Dexter: Der Mord als schöne Kunst betrachtet - Teil 1

Zugleich ungeduldig und furchtsam wird die Serie des amerikanischen Pay-TV-Senders Showtime in Deutschland erwartet. Dramafans freuen sich. Manche Gremien (die üblichen Verdächtigen) schauen grimmig drein und heben schon bedrohlich den moralisierenden Zeigefinger.
Es gibt noch keinen Termin für die Free-TV-Premiere auf RTL 2, wahrscheinlich überlegt man immer noch, wie gewisse Leute durch zielgenaue Cuts und unpassende Ausstrahlungszeiten freundlich stimmen soll. Denn wie Quellen, die ungenannt bleiben möchten, berichten, wird Dexter als moralisch sehr gefährlich für das deutsche Publikum eingestuft. Na ja, es ist nicht das erste Mal. Trotzdem empfinde ich als moralisch verwerflich eher die Tatsache, dass sich bei deutschen Fernsehgremien und Sendern eine ziemlich herablassende und beleidigende Haltung dem Publikum gegenüber etabliert, gemäß der man dem deutschen Publikum sowieso nur Big Brother, Bauer sucht Frau und GZSZ zumuten kann.
Oder geht es darum, schlechte Arbeit mit dem Publikum zu entschuldigen - nach dem Prinzip: Liebe Werbekunden, wir können nichts dafür, dass die Leute so schwachsinnig sind und unsere tollen Produktionen missachten?! Liebe Verantwortliche: Das geht auf Dauer nicht gut! Denn eins weiß ich: den Lesern von serienjunkies.de kann man Einiges zumuten und zutrauen!
Lasst uns die Frage klären, warum Dexter so Schrecken erregend ist. Wer ist Dexter überhaupt? In Großbritannien hat der Sender FX zum Serienbeginn eine SMS-Werbekampagne gestartet. Willkürlich ausgewählte Bürger bekamen eine SMS von dem Absender Dexter. Der Text sprach den Besitzer des Mobiltelefons beim Namen an: „Hello (name). I'm heading to the UK sooner that you might think. Dexter.“
Das heutige Fernsehen scheint buchstäblich eine Primetime-Liebesaffäre mit abgetrennten Köpfen, Maden, Wunden, zerschmetterten Knochen und entblößtem Fleisch zu haben. Im Kino geht es noch „schlimmer“ zu. Horrorfilme wie „Hostel“ und „Saw“ erheben den Terror und den Angriff auf die Unversehrtheit des menschlichen Körpers zu einem Dauerzustand, zu einer Tatsache.























