US-Autorenstreik: Der Ausstand hat begonnen

Unter den Streikenden der ersten Stunde waren u.a. das Lost-Dreigestirn J.J. Abrams, Damon Lindelof und Carlton Cuse, Greg Berlanti (Brothers & Sisters, Dirty Sexy Money), Amy Sherman-Palladino (Gilmore Girls, The Return of Jezebel James), Ian Biederman (Shark), James L. Brooks (The Simpsons), Marco Pennette (Ugly Betty) und Tina Fey, Autorin und Hauptdarstellerin von 30 Rock, die - passend zu ihrer Sendung - vor dem Hauptquartier ihres Haussenders NBC in New York demonstrierte, der dort unter der Adresse „30 Rock“ residiert.
Mit Schildern, Transparenten, Flugblättern und Sprechchören verliehen die streikenden Autoren ihrem Protest Ausdruck. Wie die „New York Times“ beobachtete, hatten die Drehbuchautoren dabei mit einigen Anfangsschwierigkeiten zu kämpfen, da die meisten von ihnen - der letzte Streik liegt schließlich 20 Jahren zurück - so etwas noch nie gemacht haben. Amy Sherman-Palladino gestand z.B., dass Rufe wie „No money, no funny!“ durchaus noch mal überarbeitet werden sollten.
Was die Teilnehmerzahl angeht, kann die WGA mit bis zu 200 Demonstranten pro Streikposten durchaus zufrieden sein. Ein Autor von The Daily Show with Jon Stewart sagte dazu, dass es besonders beeindruckend sei, wie sich schon am frühen Morgen so viele Autoren versammelt hätten - die meisten würden ja sonst nicht viel vom Vormittag sehen.
Prominente Unterstützung erhielten die Autoren u.a. von Julia Louis-Dreyfus, die sich als Mitglied der Schauspieler-Gewerkschaft SAG mit den Streikenden solidarisierte, und Ugly Betty-Star America Ferrera. Talkmaster Jay Leno brachte den demonstrierenden Autoren Donuts. Seine Late-Night-Show am Montag wurde genau wie die seiner Kollegen durch Wiederholungen ersetzt. Daytime-Talkerin Ellen DeGeneres ist gestern aus Solidarität mit ihren Autoren nicht zur Arbeit erschienen. Genauso hat es das Team um Steve Carell von The Office gehalten.
Schwierig ist die gegenwärtige Situation vor allem für die Showrunner von Fernsehserien, die ja in einer doppelten Funktion beschäftigt sind: Als Autor und Produzent. Während sie als Autoren eigentlich streiken müssten, sind sie nach ihren Verträgen verpflichtet, weiter ihren Aufgaben als Produzenten der laufenden Dreharbeiten nachzukommen - und damit die Streiklinien zu durchbrechen.
Die WGA würde es am liebsten sehen, wenn die Showrunner ebenfalls vollständig in den Streik treten würden, denn, so das Kalkül, je weniger Episoden die Produktionsfirmen fertigstellen können, desto schneller werde der Streik Wirkung zeigen. Die Industrie wiederum drängt die Showrunner zur Einhaltung ihrer Verträge, wird es jedoch, so die Einschätzung des Branchenblattes „Variety“, kaum darauf ankommen lassen, tatsächlich arbeitsrechtliche Schritte einzuleiten, sollten die Showrunner - wie gestern u.a. Lindelof und Cuse von Lost - der Arbeit fernbleiben.





















