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Chicago Fire: Pilot - Review

Review zur Episode 1x01

Die Einsatzleiter Casey (Jesse Spencer) und Severide (Taylor Kinney) eilen einem Kollegen zu Hilfe / Foto:  (c) NBC

Auf NBC startete die neue Serie Chicago Fire von Produzentenlegende Dick Wolf. Im Vordergrund steht die Rivalität zweier Einsatzleiter einer Feuerwache, die sich nach dem Tod eines geschätzten Kollegen gegenseitig die Schuld zuschieben.

Über der Feuerwache der Engine 81 liegt ein dicker Trauerschleier. Vor einem Monat hat die Mannschaft bei einem scheinbaren Routine-Einsatz ihren Kollegen und Freund Griffin Darden (Griffin Kane) verloren. Über den Tod Griffins und vor allem über die Frage, wie dieser hätte verhindert werden können, haben sich die Einsatzleiter von Feuerwehrzug und Rettungseinheit, Matthew Casey (Jesse Spencer, House) und Kelly Severide (Taylor Kinney, The Vampire Diaries) hoffnungslos zerstritten. Trotz aller Ermahnungen ihres Chefs, Chief Boden (Eamonn Walker, Oz), schaffen sie es nicht, sich längere Zeit in einem Raum aufzuhalten, ohne einander in die Haare zu kriegen.

Als wäre dieser Konflikt noch nicht genug, haben beide auch noch mit persönlichen Problemen zu kämpfen. Severide, der Hitzkopf, lässt sich von der schönen und lesbischen Rettungssanitäterin Leslie Shay (Lauren German, Hawaii Five-0) mit Schmerzmitteln versorgen, die er sich selbst injiziert. Der etwas bedächtiger auftretende Casey befindet sich mitten in der Trennung von seiner Verlobten Hallie (Teri Reeves, General Hospital), die ihre Arzt-Karriere seinem Kinderwunsch vorzieht. So weit, so wenig überraschend.

Zwei Streithähne und ihre große Crew

Die restliche Chicago Fire-Besetzung scheint denn auch den üblichen Charakteren des Genres nachgezeichnet zu sein: Es gibt den Anwärter Peter Mills (Charlie Barnett, „Men in Black 3“), der dieselben Initiationsriten durchlaufen muss, wie alle anderen vor ihm; den alternden Feuerwehrmann Mouch (Christian Stolte, Prison Break), der scheinbar nicht mehr mithalten kann mit seinen jüngeren Kollegen; die resolute Sanitäterin Gabriela Dawson (Monica Raymund, Lie to Me), die auch im Angesicht der Gefahr einen kühlen Kopf behält, jedoch bisweilen über das Ziel hinausschießt; den average american Christopher Herrmann (David Eigenberg, Sex and the City), der im Zuge der Finanzkrise sein Haus durch Zwangsvollstreckung verloren hat und eine ganze Reihe weiterer Nebendarsteller.

Neben den großen Konfliktlinien stehen selbstverständlich auch die diverse Einsätze auf dem Programm. Vom gewöhnlichen Hausbrand über einen Verkehrsunfall mit Wasserbergung und abschließender hochdramatischer Gefahrensituation für das Team wird keine denkbare Situation ausgelassen. Das Ganze ist mit netten Spezialeffekten routiniert in Szene gesetzt und vom Autorenteam Michael Brandt und Derek Haas („2 Fast 2 Furious“, „Wanted“, „Todeszug nach Yuma“) mit bodenständigen Dialogen unterfüttert.

Dick Wolf at his best

Im Finale, einem Brand in einem mehrstöckigen Wohnhaus, warten die Produzenten jedoch mit dem vollen Arsenal an Dick-Wolf-typischem Serienbombast auf. Das Team schafft es zunächst, alle Bewohner aus dem brennenden Hochhaus zu retten. Danach jedoch finden sich Casey und Herrmann in einer äußerst brenzligen Situation wieder.

Da es ihnen unmöglich ist, über das brennende Treppenhaus ins Freie zu gelangen, werden sie von Chief Boden angewiesen, sich einen Weg zum Dach zu bahnen. In diesem Moment bricht der Boden unter ihren Füßen weg und sie stürzen mehrere Stockwerke in die Tiefe. Nach dem harten Aufprall scheinen beide bewusstlos. Severide und der Rest des Teams eilen ihnen zu Hilfe. Schlussendlich überleben beide, Herrmann muss jedoch schwerverletzt ins Krankenhaus abtransportiert werden.

Mit dicker Schmalzmusik unterlegt kommt es danach zu einem überraschenden Gastauftritt eines hochrangigen Mitglieds des amerikanischen Politikestablishments als Bürgermeister von Chicago. Mehr soll dazu an dieser Stelle jedoch nicht verraten werden.

Fazit

Die etwas ausführlicher beschriebene Finalsequenz lässt es erahnen: Hier wird mit dem Einsatz von Pathos nicht gegeizt. Spätestens, wenn die Streithähne im Angesicht der Gefahr ihre Rivalität beiseitelegen und zusammenarbeiten, der eigentlich schon abgeschriebene Alte noch einmal zur Höchstform aufläuft, um mit letzter Kraft den Kollegen zu retten und der Anwärter sich gleich beim ersten Einsatz bewährt, weiß der Zuschauer, er befindet sich mittendrin im Dick-Wolf-Universum.

Die Schluss-Szenen vereinen Underdog-Mythos und Heldenepos und verströmen aus allen Poren den Glauben an den american way of life. Wenn aber dann auch noch eine Räuberleiter eingesetzt wird, ist die Grenze des erträglich eingesetzten Symbolismus eigentlich erreicht. Doch dem ist nicht genug. Zum Ende muss auch noch Bruce Springsteen zur Untermalung einer wortlosen Versöhnungsszene seinen Song „Blood Brothers“ herausrücken. Trotz alledem muss man sich eingestehen: Das Rezept ist einfach, aber es funktioniert.

Was Chief Boden zu Beginn der Episode den beiden Streithähnen an den Kopf wirft („„Truck versus Squad, old as the CFD. So deal with it.““) gilt in gewisser Weise auch für die Serie selbst: Nichts Neues, nichts Überraschendes. Doch eventuell will sie gar nicht überraschend und neu sein. Eventuell tritt sie gar nicht mit dem Anspruch an, das Genre zu revolutionieren, eventuell will sie es nicht einmal wiederbeleben. Sie will einfach nur gute Unterhaltung sein. Und das gelingt ihr, trotz erwähnter Schwächen.

Axel Schmitt

Der Artikel Chicago Fire: Pilot - Review wurde von Axel Schmitt am Uhr erstmalig veröffentlicht.

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