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Doctor Who: Spyfall: Part Two - Review

Doctor Who: Spyfall: Part Two - Review

Kritik der Episode 12x02

Szenenfoto aus der Doctor-Who-Folge Spyfall: Part Two (c) BBC One

In der Folge Spyfall: Part Two der UK-Serie Doctor Who wächst die Bedrohung in der Gegenwart, während der Doctor einen beschwerlichen Weg vor sich hat. Zwei historische Figuren und der frisch enthüllte Gegenspieler der letzten Folge würzen die Auflösung, welche das potenzielle Staffelthema andeutet.

Cliffhanger

Für unsere drei Begleiter - Graham (Bradley Walsh), Yas (Mandip Gill) und Ryan (Tosin Cole) - sieht es eingangs nicht gut aus. Das Flugzeug stürzt ab und sie schauen dem sicheren Tod entgegen. Doch halt, der Doctor (Jodie Whittaker) hat es irgendwie geschafft, einen Plan für eine sichere Landung zu hinterlassen, bevor sie ins Reich der mysteriösen Kreaturen entführt wurde, welche nach wie vor die Erde (und das gesamte Universum) im Auge haben.

Diese „Lösung“ für das akute Problem der Begleiter, welches unser Doctor erst am Ende der Folge dank Zeitreise erstellt, lässt sich dabei ähnlich zwiespältig betrachten, wie Teile der Episode an sich. Denn einerseits bin ich recht froh, dass das Zeitreise-Element zum Einsatz kommt und Autor Chris Chibnall sich auch ausgiebig beim Master bedient, der von Sacha Dhawan in guter John Simm - Manier verkörpert wird. Andererseits empfinde ich Auflösungen wie diese recht lahm und lache darüber lieber in einem „Bill & Ted“ - Film, wo die Protagonisten fortwährend darüber brabbeln, was sie später noch alles per Zeitreise machen müssen, um das Abenteuer zu bestehen. Zum Master komme ich gleich noch.

Aber wie auch immer, mit etwas Glück und Zufall entdeckt Ryan den Ausweg und das nötige Teamwork sorgt dafür, dass alle drei den Flug überleben und auch vorerst den Fängen von Barton (Lenny Henry) entkommen können. Ohne den Doctor und ohne weitere Hilfe müssen unsere drei Begleiter jetzt überlegen, was zu tun ist - ein Punkt, aus dem der Handlungsstrang in der Gegenwart aus den Vollen schöpft und tatsächlich niemanden auf der Strecke lässt.

Graham, Ryan und Yas

Okay, wenn man alle Begleiter in den gleichen Handlungsstrang steckt, mutet es nicht unbedingt schwer an, für eine gewisse Ausgewogenheit zu sorgen. Dennoch ist dies die genau richtige Entscheidung, wenn alle drei überlegen, wie es jetzt - ohne den Doctor, die möglicherweise nicht zurückkehrt - weitergehen soll. Sich weiterhin mit Barton auseinanderzusetzen und nicht den Kopf in den Sand zu stecken (was sich für mindestens eine Figur vielleicht angeboten und die Handlung in eine völlig andere Richtung gelenkt hätte), sorgt für das nötige Teambuilding. Wobei die Gadgets vom MI6 nicht vergessen werden und hier zum Einsatz kommen, was uns Zuschauern wiederum ein wenig Vergnügen beschert (ich lese ja immer die Bedienungsanleitungen zu allem, was ich kaufe - und ihr?).

© BBC One
© BBC One

Unterm Strich weiß jedenfalls zu gefallen, dass hier keine großartigen Differenzen auftreten, wie es noch in der letzten Staffel der Fall war, wo gerade Graham und Ryan oft gestritten haben oder zumindest unterschiedliche Ansichten hatten. Ein kleiner Pluspunkt ist auch Grahams Frage, nachdem der Doctor sich schließlich in Begleitung von Ada (Sylvie Briggs) und Noor (Aurora Marion) blickenlässt und den Tag rettet - „Are we being replaced?“ Das Nein vom Doctor ist natürlich ein Augenzwinkern in Richtung der Stimmen, die ein kleineres Begleiterteam wollen - davon wird offenbar (vorerst?) abgesehen. Mit Blick auf eine Reise nach Gallifrey geben sich unsere Begleiter allerdings etwas zu leicht geschlagen und werden vertröstet - aber es lässt sich leicht erahnen, dass hier bis Staffelende noch nicht das letzte Wort gesprochen wurde und der Heimatplanet des Doctors noch eine größere Rolle spielt.

Vergangenheit

Unser Doctor ist derweil in der Welt der Kasaavin gefangen, wo sich durch Ada allerdings ein Ausweg auftut. Zunächst geht es ins London des 19. Jahrhunderts, später nach Paris während des 2. Weltkriegs, wo Noor unserem Doctor und Ada Unterschlupf gibt. Da der Master die Verfolgung aufnimmt, ist jederzeit für Spannung gesorgt. Allerdings beschert er unserer Time Lady schließlich auch die Möglichkeit, wieder in die Gegenwart zu reisen - denn seine TARDIS sieht noch immer so aus wie in der letzten Folge und fällt daher doch auf.

Die Auswahl der beiden (kurzzeitigen) Begleiterinnen weiß dabei zu gefallen. Die beiden Namen waren mir jetzt kein Begriff, aber Wikipedia hilft da schnell weiter - womit die kleine Geschichtsstunde bei mir ihre Wirkung wohl nicht verfehlt hat. Zugegeben, etwas mehr Zeit oder gar extra Episoden hätten den beiden Damen vielleicht besser gestanden, um sich als Zuschauer tiefer mit ihnen und ihren (wahren) Geschichten auseinanderzusetzen. Andererseits hätte man dann womöglich die aktuelle Story etwas aus den Augen verloren. Aber mir gefällt auf jeden Fall, dass Chibnall wie schon in der letzten Staffel auf historische Figuren zurückgreift.

Bösewichte und Doctor

Mein kleines Problemchen mit dem Master bleibt derweil bestehen. Dhawan erinnert mich jedenfalls sehr stark an Simms Inkarnation (zumal auch das Trommeln wieder aufgegriffen wird) und mir fehlt weiterhin eine Erklärung und/oder Verbindung zu Missy (Michelle Gomez). Und nun auch noch Gallifrey ins Spiel zu bringen, naja, ich möchte nur ungern im Vorfeld meckern. Lieber erst abwarten, worauf es hinauslaufen wird und ob hier ein Staffelthema losgetreten wurde, was im Verlauf der weiteren Episoden wieder aufgegriffen wird (wovon ich doch ausgehe).

© BBC One
© BBC One

Abseits vom gerade Geschriebenen gefällt mir Dhawan als neuer Master und Bösewicht allerdings sehr gut. Der Doctor hat schwer zu kämpfen und einen ebenbürtigen Gegner, der ihr anfangs auch noch einige Schritte voraus ist. Und wenn der Doctor gefordert wird, entstehen meist die besten Abenteuer. Sie muss sich hier jedenfalls einiges zusammenreimen, um schließlich eine Lösung zu finden, wie sie die Invasion der Kasaavin abwenden und gleichzeitig den Master wieder loswerden kann - der Kniff weiß zu gefallen und ist zudem noch passend zum Agententhema gewählt. Bitter ist natürlich, dass trotz dieses Sieges noch die Situation auf Gallifrey bleibt. Ihr kleiner Ausflug dahin gibt Whittaker aber auch endlich die Gelegenheit, ihr darstellerisches Können unter Beweis zu stellen - in diesem Fall eine Mischung aus Entsetzen, Betroffenheit und später auch Wut, was bei unseren Time Lords und Ladys äußerst selten vorkommt. Hat schon jemand eine Idee, was es mit dem „timeless child“ auf sich haben könnte?

Ach, jetzt hätte ich fast Barton vergessen. Dieser Bösewicht verblasst neben dem Master ein bisschen, obwohl Barton auch einen sehr großen Moment erhält, als er seine kleine Ansprache gibt und die Invasion lostreten will. Für mich verpufft mit der Offenbarung, dass die Kasaavin die Menschen als Speicher gebrauchen wollen, aber leider die Verbindung zum zuvor angesprochenen Überwachungswahn. Wozu muss man denn eigentlich über jede Persönlichkeit bis ins letzte Detail Bescheid wissen - inklusive aller Vorlieben, Freunde, Kaufverhalten, etc. pp. - wenn die Persönlichkeiten am Ende ohnehin „gelöscht“ werden? Aber vielleicht übersehe ich da auch etwas...

Fazit

Spyfall: Part Two setzt den Auftakt gekonnt fort. Vielleicht gefällt nicht jedem jeder Twist und jede Wendung - von denen es nicht wenige gibt - aber Chris Chibnall liefert zu Beginn der zwölften Staffel sehr gut ab und zeigt den weiteren Weg für sein Doctor Who auf. Mit dem Zweiteiler wird jedenfalls klar, dass die Kritikpunkte zur elften Staffel gehört wurden und verarbeitet werden. Unsereins ist zwar nicht mit jedem Detail zufrieden, aber insgesamt ergibt sich für mich ein gutes Bild und die Lust auf weitere Folgen ist auch wieder stark gestiegen. Von meiner Seite gibt es erneut vier von fünf Sternen. Und von euch?

Hier abschließend der Trailer zur Episode Orphan 55 (12x03) der Serie Doctor Who:
Christian Schäfer

Der Artikel Doctor Who: Spyfall: Part Two - Review wurde von Christian Schäfer am Uhr erstmalig veröffentlicht.

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