Du bist hier: Serienjunkies » News »

Star Wars: Andor - Review zu Folge 2

Andor - Review zu Folge 2

Andor - Review zu Folge 2

Nicht eine ganze Woche, sondern lediglich ein paar kurze Augenblicke gilt es zu warten, ehe wir Fans beim Start der neuen Serie Andor bei Disney+ erfahren, wie es auf der dunklen Seite des Universums in der zweiten Episode weitergeht.

Sicherheitsinspektor Syril Karn (Kyle Soller), fest dazu entschlossen, den Mörder zweier seiner Leute auf Morlana One dingfest zu machen, lässt aufgrund der Fragen des Tatverdächtigen nach einem Kenari-Mädchen in der Bar, in deren Nähe es zu dem Vorfall kam, nach einem Mann aus diesem Volk suchen. Insbesondere der eifersüchtige neue Lover von Andors (Diego Luna) ehemaliger Freundin Bix Caleen (Adria Arjona), Timm Karlo (James McArdle) wird hellhörig. Andor gerät mit seiner Ziehmutter Maarva (Fiona Shaw, Killing Eve) aneinander, die stets versucht hat, die Herkunft ihres Adoptivsohnes zu verbergen, nun aber feststellen muss, dass dieser viel zu vielen Leuten davon erzählte.

Erneut erinnert sich dieser in Rückblenden an seine Kindheit auf Kenari, während der er als Junge noch mit dem Namen Kassa (Antonio Vina, Imposters) an einer Erkundungstour eines abgestürzten imperialen Raumschiffes teilnahm, wobei es zu einem für die jungen Leute folgenschweren Zusammenstoß mit einem Überlebenden der Katastrophe kam. Während Syril Karn die Identität des Verdächtigen herausfindet und einen Trupp seiner Leute, allen voran den fanatischen Sergeant Kostik (Alex Ferns, The Irregulars) abkommandiert, mit ihm zusammen nach Ferrix zu fliegen, wappnet sich Andor dafür, von dem Planeten fliehen zu müssen. Hierfür will er schnellstmöglich das erbeutete imperiale Erfassungsgerät zu Geld machen, wozu Bix einen geheimnisvollen Geschäftspartner kontaktiert hat. Dieser trifft in Gestalt eines undurchsichtigen Fremden (Stellan Skarsgard, Chernobyl) auch bald darauf auf Ferrix ein.

Eine deutliche Steigerung

Zwar präsentiert auch die zweite Folge der neuen „Star Wars“-Realserie nicht eben ein riesiges Action-Feuerwerk und macht stattdessen weiterhin deutlich, dass der kosmische Wind, der hier weht, ein völlig anderer ist als in den sonst gewohnten Welten der Jedi und Lichtschwerter, aber die Geschichte nimmt in Folge 2 dennoch deutlich an Fahrt auf.

Ein weiteres Mal fällt die exzellente Besetzung bis in die Nebenrollen auf, allen voran Fiona Shaw als zwar ohne Zweifel ebenfalls eher zwielichtige, aber treusorgende Adoptivmama unseres (Anti-) Helden sowie James McArdle als verräterischer Rivale Cassians in der Gunst von Bix oder Alex Ferns als glühenden Befürworter der neuen imperialen Machthaber, Sergeant Kostik. Und ansonsten werden uns zunehmend die zahlreichen Schattenseiten jener Welten klar, in denen wir bis zum Jahr 2016 vorwiegend heroisch verbrämte, actionreiche und an und für sich eher wenig tiefsinnige Geschichten erlebten. Falls man es bei Andor hauptsächlich darauf angelegt hat, der Geschichte vom Krieg der Sterne in einer weit, weit entfernten Galaxis vor langer Zeit ein gehöriges Maß an Tiefsinn zu verleihen, ist man diesem Ziel hier eine weitere große Etappe nähergekommen. Obwohl man zahlreiche Attribute zu sehen bekommt, die „Star Wars“ von jeher ausgemacht haben, würzt man das Ganze mit einer ordentlichen Prise erdfarbenen, sowohl desillusionierten als auch aufrüttelndem Realismus, der nicht zuletzt zahlreiche Anklänge an unsere ganz reale Wirklichkeit besitzt: Dies war zuvor ansonsten weit eher den Geschichten aus dem Konkurrenzuniversum von Star Trek vorbehalten (das in seinen neuesten Inkarnationen seinerseits zunehmend auf den Faktor Action baut). Verkehrte Welt!

Nicht für jeden Warsler etwas

Obwohl auch andere Kritiker die summa summarum positive Meinung des Rezensenten teilen, ist natürlich festzustellen, dass Andor ganz sicher nicht jedem Fan von „Star Wars“ zusagen wird. Bereits der zugrundeliegende Film (chronologisch besehen die Fortsetzung von Andor), „Rogue One“, der sich am klassischen Söldnerfilm der 60er- und 70er-Jahre wie „Das dreckige Dutzend“ oder „Die Wildgänse kommen“ weit mehr orientierte als an der Artussage oder Professor Joseph Campbells archetypischen Heldenmythen fand bei Weitem nicht nur Freunde in der Fanszene. Doch wenn man nicht immer nur Neuauflagen bereits bekannter Geschichten mit neuen Gesichtern erzählen will, dann gilt es eben, neue Wege zu gehen, auch in einem mittlerweile 45-jährigen Multi-Erfolgsfranchise wie „Star Wars“, das mittlerweile in mancher Hinsicht recht stark eingefahren daherkommt. Und zumindest das gelingt den Machern von Andor um Showrunner Tony Gilroy bisher recht gut, wenngleich sich das Gefühl völliger Befriedigung auch nach Episode 2 noch nicht einstellen mag. Insgesamt gibt es vom Rezensenten jedoch zumindest einen halben Stern mehr als für die vorherige erste Folge. Also Dreieinhalb von fünf.

Jetzt das Angebot von Disney+ entdecken

Aktuelle Lieblingsbeiträge der Leser von Serienjunkies


Disney+: Neue Serien und Filme im September 2022 (Update)

Was hat Disney+ für die Kunden des hauseigenen Streamingdienstes im September zu bieten? Wir verraten es Euch. Zu den Highlights zählen Andor, The Old Man, Wedding Season und Pistol im Serienbereich, aber auch Thor: Love and [mehr]

Von Adam Arndt am Wednesday, 28. September um 17.35 Uhr.

Star Trek 4: Paramount streicht Kelvin-Timeline-Fortsetzung Netflix: Neue Serien und Filme im Oktober 2022 (Update)
Amazon Freevee: Neue Serien und Filme im Oktober 2022 The Rookie - Feds: Review zur Pilotepisode

Impressum & Nutzungsbedingungen | Datenschutz | Kontakt | Streamingcharts | FAQ | Mediadaten | Jobs | Wikipedia | Serienjunkies Merch | Serienjunkies bei Mastodon