ABC mit neuem Geschäftsmodel: Serien ohne vorspulen

Zu diesem Zweck hat sich das dem Disneykonzern zugehörige Network ABC mit dem Kabelbetreiber Cox Communications Inc. zusammengetan. Möglich wurde der Deal erst nach einer Einigung zwischen ABC und seinen mehr als 200 Affiliates - den Fernsehstationen, die das ABC-Programm landesweit erst zu den Zuschauern bringen.
Diese Affiliates hatten bei einem Ausbau der Onlinestrategie von ABC über ein streaming von Episoden beliebter Fernsehserien wie Desperate Housewives und Lost auf der ABC.com-Seite hinaus Zuschauerrückgänge und damit Einkommenseinbußen für sich selbst befürchtet.
Das nun bekannt gewordene Model sieht vor, dass die Affiliates pro Episode einen dreißigsekündigen Werbespot lokal vermarkten dürfen, während ABC selbst vier bis neun weitere Spots an landesweite Kunden verkauft. So hätte eine derart vermarktete Episode nur zwei bis fünf Minuten Werbung, statt die bei der Fernsehausstrahlung üblichen 17 Minuten.
Bei Feldtests von Cox hätten 93 Prozent der Nutzer die Werbung als akzeptable Gegenleistung für die ansonsten kostenlose Verfügbarkeit der Episoden empfunden.
Zwar möchte man bei Disney und ABC die Menschen am Liebsten über die Fernsehausstrahlung erreichen, trägt mit dem neuen Deal aber der Tatsache Rechnung, dass man den modernen Menschen mit seinem vollen Terminplan eben nicht immer derart bedienen kann. Und dann möchte man ihn eben nicht ganz für eine Serie verlieren, so Disneysprecherin Karen Hobson.
Momentan erreicht Cox Communications Inc. zwar 6 Millionen Kunden, von denen aber nur etwa 3,1 Millionen über eine sogenannte set-top-box verfügen, die ihnen den Zugriff auf VOD erlauben. Und natürlich haben diese Kunden alle generell berits einen kostenpflichtigen Vertrag mit Cox abgeschlossen.
Dies ist nicht der erste VOD Deal eines amerikanischen Networks, aber durch eine prinzipiell landesweite Verbreitung des Anbieters Cox Communications Inc. der weitestgehende. Analysten schätzen, dass binnen einiger Jahre solche digitalen Strategien einem Konzern wie Disney bis zu 5 Prozent des jährlichen Einkommens bei vergleichsweise geringen (Zusatz-)Kosten bringen könnte. Und Disney hat im letzten Steuerjahr 35,5 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet. Und bekanntlich war dieser anstehende Paradigmenwechsel einer der Hauptauslöser des Autorenstreiks.





















