Amerikanischen Schauspieler stimmen über Streik ab
Golden Globes gerettet, Oscars in Gefahr.

Jetzt ist es offiziell, die Führung der amerikanischen Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild (SAG) befragt ihre 120.000 Mitglieder, ob die Gewerkschaftsführung in den festgefahrenen Verhandlungen um einen neuen, dreijährigen Tarifvertrag einen Streik ausrufen darf.
Die Befragung wird am 2. Januar mit dem Verschicken der Abstimmungsbögen begonnen, welche bis 23. Januar zurückgesandt werden müssen und dann von einer externen Firma ausgezählt werden. Damit ist klar, dass die Verleihung der Golden Globes am 11. Januar stattfinden kann. Diese waren im letzten Jahr die erste Awardshow, die wegen des Streiks der amerikanischen Autoren - und des damit verbundenen Fernbleibens der sympathisierenden Schauspieler - quasi ins Wasser fiel. Es gab lediglich eine kurze, schlichte Zeremonie, in der die Gewinner verlesen wurden.
Der Zeitplan mit der Befragung erst im Januar wurde laut SAG so gewählt, damit die Schauspieler die schwere Entscheidung nicht über die Feiertage mit sich ausmachen müssen. Außerdem plant die Gewerkschaftsspitze eine Kampagne, um ihre Basis über den bisherigen Verlauf der Verhandlung und die strittigen Punkte zu informieren.
Da am 25. Januar die von der SAG durchgeführten SAG Awards vergeben werden, wird für diesen Tag bzw. auf dieser Plattform die Verkündigung des Ergebnisses der Befragung erwartet. Sollten mehr als 75% der abgegebenen Stimmen einen Streik autorisieren, so kann die Gewerkschaftsführung dieses Mittel zunächst noch für weitere Verhandlungen nutzen - das erklärte Ziel - bevor die Schauspieler dann wirklich in einen Ausstand treten würden.
Akut bedroht von diesem Zeitplan wäre die glamouröse Oscarverleihung, die im kommenden Jahr am 22. Februar stattfinden soll. Sie wäre ein perfektes Ziel für einen Schauspielerboykott.
Die SAG ist die letzte verbliebene Gewerkschaft der amerikanischen Filmindustrie, die sich mit den von der AMPTP nicht auf einen neuen Tarifvertrag einigen konnte. Alle anderen haben einen in die Zukunft weisenden Tarifvertag abgeschlossen, der vor allen Dingen erstmalig diverse Details zu über das Internet vertriebene Produktionen regelt.
Die AMPTP bezog zu den Ankündigungen der SAG-Spitze wie üblich eine kritische Position und warf den Gewerkschaftlern eine verfehlte Verhandlungstaktik mit unrealistischen Zielen vor, wobei vor allem auf die schlechter werdende wirtschaftliche Lage und die anderen Tarifvertragsabschlüsse hingewiesen wurde.





















