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US-Autorenstreik: Neue Schuldzuweisungen

US-Autorenstreik: Neue Schuldzuweisungen
Hat ohne jede Frage einen guten Grund, nicht zur Arbeit zu kommen: Steve Carell / (c) NBC

Die Positionen der amerikanischen Drehbuchautoren und der Film- und Fernsehindustrie in der Tarifauseinandersetzung um die Internet-Honorare für Filme und Fernsehserien liegen weiter auseinander denn je. Jetzt hat LA-Weekly-Kolumnistin Nikki Finke die Gründe für das Scheitern der Verhandlungen am Sonntag aus Sicht der Drehbuchautoren recherchiert.

Demzufolge hatten die beiden CEOs Peter Chernin (News Corporation) und Leslie Moonves (CBS Corporation) in Gesprächen hinter den Kulissen den Autoren folgenden Deal vorgeschlagen: Wenn sie die Forderung nach einer Erhöhung der DVD-Beteiligung von 3 auf 6 Prozent fallen liessen, dann würden die Produzenten ihr Angebot für die Internet-Honorare aufstocken.

Entsprechend sei die Delegation der WGA in die Gespräche gegangen – und hätte von Anfang an gesagt, dass der Streik gestoppt werden könne, sobald in den Verhandlungen ein deutlicher Fortschritt zu erkennen sei. Als die Autoren ihre Forderung nach einer Erhöhung der DVD-Honorare vom Tisch nahmen, reagierte die Gegenseite darauf jedoch nicht, sondern beendete die Verhandlungen in dem Augenblick, als an der Ostküste der Streik begann. Trotz einer Stillschweige-Vereinbarung habe sich die AMPTP dann umgehend an die Öffentlichkeit gewandt, während die Drehbuchautoren noch gar nicht wussten, wie ihnen geschah.

Entsprechend wütend fiel die Reaktion von WGA-Delegationsmitglied Shawn Ryan aus, der in einem offenen Brief an seine Showrunner-Kollegen erklärte: „Die Firmenvertreter haben uns schäbig und respektlos behandelt, sind dann um 21.30 Uhr abgehauen und haben die Branchenblätter belogen, wir hätten die Verhandlungen abgebrochen.

Als größtes Hindernis auf einem Weg zur Einigung gelten daher im Augenblick auch weniger die konkreten Forderungen, sondern vielmehr das Misstrauen und die Wut auf beiden Seiten. So hat THR-Reporter Ray Richmond errechnet, dass eine Verdopplung der Autorenbeteiligung an den DVD-Verkäufen die Studios insgesamt nur etwa 115 Millionen Dollar im Jahr kosten würde – also sehr viel weniger als ein einzelnes Studio heute für einen durchschnittlichen Blockbuster ausgibt. Eine weit verbreitete Einschätzung ist: Entweder die Auseinandersetzung wird in den nächsten zwei Wochen beigelegt - oder der Streik wird weit in das Jahr 2008 hineinreichen.

Christian Junklewitz

Der Artikel US-Autorenstreik: Neue Schuldzuweisungen wurde von Christian Junklewitz am Uhr erstmalig veröffentlicht.

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