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Encanto: Filmkritik zum Disney-Zeichentrick

Encanto: Filmkritik zum Disney-Zeichentrick

The Family Madrigal und ein weiterer fantastischer Disney-Soundtrack

© IMAGO
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© Walt Disney Animation Studios
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Mirabels Reise ist dabei überaus unterhaltsam und wir verfolgen sie von Station zu Station, wobei wir die Familienmitglieder über die Laufzeit des Filmes besser kennenlernen dürfen. Hinzu kommen viele Songs, die wunderbar geschrieben sind und lyrisch oftmals für Lacher und Schenkelklopfer sorgen. Das ist allerdings kein Zufall, denn Lin-Manuel Miranda („Hamilton“, „Vaiana“, „In the Heights“) hatte die musikalische Leitung inne - und das merkt man den Rhythmen, den Texten und den Beats auch schnell an. Sofort wollte ich den Soundtrack rauf und runter hören, was immer ein positives Zeichen ist. Außerdem konnte ich Kopf- und Fußbewegungen im Kinosessel einfach nicht lassen...

Allein der Song „The Family Madrigal“ erzählt beiläufig über die Lyrics und die Bilder das Wichtigste, was man über den Film wissen muss und steigert sich dann in ein immer schneller werdendes Silben-Stakkato. Die „Hamilton“-Schule sticht in vielen Songs einfach durch und macht Spaß, sofern man eine Vorliebe für den Latino-Flavour hat, beispielsweise auch in dem Geheimtipp namens „Surface Pressure“. Oftmals harmonieren Bild und Musik einfach perfekt miteinander, wie auch im emotionalen „Dos Oruguitas“. Man könnte noch so viel alleine über die Musik schreiben, aber irgendwo muss man sich ja auch begrenzen... Wunderbar sind die wiederkehrenden Textzeilen und Motive und auch ein „Frozen“-Zitat schafft es in die Songs. Das Kunststück der spielerischen Songexposition, die einem alle notwendigen Infos zur Welt an die Hand gibt, hatte Miranda auch schon bei „Vaiana“ vollbracht (mit „Where You Are“ und „How Far I'll Go“).

Encanto (Original Motion Picture Soundtrack)

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© Walt Disney Animation Studios
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Doch es ist generell das audiovisuell Gesamtpaket, welches stimmt. Das wunderbar lebendige Haus, die kunterbunte Welt, die Walt Disney animiert, die farbenfrohen und die unterschiedlichen, aber natürlich miteinander verwandten Figuren, die an einem Strang ziehen, aber doch auch eigene Ziele haben, die nicht immer ganz mit der strengen, perfekten Familienlinie zusammenpassen. Dennoch haben sie jahrelang dafür gesorgt, dass man es besser hatte als die Normalos. Ebenso toll: Die charmanten wiederkehrenden Nebenfiguren und einige Mysterien, die im Lauf des Films erkundet werden, sorgen dafür, dass es bei „Encanto“ nie langweilig wird, sondern immer abwechslungsreich zugeht.

Oftmals habe ich mich dabei ertappt, wie ich leise staunte und umgehauen war von der Darbietung, der Farbenpracht und der verbreiteten Lebensfreude. Wer Disney-Filme kennt, weiß natürlich, dass die besten von ihnen aber nicht immer nach Plan laufen, sondern auch eine emotionale und dramatische Komponente haben, die hier ebenfalls vorzüglich funktioniert und bei mir für die eine oder andere Träne beim Anschauen gesorgt hat. Im emotionalen Bereich muss sich dieser Film nämlich keineswegs hinter dem besten von Pixar verstecken - und das alles ohne traditionellen Bösewicht, da die gesamte Dynamik von der Familie und ihrer Geschichte getragen wird. Obwohl gewisse Familiengeheimnisse natürlich für genug Konfliktpotential sorgen...

Fazit

© IMAGO
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© Walt Disney Animation Studios
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Ich habe im November erstaunlich viele große Filme gesehen und hätte man mich vorab gefragt, welcher wohl mit Abstand der beste wird - und vielleicht sogar ein Kandidaten für meinen Film des Jahres - dann hätte ich sicher nicht auf „Encanto“ gewettet. Doch das ist nun tatsächlich eingetroffen. Schon länger wurde ich von einem Animationsfilm nicht mehr so berührt und gleichzeitig begeistert sowie im Sturm erobert wie hier. Für mich gibt es wenig bis gar nichts am Streifen auszusetzen, denn ich hatte von vorne bis hinten meine Freude. Fünf von fünf magischen Kerzen für den Disney-Film.

Hier abschließend noch der neue Originaltrailer zum gerade neu angelaufenen Film - unserer klaren Empfehlung - „Encanto“:

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Adam Arndt

Der Artikel Encanto: Filmkritik zum Disney-Zeichentrick wurde von Adam Arndt am Uhr erstmalig veröffentlicht. Adam Arndt hat bereits 18.096 Artikel bei Serienjunkies veröffentlicht. Eine Übersicht der Meldungen von Adam Arndt

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