Dr. House: Synchron-Check

Abseits der Review hat das Serienjunkies-Team noch einen Blick (oder vielmehr: ein Ohr) auf die deutsche Synchronisation von „House“ geworfen. Die Medizinerserie, die heute unter dem Titel „Dr. House“ um 22.10 Uhr auf RTL startet, wurde von Dieter B. Gerlach (Buch und Regie) bei Cine Entertainment Europe in Hamburg bearbeitet, dem dabei eine geradezu mustergültige Synchronisation gelungen ist
Die Dialoge sind durchweg treffend mit viel Gespür für Witz und Situation und einer sehr guten Kenntnis der medizinischen Fachtermini ins Deutsche übertragen. Einzig die Übersetzung des englischen Begriffs „Clinic“ als „Klinik“ ist etwas mißverständlich, da im Deutschen ja Klinik und Krankenhaus weitestgehend synonym verwendet werden, im Zusammenhang des englischen Originals jedoch eindeutig eine Poliklinik bzw. Ambulanz gemeint ist
Die deutschen Stimmen, die eine gekonnte Mischung aus dem Sprecherpool von Hamburg und Berlin darstellen, sind ausgesprochen markant und sehr gut voneinander abgehoben
Dr. Gregory House (Hugh Laurie
Klaus Dieter Klebsch klingt der Stimme von Hugh Laurie zwar nicht sehr ähnlich, passt aber perfekt zu der zynischen, trockenen, Sherlock-Holmes-artigen Rolle
Dr. Lisa Cuddy (Lisa Edelstein
Sabine Arnhold gibt der Rolle zwar einen etwas zu zickigen Unterton, der im Original nicht so extrem hervorsticht, schlägt aber zum Glück auch andere Töne an, wenn es die Situation erfordert
Dr. Eric Foreman (Omar Epps
Sehr löblich, hier den Berliner Dietmar Wunder zu besetzen, der Omar Epps u.a. schon in den Filmen „Alfie“, „Die Promoterin“ und „Conviction“ synchronisiert hat. Wunder ist wie immer sehr routiniert und legt die Rolle souverän mit einem lustigen Unterton an - was dem O-Ton sehr nahe kommt
Dr. James Wilson (Robert Sean Leonard
Da Robert Sean Leonard schon diverse Synchronsprecher hatte, ist es vollkommen legitim, hier jemanden auszuwählen, der ihm bislang noch nicht seine Stimme geliehen hat, zumal Robert Missler einfach wunderbar zur Rolle passt und schauspielerisch ebenfalls sehr wandlungsfähig ist
Dr. Allison Cameron (Jennifer Morrison
Tanja Dohse hat man bislang nur selten in Serien-Synchronhauptrollen gehört, weshalb ihre Besetzung sehr erfrischend und abwechslungsreich ist - mit ihr klingt Jennifer Morrison sogar noch entzückender als im O-Ton
Dr. Robert Chase (Jesse Spencer
Sascha Rotermund ist ebenfalls noch sehr unverbraucht und passt auch gut zur
Rolle Er wirkt in der ersten Episode allerdings streckenweise noch etwas hölzern. Da die Figur am Anfang aber im O-Ton ebenso wenig Profil zeigt, ist das auch nicht weiter verwunderlich
Ansonsten fällt schon gleich zu Beginn der ersten Folge positiv auf, dass Gastdarstellerin Rekha Sharma wie in ihrer wiederkehrenden Rolle in John Doe von Bianca Krahl synchronisiert wurde
Zur Pilotfolge der Serie ist auch ein Review verfügbar. („Dr. House: Review zur Pilotfolge 'Schmerzgrenzen'“ - Meldung vom 09.05.2006)






















