Du bist hier: Serienjunkies » News »

Decision Game: Kritik der Pilotepisode der ZDFneo-Serie zum Streamen

Decision Game: Kritik der Pilotepisode der ZDFneo-Serie

Decision Game: Kritik der Pilotepisode der ZDFneo-Serie

In der deutschen Thrillerserie Decision Game wird ein Mädchen entführt. Der Vater ist Polizist, die Mutter Risikoanalystin. Letztere ist das Ziel der Entführer, doch mit ihrem Wissen versucht sie, den Spieß umzudrehen, um ihre Tochter zu retten.

Als ihre Tochter entführt wird, muss die Risikoanalystin Vera (Eva Meckbach) in den Verhandlungen mit den Kidnappern ihr Talent unter Beweis stellen. Doch kann sie in der Serie Decision Game trotz einer vorangegangenen Traumatisierung die Nerven behalten?

Wovon handelt die Serie Decision Game?

Vera und ihre Teenagertochter Elsa (Paula Hartmann) haben eine sehr gute Beziehung zueinander. Immer häufiger guckt die intelligente Tochter sich sogar etwas von ihrer Mutter ab, die als Risikoanalystin für eine Versicherung arbeitet. Dort schätzt sie unter anderem das Risiko von Ländern an politischen Umbruchstellen ab. Doch eigentlich würde ihr Mentor und ehemaliger Uniprofessor Thalman (Robert Hunger-Bühler) seine beste Schülerin jedoch lieber woanders sehen, an einer viel wichtigeren Schnittstelle der Welt. Doch Vera hat etwas zu verarbeiten. Der Tod von Sophia hat sie traumatisiert. Was genau damals geschehen ist, erfahren wir nur bruchstückhaft in Rückblicken. Doch es hat Vera mit Panikattacken, einem übermächtigen Kontrollbedürfnis über ihre Tochter Elsa und einem Zettel am Spiegel zurückgelassen, auf dem sie sich selbst daran erinnert, dass sie und ihre Lieben in Sicherheit sind.

Nur stimmt das leider nicht mehr, denn zu Beginn der Pilotepisode wird Elsa entführt. Zunächst glauben Vera und ihr Mann Alex (Shenja Lacher), dass es sich um einen Racheakt an dem Polizisten handelt. Doch schnell findet das Paar heraus, dass Vera das Ziel der Kriminellen ist... Sie soll das Risiko für das afrikanische Land Burundi, in dem gerade eine neue Regierung gewählt wurde, hochsetzen.

Alex findet, das sei eine Sache von Klicks, seine Frau solle den Anweisungen Folge leisten, denn die Erfahrungen in der Polizeiarbeit haben ihn gelehrt, dass alles gut werde, wenn man den Entführern in solchen Fällen das Gefühl gebe, man tue alles. Doch Vera sieht das anders und fragt: Wieso sollen die Kidnapper Elsa denn noch freilassen, wenn sie alles bekommen haben, was sie wollten? Also fasst sie einen mutigen Plan und setzt das Risiko herunter, um nun ihrerseits die Entführer unter Druck zu setzen.

Wie kommt es rüber?

Die Ideen hinter der Serie sind vielversprechend anders. Statt dem Vater darf es hier einmal die Mutter sein, die sich in den Kampf gegen Entführer um ihr Kind schmeißt. Dabei ist besonders zu beachten, dass Alex - und auch Vera selbst - zunächst alles nach alten Mustern vorantreiben. Sie glauben, es gehe um den Mann, der solle es richten. Doch beide müssen erkennen, dass Alex auch als Polizist die Tochter nicht retten kann. Er muss sich entgegen seiner Instinkte zurücknehmen und auf seine Frau hören. Die hat eine völlig andere Herangehensweise an die Situation...

Dabei ist sie gar keine Ellenbogenkämpferin, sondern vereint aus unterschiedlichen Gründen eher klischeehaft-mütterlich, überzeichnete Charakterzüge in sich. Sie hat Angst um die ja bereits halbwüchsige Tochter, selbst wenn die nur eine Freundin am Nachmittag besuchen gehen will. Am liebsten überwacht sie ihre Tochter per Handyortung und findet Sicherheit auch sonst jeglicher Freiheit überlegen. Wie wir schnell erfahren, stammen diese Ängste in ihrem Fall aus einem Trauma. Vor Jahren ist offenbar ihre andere Tochter Sophia bei einem tragischen Ereignis ums Leben gekommen. Seitdem beschützt Vera die verbliebene Elsa um jeden Preis.

Die Idee, der Entführung eines geliebten Menschen mit einer Risikoanalyse zu begegnen, hat ebenfalls durchaus Charme - immerhin macht Vera doch einfach alles anders als zahllose Krimi-Produktionen es uns über die Jahre eingebläut haben. Und doch leuchtet ihre Argumentation unmittelbar ein, wenn sie ihre Überlegungen ausrollt. Dabei muss nicht nur ihr Mann Alex gegen alle Polizei-Überzeugungen ankämpfen, sondern auch Vera selbst muss gegen die mütterlichen Beschützerinstinkte handeln.

Was sich jedoch wie bei den meisten dieser Serien schwierig gestaltet, ist der Weg aus der Normalität in die Ausnahmesituation. So logisch Vera auch agiert, so weltfremd wirken oft ihre anderen Handlungen. Mit dem Ende der Pilotepisode legt sich diese Hürde langsam und wir sind an der Hand der Analystin in der Dramaserie angekommen. Spannung, clevere Unvorhersehbarkeit und eine neue Perspektive machen diese deutsche Serie zu einem starken Kandidaten für erste düstere Herbstabende. Das ist auch der Darstellerin Eva Meckbach zu verdanken, die die volle Portion Charisma und Talent spielen lässt, um die Hauptfigur zum Leben zu erwecken.

Zu sehen ist die Serie Decision Game in der Mediathek des ZDF.

Risikobewertung: Die Binge-Gefahr liegt bei vier von fünf.

Copyright der Bilder: ZDF und Stanislav Honzik

Jetzt das Angebot der ZDF Mediathek kostenlos entdecken

Aktuelle Lieblingsbeiträge der Leser von Serienjunkies


Unsere Top 15 der besten Originalserien von Netflix 2022

Im September feiert Netflix seinen Geburtstag in Deutschland und bietet uns Jahr für Jahr die Gelegenheit, Revue passieren zu lassen. Die liebsten Eigenproduktionen der Serienjunkies-Redaktion stellen wir Euch in einem Ranking [mehr]

Von Nadja Spielvogel am Sunday, 2. October um 18.00 Uhr.

Heute neu: Staffel 11c von The Walking Dead bei AMC, ProSieben Fun und Disney House of the Dragon: Driftmark - Review
The Walking Dead: Lockdown - Review Heute neu: Interview with the Vampire bei AMC

Impressum & Nutzungsbedingungen | Datenschutz | Kontakt | Streamingcharts | FAQ | Mediadaten | Jobs | Wikipedia | Serienjunkies Merch | Serienjunkies bei Mastodon