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Beautiful Creatures - Eine unsterbliche Liebe: Filmkritik

Nach schönen Vampiren, schönen Werwölfen und schönen Zombies erwartet die Kinogänger nun die nächste Teenieromanze mit übernatürlicher Komponente: „Beautiful Creatures - Eine unsterbliche Liebe“. Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Kami Garcia und Margaret Stohl, die von der Liebe zwischen einer Hexe und einem Sterblichen erzählt, ist nur die erste von vielen, die dieses Jahr auf der von „Twilight“ ins Rollen gebrachten Young-Adult-Welle reiten.

Sicherlich erhofft man sich hier einen ähnlichen Hype, der besonders durch die sehnlichst wartenden Leser der dreiteiligen Buchreihe getragen werden soll. Dieser Erfolg ließ bisher aber auf sich warten: Am ersten Wochenende spielte die magische Liebesgeschichte an den heimischen Kinokassen lediglich 7,5 Millionen US-Dollar ein. Zum Vergleich: Der erste „Twilight“-Film konnte fast die gleiche Summe bereits nach nur einem Spieltag vorweisen. Zeigen sich hier etwa schon die ersten Spuren von Übersättigung?

Kurzinhalt Beautiful Creatures

Ethan Wate (Alden Ehrenreich) hat jede Nacht den gleichen Traum - er eilt einer geheimnisvollen Unbekannten zur Rettung, welche jedoch jedes Mal zum Scheitern verurteilt ist. Dann wacht er schweißgebadet auf. Daher staunt er nicht schlecht, als am Anfang des Schuljahres plötzlich eine neue Mitschülerin in seiner Klasse sitzt, die verdächtige Ähnlichkeit mit der damsel in distress aus seinen Träumen hat. Um Lena Duchannes' (Alice Englert) Familie halten sich in der gottesfürchtigen Südstaatenprovinz zwar hartnäckige Gerüchte über Hexerei und Satanismus. Doch Ethan ist fasziniert und sucht ihre Nähe. Schon bald verlieben sich die beiden ineinander und ihr dunkles Geheimnis lässt sich nicht lange vor ihm verbergen: Wie auch der Rest ihrer Familie ist sie ein Caster und verfügt über magische Kräfte. Mit ihrem sechzehnten Geburtstag naht jedoch eine schreckliche Entscheidung, die all ihre Liebsten in Gefahr bringen könnte.

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Beautiful Creatures“ besticht vor allem durch die großartige Besetzung der Nebenfiguren. Lenas exzentrischer Onkel Macon, dessen plötzliches Auftauchen im Hausmantel zu den besten Momenten des Films gehört, wird von einem herrlich trockenen Jeremy Irons dargestellt. Ein weiteres Highlight ist Emma Thompson, zunächst als religiöse Fanatikerin im hässlichen Hut, später als dunkle Casterin Sarafine. Bemerkenswert sind hier die überzeugenden Südstaatenakzente, die die beiden Engländer an den Tag legen - man könnte tatsächlich meinen, sie gehörten zu den Hillbillys. Viola Davis schlüpft als Bibliothekarin Amma in eine Mentorenrolle und bereichert so den Cast. Können die jungen Hauptdarsteller da überhaupt mithalten?

Alden Ehrenreich fällt allein dadurch schon positiv auf, dass man hier nicht auf den üblichen Schönling gesetzt hat, bei dessen Anblick sich alle weiblichen Zuschauer nass machen sollen. Ethan wird durch Ehrenreichs natürliche und spaßige Darstellung schnell zum Sympathieträger des Films. Daneben wirkt Alice Englert mit ihren teilweise überdramatischen Blicken etwas schwerfällig.

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Während viele der Geschichten im Genre Romantic Fantasy auf der Schiene „Normalomädchen verliebt sich in mysteriösen Unbekannten“ fahren, wagt „Beautiful Creatures“ das Undenkbare: Rollentausch! So banal es auch klingen mag, aber die Tatsache, dass hier Ethan der gefährlichen Lena nachjagt, bietet tatsächlich mal ein wenig Abwechslung zum gängigen Aufbau der Romanze. Die Beziehung der beiden hat zwar auch hier und da ihre kitschigen Momente, die halten sich aber mit witzigen Schlagabtauschen die Waage. So fragt Ethan beispielsweise nach Lenas stockender Erklärung, ihre Familie sei „anders“, bloß: „So... What, you're European?“ („Wie, seid ihr Europäer?“)

Überraschend gut gelungen sind einige Sequenzen, die Rückblicke auf Geschehnisse im Amerikanischen Bürgerkrieg zeigen. Der angebliche Fluch, der auf Lenas Familie lastet, hat seine Anfänge bei einer Vorfahrin, die im Krieg ihren Geliebten verlor und auf die dunkle Seite der Magie überging. Während Ethan und Lena im Kino sitzen, präsentiert sich ihnen diese Szene wie auf der Kinoleinwand und in nebeliger, epischer Atmosphäre.

Unser Fazit ist auf der folgenden Seite zu lesen.

Wer sich allerdings auf schöne Fantasyelemente gefreut hatte, wird leider enttäuscht. Die Geschichte um gute und böse Caster, um Magie und Schicksal scheint nur dem einen üblichen Zweck zu dienen: eine Hürde, die die Liebenden erklimmen müssen, um ihr Happy End zu erreichen. Obwohl Magie regelrecht dazu einlädt, Momente beeindruckend in Szene zu setzen, kriegt man in dieser Hinsicht nichts Spektakuläres zu sehen. Es gibt lediglich ein zuschnappendes Türschloss, zerbrechende Fensterscheiben und leuchtende Schrift an der Wand. Einzig die unablässig regnende Wolke, die Lena Ethan im Streit über den Kopf zaubert, bleibt einem als Lacher im Gedächtnis.

Doch selbst, als Lena und ihre düstere Cousine Ridley (Emmy Rossum) sich beim Abendessen die Magie um die Ohren hauen, passiert nichts weiter, als dass sich der Tisch samt dinierender Familie dreht. Okay, sehr schnell dreht. Aber dafür kann ich auch auf die Kirmes gehen. Gleichermaßen sparsam mit den Spezialeffekten war man beim ziemlich enttäuschenden „Showdown“ zwischen Lena und Sarafine. Bei diesem war nicht nur wenig von der Magie zu sehen, sondern leider wurde auch eine sehr klischeehafte Unterhaltung über Liebe und Weltherrschaft geführt.

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Den Charme des Films macht aber tatsächlich das Setting aus. Die Geschichte spielt in einem Kaff im US-Bundesstaat South Carolina, wo das Wetter so heiß und stickig ist wie das Denken hinterwäldlerisch. So baut nicht nur die ungezähmte Natur (besonders um Onkel Macons Haus) die Atmosphäre auf, sondern auch die Einstellung der Anwohner, die sich unter anderem in lautstarkem Gruppenbeten - um das „Böse“ abzuwehren - niederschlägt. Gleich zu Beginn wird man zudem durch Ethans voice-over mit dem unverkennbaren Südstaatenakzent begrüßt, der so liebenswürdig ist, dass er jeden Dialog versüßt. Wer es sich und seinen Englischkenntnissen zutraut, sollte sich also unbedingt die Originalversion gönnen.

Fazit

Für Fans von Young-Adult-Fantasy ist „Beautiful Creatures“ ein unterhaltsamer Film mit guter (Neben-)Besetzung und einigen Lachern. Vom immer weiter wachsenden Einheitsbrei des Genres kann er sich allerdings nicht abheben.

Hier der Trailer zu „Beautiful Creatures - Eine unsterbliche Liebe

Riema Al-Khatib

Der Artikel Beautiful Creatures - Eine unsterbliche Liebe: Filmkritik wurde von Riema Al-Khatib am Uhr erstmalig veröffentlicht.

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