Amerikanische Schauspieler mit neuem Tarifvertrag

Seit dem 30. Juni letzten Jahres waren die knapp 120.000 in der amerikanischen Schauspielergewerkschaft Screen Actors Guild (SAG) organisierten Schauspieler ohne gültigen Tarifvertrag für die Arbeit in Network-Primetime- und Filmproduktionen. Seit dieser Zeit verhandelten die Abgesandten der SAG und des Produzentenverbandes Alliance of Motion Picture and Television Producers (AMPTP) erbittert um neue Bedingungen.
Nun sind die Verhandlungen mit einem Kompromiss zum Abschluss gekommen, der von der Gewerkschaftsbasis mit überwältigender Mehrheit angenommen wurde. Der Vertrag trat direkt nach seiner Ratifizierung durch die Gewerkschaftsbasis am 9. Juni in Kraft. Unter ihm steigen die Löhne der Darsteller im ersten Jahr um 3 Prozent, die Beiträge der Produzenten in die Pensionskasse um 0,5 Prozent. Im zweiten Jahr werden die Löhne erneut um 3,5 Prozent steigen. Zudem übernimmt die SAG die Zuständigkeit über Produktionen von Web-Material, das mit Fernsehserien in Zusammenhang steht sowie Webisoden der Sender.
Nach Schätzungen der Produzentenseite steigen die Einnahmen der Gewerkschaftsmitglieder in den kommenden zwei Jahren um insgesamt 105 Millionen US-Dollar. Allerdings wären bereits in den abgelaufenen zwölf Monaten Einnahmen von 100 Millionen Dollar möglich gewesen, wenn der Vertragsdisput schneller beendet worden wäre.
Zu diesem war es gekommen, weil die SAG unter der Führung einer Gruppe von Hardlinern unter Gewerkschaftspräsident Alan Rosenberg stand, die deutlich weitergehendere Zugeständnisse von den Produzenten gefordert hatten. Nachdem die Verhandlungen lange Zeit stagniert hatten, kam es durch Nachwahlen bei der Gewerkschaft zu einem Coup: Eine Gruppe von gemäßigteren Vertretern erhielt eine knappe Mehrheit.
Beide Gruppen hielten zwar die Angebote der Produzenten für ungenügend, die gemäßigtere Gruppe unter dem Namen Unite for Strength drängte jedoch im Licht der schlechten wirtschaftlichen Gesamtsituation auf Vertragssicherheit für ihre Klientel. Zudem lehnten sie einen von den Hardlinern der Gruppe Membership First immer wieder in den Raum gestellten Streik kategorisch ab. Mit mehr als einer Drei-Viertel-Mehrheit stellte sich nun die Gewerkschaftbasis hinter die Gemäßigten.





















