalltag eine Panikattacke. Ihnen bleibt am Ende der zweiten Folge wohl keine Wahl als die Ausweise herzustellen oder 30.000 Dollar zu besorgen, um Tryst auszuzahlen.

Das hat (zunächst) etwas geringere Einsätze als ein Breaking Bad oder „HTSDO(F)“, was aber im High-School-Metier verkraftbar sein dürfte. Dass das alles trotzdem eskaliert wissen wir schon in der ersten Minuten der Serie, die uns zeigt, wie die Feds eine Razzia auf einer gewaltigen Party veranstalten und tatsächlich kommt eine von beiden wohl relativ glimpflich davon und es scheint nicht Unschuldslamm Zoe zu sein...

How to Break Bad and Sell Fake IDs (fast)

Geschaffen wurde das Format von Showrunner David Turko (Warrior Nun). Unterstützt wird er von Tabia Lau. Die beiden Hauptfiguren sind durchaus sympathisch gecastet und haben eine Odd-Couple-Dynamik. Beim Brechen der Fourth Wall, also der ständigen direkten Ansprache des Zuschauers (vergleiche She-Hulk, Fleabag, House of Cards), will keine der unzuverlässigen Erzählerinnen die Verantwortung übernehmen, sondern schiebt den schwarzen Peter der anderen zu, darum ist das Anschauen der ersten beiden Folgen durchaus eine witzige Erfahrung, da man sich nicht sicher sein kann, wer nun die richtige Geschichte erzählt. Die Wahrheit dürfte irgendwo in der Mitte liegen. Charakterlich würde man wohl eher Zoe glauben, die ein recht bescheidenes Leben führt und deren Familie durch den Bruder, der ab und zu auftaucht und mit dem gesparten Geld abhaut, es sicherlich nötiger hat, als Becca, die aus reichem Haus stammt und offenbar schon in jungen Jahren gerne Alkohol konsumiert und in Luxus schwelgt. Oder vielleicht will Zoe ja deswegen unbedingt weiter machen...

In den ersten beiden Folgen sieht man dabei teilweise völlig andere Abläufe der Handlung, was Orte, Dialoge oder Handlungen angeht. Ein Beispiel: In Folge eins singt Rebecca sehr nervig im Auto, während aus Rebeccas Sicht beide besagten Song trällern. Das sind nur kleine, aber nette Details. Manche Konstanten bleiben, etwa beim ersten Austesten der Musterausweise, worin der Spaß beim Angucken liegen dürfte.

Fakes bringt eine gewisse Kurzweiligkeit mit, aber nicht ganz die Spritzigkeit oder Dynamik von einem How to Sell Drugs Online (Fast). Gewisse Elemente sind also witzig, aber man hält sich dann doch zurück und erzählt oftmals eine recht konventionelle Geschichte zweier Teenager. Da gab es schon in der ersten Folge der deutschen Serie mit ihrem leichten ADHS-Charme mehr zu ergründen. Immerhin sind die Folgen mit rund 20 Minuten nicht grundlos langgezogen. Insgesamt präsentiert man dem Publikum in „Fakes“ zehn Folgen auf denen die Geschichte ausgebreitet wird.

Wegen der reallen Grundlage hätte man also schon einen Endpunkt auf den man zusteuern könnte, sodass es sinnvoll wäre, den Stoff als Miniserie anzubieten. Da ich bisher nur die ersten beiden Folgen ansehen konnte, kann ich dazu keine Aussage machen. Vergleichbare Serien hatten jedoch manchmal das Erfolgsproblem, das man pro Staffel (oftmals durch äußere Einflüsse oder „Geschäftspartner“) eskalieren musste, um das Business (und die Serie selbst) am Laufen zu halten.

Fazit

Fakes ist für mich eine klassische Nebenbeiserie, die ich gucken würde, wenn ich gerade Zeit habe und mich berieseln lassen möchte. Wahrscheinlich könnte man sie an einem oder zwei Abenden durchbingen und würde sie binnen weniger Tage wieder vergessen haben. Sie ist also perfekt für die jugendliche Zielgruppe, die nach leichter Unterhaltung beim Serienkonsum sucht. Mehr als wohl gemeinte drei von fünf Fake-IDs aus Alaska gibt es dafür von meiner Seite allerdings nicht.

Hier der englische Trailer zu „Fakes“:

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