Du bist hier: Serienjunkies » Serien » Navy CIS » Navy CIS 12x21
Navy CIS 12x21

Navy CIS 12x21

Gibbs (Mark Harmon) und Bishop (Emily Wickersham) reisen nach Afghanistan, als sich herausstellt, dass der Mord an einem Marinesoldaten in Washington D.C. mit einer Terrorgruppe in Verbindung steht, die in Übersee einen anderen Soldaten in Geiselhaft hält. Die Mission im Ausland stellt sich in der Folge äußerst gefährlich dar, und so macht Bishop einige harte Erfahrungen im Feldeinsatz. Gibbs zeigt jedoch sein vollsten Vertrauen in die junge Ermittlerin.

DiNozzo (Michael Weatherly) regt sich in der Heimat derweil darüber auf, dass McGee (Sean Murray) als Gesicht des NCIS für die neuen Rekrutierungsbroschüren ausgewählt worden ist.

Das Crime Procedural NCIS befasst sich in seiner neuesten Episode Lost in Translation mal wieder mit einem sehr klassischen Fall der Woche, während einem einzelnen Mitglied des Teams um Gibbs (Mark Harmon) keine besondere persönliche Geschichte zugeschustert wird. Nur zum Ende der Episode versuchen sich die Serienmacher daran, eine kleine Verbindung zwischen einer der Hauptfiguren und der Mission der Ermittler herzustellen. Dieser Plan geht jedoch nur bedingt auf, da besagte Wendung doch ein wenig zu plötzlich kommt und dadurch leider nicht ihr ganzes Potential ausgeschöpft werden kann.

Man merkt gleich, dass ohne eine eher persönliche Note dem Format etwas von seinem Charme abhanden geht. Natürlich werden uns erneut einige sehr amüsante Momentaufnahmen geboten, in denen die sympathischen Figuren miteinander agieren und die bewährte Dynamik zwischen diesen hervorragend greift. Jedoch liegt der Fokus in dieser Episode stark auf den Ermittungen von Gibbs und Co., die bisweilen etwas ermüdend sind und nicht die Spannung generieren können, die sich die Autoren womöglich erhofft hatten. Der gelegentlich Pathos ist hier nicht einmal das größte Problem, vielmehr gelingt es zu selten, auf emotionaler Ebene die richtigen Knöpfe zu drücken. Dabei zeigen die Serienmacher in einigen Szenen durchaus, dass sie dazu eindeutig in der Lage sind.

Fallout

Lost in Translation“ muss man zunächst zugutehalten, dass sich die Episode in der Tat einem sehr wichtigen Thema widmet, welches nicht nur in den USA, sondern weltweit eine gewisse Brisanz in sich trägt. In Konfliktgebieten überall auf der Welt (hier konkret Afghanistan) erklären sich immer wieder Einheimische dazu bereit, den in ihrer Heimat eingesetzten militärischen Streitkräften anderer Nationen zu helfen und zum Beispiel als Übersetzer zu unterstützen. Dadurch bringen sie ihre Familie und sich selbst in große Gefahr, da sie in den Augen von Terrorgruppen den erklärten Erzfeinden behilflich sind, wobei viele von den freiwilligen Helfern nur das Wohl ihrer Mitmenschen in den Krisengebieten im Kopf haben.

Doch am Ende dieser Hilfeleistung bleibt immer die Frage, was mit den Menschen passiert, die ihr eigenes Leben und das ihrer Liebsten aufs Spiel gesetzt haben, um bei der Konfliktlösung eine Hilfe zu sein. Late Night-Host John Oliver bereitete zum Beispiel im Rahmen seiner TV-Sendung „Last Week Tonigh with John Oliver“ diese Problematik hervorragend auf (zu sehen hier), und auch „NCIS“ versucht sich hier daran, die Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken sowie Kritik an den bisherigen Verfahren von Seiten der amerikanischen Regierung mit ausländischen Übersetzern und freiwilligen Helfern zu üben.

Tony (Michael Weatherly) und Bishop (Emily Wickersham) in %26bdquo;Lost in Translation%26ldquo;. © CBS
Tony (Michael Weatherly) und Bishop (Emily Wickersham) in %26bdquo;Lost in Translation%26ldquo;. © CBS

Heavy burden

Man geht hier natürlich etwas zahmer als John Oliver mit dieser Thematik um, dennoch sind sich die Macher hinter „NCIS“ bewusst, dass sie die Beliebtheit ihres Formats für das Ansprechen relevanter politischer Themen nutzen können - was im Grunde sehr löblich ist. Anhand eines jungen Afghanen, der auf der Flucht vor den Taliban und seinem hochgefährlichen Bruder ist, weil er als Übersetzer für die amerikanischen Streitkräfte gearbeitete hatte, präsentiert man ein gutes Beispiel für genau so einen Fall.

Am Ende erwartet uns zwar ein Happy End, das doch recht einfach herbeigeführt wird, und zwischendurch klingt immer wieder ein wenig amerikanischer Pathosgedanke durch, mit dem sich ein jeder selbst arrangieren muss. Im Großen und Ganzen traut man sich aber ein Statement zu, das gerne noch etwas deutlicher hätte ausfallen können. Aber allein der Umstand, dass die Macher klar Stellung beziehen und auf einen Missstand hinweisen wollen, gefällt mir gut. Leider leisten sie sich jedoch an anderen Stellen einige Ausrutscher, mit denen sie sich ein paar Dinge wieder zunichtemachen.

Join or die

Die Darbietung von Rafi Silver als verängstigter Qasim, der sich seinen amerikanischen Kameraden verbunden fühlt, finde ich zunächst sehr gelungen und glaubwürdig. Insbesondere in seinen Szenen mit Bishop (Emily Wickersham) merkt man der Episode an, dass sie durchaus über eine dramatische Tiefe verfügt. So solide ich auch das Zusammenspiel zwischen Emily Wickersham und Silver während des Fluges nach Afghanistan finde, so problematisch ist es wiederum, dass die Autoren zum Ende der Episode den Bogen zu einer sehr tragischen Geschichte in Bishops Leben spannen wollen.

Dieses Element wird für meinen Geschmack zu spät eingeführt, wodurch man Bishops persönlichem Drama einfach nicht genügend Zeit einräumt, um sich richtig zu entfalten. Warum nicht schon viel früher in der Episode den Stein ins Rollen bringen und den Fall der Woche letztendlich wunderbar mit der persönlichen Geschichte eines der Teammitglieder zusammenlaufen lassen? Hier verspielt man meiner Ansicht nach einfach zu viel dramatisches Potential. Mit einer etwas geschickteren Verwebung der verschiedenen Handlungsstränge hätte man bei mir als Zuschauer emotional wohl viel mehr erreichen können. So verpufft das Drama ein wenig, trotz ein paar gelungener Zwischentöne.

Brothers in arms

Auch das Finale mit der Befreiungsaktion von Qasim, der in die Hände seines Bruders gefallen ist, verläuft nicht ganz rund. Gibbs' Plan, Bishop alleine in das Lager hineinzuschicken, ist äußerst gewagt und eigentlich viel zu riskant. Schlussendlich kann die Geiselsituation spielend leicht aufgelöst werden, doch wie sich der Einsatz genau abspielt, bleibt unklar. Hier haben sich die Macher für eine sehr einfache Auflösung der Handlung entschieden, die mehr als einmal etwas eigenartig anmutet. Der dramatische Dialog zuvor zwischen Qasim und seinem manischen Bruder ist auf den ersten Blick ganz ordentlich, erzielt aber nicht den gewünschten Effekt, da Qasims Bruder nicht wirklich interessant gestaltet ist und als eigenständiger Charakter blass bleibt.

Sean Murray als Timothy McGee in %26bdquo;Lost in Translation%26ldquo;. © CBS
Sean Murray als Timothy McGee in %26bdquo;Lost in Translation%26ldquo;. © CBS

A flawless specimen

Die vermeintliche Nebenhandlung von Lost in Translation sorgt derweil für ein paar nette Lacher und charmante Augenblicke. McGee (Sean Murray) schwingt sich zum bad ass der Gruppe auf und wird zum neuen Gesicht der Behörde erklärt - mitsamt Pappaufsteller in Lebensgröße. Tony (Michael Weatherly) kann dies kaum glauben, war er doch immer derjenige, der mit seinem Aussehen und Charisma die Aufmerksamkeit erregt hat. Das Duo McGee und Tony beziehungsweise Murray und Weatherly funktioniert gewohnt prächtig, doch auch andere Nebenfiguren - zum Beispiel Jimmy (Brian Dietzen), der immer zum falschen Zeitpunkt die falschen Sachen über Gibbs sagt - tragen zum sehr soliden Unterhaltungswert dieser Folge bei. Dass das Team Tony letztlich einen verspäteten Aprilscherz gespielt hat, haben einige vielleicht kommen sehen. Tony erfüllt es jedenfalls mit Stolz, dass seinen Kollegen dieser Spaß gelungen ist und auch wir sind so auf unsere Kosten gekommen - zumindest, was den nicht allzu ernsten Teil dieser Episode betrifft.

Fazit

Lost in Translation ist eine ordentliche NCIS-Episode, die trotz eines gelungenen Bezugs zu einem aktuellen Thema jedoch nicht immer vollends überzeugen kann. Gelegentlich vermisst man schlichtweg die Spannung. Hinzu kommt, dass man die Chance verpasst, Bishops Hintergrundgeschichte hinsichtlich eines Übersetzers, den sie während ihrer Zeit in Afghanistan kennengelernt hatte und der ums Leben kam, so einzubauen, dass man am Ende wirklich emotional ergriffen ist. Auf komödiantischer Ebene lässt „Lost in Translation“ unterdessen nicht viel zu wünschen übrig. Ob Rafi Silver, der mir gut gefallen hat, in naher Zukunft noch einmal auftreten wird, nachdem er nun in Diensten des NCIS steht, ist ungewiss. Einen weiteren Auftritt fände ich nicht uninteressant, vor allem, da er und Emily Wickersham über eine gute Chemie miteinander verfügen.

Schauspieler in der Episode Navy CIS 12x21

Darsteller   Rolle
Mark Harmon …………… Leroy Jethro Gibbs
Michael Weatherly …………… Anthony DiNozzo
Pauley Perrette …………… Abby Sciuto
Sean Murray …………… Timothy McGee
Brian Dietzen …………… Jimmy Palmer
Emily Wickersham …………… Ellie Bishop
Rocky Carroll …………… Leon Vance
David McCallum …………… Donald Mallard
John D'Aquino …………… Ken Ashmore
Alanna Ubach …………… NSA Senior Intelligence Analyst Sofia Martinez
Ted King …………… Corporal Daniel Collins
Michael Marc Friedman …………… Gunnery Sgt. Joseph Wilkes
Rafi Silver …………… Qasim Naasir
Gabeen Khan …………… Rasheed Naasir
Dale Pavinski …………… Marine Sergeant Stephen O'Neill
Michael Galante …………… Capt. David Landis
James Sayess …………… Armed Lookout
Alixzandra Dove …………… Yoga Girl

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?