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Lockwood & Co 1x01

Lockwood & Co 1x01

Nach einem abrupten Ende ihrer Ausbildung zur Geisterjägerin flieht Lucy Carlyle nach London, wo sie zwei Teenager kennenlernt, die eine Agentur für paranormale Ermittlungen betreiben.

In einer Parallel-Realität hat sich unsere Welt in gruseliger Weise verändert: Geister und ihr unheilvolles Treiben fallen nicht mehr länger in den Bereich der eher spekulativen Grenzwissenschaften, sondern sind zum offensichtlichen Teil der Wirklichkeit geworden. Ganze Dutzendschaften von Geisterjäger-Agenturen stellen sich der Bedrohung entgegen und setzen dafür größtenteils paranormal begabte Jugendliche ein. Auch die junge Lucy Carlyle (Ruby Stokes, Bridgerton) geht dieser gefährlichen Profession nach, und zwar zusammen mit dem nur wenig älteren Anthony Lockwood (Cameron Chapman in seiner ersten größeren Rolle), der trotz seiner jungen Jahre eine eigene Geisterjagd-Agentur betreibt. Bei einem Auftrag, der sie in ein Spukhaus führt, geraten die beiden in die mörderischen Fänge einer gepeinigten Geisterfrau.

In einer Rückblende wird die von jeher übersinnlich begabte Lucy drei Jahre zuvor von ihrer desillusionierten und herrschsüchtigen Mutter (Sandra Huggett, „Lady Chatterleys Liebhaber“) dazu gezwungen, in der Agentur des labilen Mr. Jacobs (Andrew Woodall, Grantchester) zu arbeiten. Hier wird ihre Mitstreiterin Norrie (Lily Newmark, „A Brixton Tale“) ihre beste Freundin. Während eines Auftrages wird der größte Teil von Lucys Team von einer mächtigen Geistererscheinung getötet, Norrie hingegen fällt in einen Trancezustand, aus dem sie möglicherweise niemals wieder erwachen wird. Als Lucys Mutter aus reiner Geldgier von ihrer Tochter verlangt, vor dem eindeutig für den tragischen Vorfall verantwortlichen Jacobs zu Kreuze zu kriechen, um wieder von ihm eingestellt zu werden, flüchtet das Mädchen nach London. Hier macht sie nach zahlreichen erfolglosen Vorstellungen in renommierten Geisterjagdagenturen die Bekanntschaft von Anthony Lockwood und seinem Freund und Mitarbeiter George (Ali Hadji-Heshmati, Bad Education). Diese machen Lucy nach einer Reihe ziemlich schräger Tests zu einem Teil ihres Teams. Es kommt schließlich zu den Vorfällen in dem Spukhaus, bei denen ihr und ihrem neuen Chef im wahrsten Sinne des Wortes Feuer unter dem Hintern gemacht wird.

Bekannte Vorlage

Auch wenn die Idee zu der neuen Serie vom Film- und Serienmacher Joe Cornish stammt (zu ihm gleich noch einmal mehr), ist nicht er es, der für die Vorlage zu Lockwood & Co verantwortlich zeichnet: Bei dieser nämlich handelt es sich um die fünfbändige, auch in deutscher Übersetzung beim cbj-Verlag erschienene Romanreihe gleichen Titels aus der Feder des vorwiegend für fantastische Kinder- und Jugendliteratur bekannten englischen Autoren Jonathan Stroud. Dieser ist übrigens auch mit seinen Romanreihen um „Bartimäus“ und „Scarlett & Browne“ höchst erfolgreich. Zwar mögen sich die Werke von Jonathan Stroud in Sachen Erfolg nicht ganz an Joanne K. Rowlings „Harry Potter“ messen können, doch entwickelten sich seine mitreißenden Romane zu einem ausgesprochenen Renner sicherlich nicht nur allein bei den jungen Lesern von Mystery-Literatur.

Prominenter Macher

Joe Cornish ist ebenfalls ein bekanntes Gesicht in der britischen Film- und TV-Landschaft, und das nicht allein als Regisseur und Drehbuchautor, sondern auch als Fernsehkomiker: Seine hierzulande nicht gesendete „The Adam and Joe Show“ zusammen mit seinem Kollegen Adam Buxton war bis zum Jahr 2001 im englischen Fernsehen zu sehen.

Sein Debüt als Regisseur und Drehbuchautor erfolgte 2011: Cornish inszenierte den satirischen Alien-Invasionsstreifen „Attack The Block“, in dem feindselige Außerirdische in einem Londoner Problemviertel landen und es dort unter anderem mit der Straßengang des jungen Moses zu tun bekommen. Moses wurde von dem jungen Newcomer John Boyega gespielt, den Fans von „Star Wars“ ab 2015 in der Rolle des Ex-Sturmtrupplers Finn in den drei Prequel-Filmen der Saga wiedersahen. Gegenwärtig arbeitet Joe Cornish gerade an der Fortsetzung seines zum Kultfilm avancierten Debüts, die 2024 herauskommen soll. Die neue Serie Lockwood & Co wurde für Netflix von der Firma Complete Fiction Pictures realisiert, welche Joe Cornish gemeinsam mit seinen langjährigen Freunden Edgar Wright, Nira Park, und Rachael Prior gründete.

Nicht erst seit Wednesday

Natürlich erfreuen sich Mystery-Serien längst nicht erst seit dem riesigen Erfolg der kürzlich ebenfalls bei Netflix veröffentlichten Version von „The Addams Family“, Wednesday größter Beliebtheit. Trotzdem hat man sich einen günstigen Zeitpunkt für die Veröffentlichung der (vorerst) acht Folgen der ersten Staffel von Lockwood & Co ausgesucht: Schließlich ist das Zielpublikum bedingt durch das Wirken der besagten jungen Dame in bester entsprechender Stimmung für weiteren sanften Grusel.

Flotter Auftakt

Natürlich merkt man der Pilotfolge von Lockwood & Co recht deutlich an, welches Alter dieses Zielpublikum besitzt. Ferner werden sie und auch die restliche Serie in ähnlicher Weise Vergleiche mit der erfolgreichen literarischen Vorlage überstehen müssen wie im Fall von „Harry Potter“, „Percy Jackson“ und Konsorten. Als reine Serienepisode betrachtet jedoch gestaltet sie sich von Anfang an rasant und gibt einen schmissigen Kurs vor, der eine wirklich vergnügliche knappe Stunde beschert. Trotz alledem besitzt die Serie einen an und für sich eher pessimistischen Grundton, da das alternative London alles andere als ein erfreulicher Platz ist. Auch sozialkritische Elemente kommen durchaus zum Tragen, wenn Lucy von ihrer Mutter zu ihrer Tätigkeit gezwungen wird, da diese aufgrund persönlicher Nöte auf das Geld angewiesen ist. Für die absolute Höchstnote reicht der Serienpilot nun noch nicht ganz aus, doch vier von fünf geisterhaften Sternen hat er durchaus verdient, erzeugt er doch ohnehin Vorfreude auf die weiteren Folgen und unterstreicht dies mit einem Cliffhanger am Episodenende. Freunde sanft gruseliger Mystery-Unterhaltung werden die Firma Lockwood & Co. sicherlich gern auf ihren Missionen begleiten.

Hier der Serientrailer:

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?