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Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 5x10

Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 5x10

Episode Staffel 5, Episode 10
(Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 5x10)
Deutscher Titel der Episode Die Gnade der Mutter
Titel der Episode im Original Mother's Mercy
Erstausstrahlung der Episode in den USA Sonntag, 14. Juni 2015 (HBO)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland Montag, 29. Juni 2015
Regisseur David Nutter

Im Finale der fünften Staffel von Game of Thrones scheint sich das Blatt für Stannis (Stephen Dillane) zu wenden, jedoch erhält er schon bald eine Hiobsbotschaft nach der nächsten, die seine Pläne durchkreuzen könnten. Trotzdem marschiert er mit seiner Armee in Richtung Winterfell, wo eine gewaltige Schlacht mit den Boltons auf ihn wartet.

Während Ramsay (Iwan Rheon) Stannis auf dem Feld entgegentreten will, wittert Sansa (Sophie Turner) die Möglichkeit, ihrer Gefangenschaft zu entkommen. Brienne (Gwendoline Christie) befindet sich derweil in unmittelbarer Schlagdistanz zu der Stark-Tochter, steht jedoch vor einer schwierigen Entscheidung, was sie als nächstes tun soll.

In Braavos fordert Arya (Maisie Williams) unterdessen Gerechtigkeit für einen alten Freund ein und bekommt endlich die Rache, die sie sich so lange gewünscht hatte. Jedoch wird sie dann für ihre Handeln von Jaqen H'ghar (Tom Wlaschiha) bestraft, der sie vor eine neue Herausforderung stellt.

In Meereen versuchen derweil Tyrion (Peter Dinklage), Jorah (Iain Glen), Daario (Michiel Huisman) und Missandei (Nathalie Emmanuel) einen Plan zu schmieden, wie es ohne Daenerys (Emilia Clarke) weitergehen soll. Diese findet sich andernorts in den hügeligen Regionen von Essos wieder, wo sie jedoch schon bald auf alte Bekannte trifft.

In King's Landing gesteht Cersei (Lena Headey) zur gleichen Zeit einen Teil ihrer Sünden. Der High Sparrow (Jonathan Pryce) entlässt sie aber nicht so einfach zurück in die Red Keep, und so steht Cersei vor einer demütigen Aufgabe, die sie erst bewältigen muss, bevor sie zurück zu ihrem Sohn Tommen (Dean-Charles Chapman) kann. Jaime (Nikolaj Coster-Waldau) verabschiedet sich unterdessen gemeinsam mit Myrcella (Nell Tiger Free) aus Dorne, jedoch kommt es zu einer unerwarteten Entwicklung, bei der Ellaria (Indira Varma) ihre Hände mit im Spiel hatte.

An der Wall in Castle Black sieht es währenddessen eher düster aus. Nachdem sich Sam (John Bradley) mit Gilly (Hannah Murray) in Richtung Oldtown aufmacht, verbleibt Jon (Kit Harington) an der Mauer. Dort ist er bei seinen Männer nicht mehr all zu beliebt, was eine drastische Wendung nach sich zieht.

Mit der Episode Mother's Mercy und dem Ende der fünften Staffel des Fantasydramas Game of Thrones zieht man zwangsläufig sofort ein Fazit, wie diese Staffel im Vergleich mit den vorangegangenen abgeschnitten hat. Und wenn diese Finalepisode eines erneut deutlich gemacht hat, dann das: Die fünfte Staffel hat ganz eindeutig eine Art Übergangsphase dargestellt. Wir bekamen eine ganze Reihe an Episoden präsentiert, die einzig dem Aufbau möglicher künftiger Konflikte dienten, die wir dann mit großer Wahrscheinlichkeit in der kommenden sechsten Staffel zu sehen bekommen werden.

Es ist schon arg auffällig, dass gleich mehrere Handlungsstränge in „Mother's Mercy“ mit einem Cliffhanger enden und dass zahlreiche Charaktere vor nicht vollendete Tatsachen gestellt werden. So kommt in mir als Zuschauer mehr als einmal das Gefühl auf, dass es doch jetzt erst richtig losgeht. Sofort will ich wissen, wie es in den einzelnen Geschichten weitergehen wird. Ganz zu schweigen davon, dass man hier einige Schicksale komplett offen lässt. Manch einer bezeichnet dies als geschickt, andere eher als einen fiesen Trick, mit dem wir Zuschauer auf die Folter gespannt werden und mit dem dafür gesorgt wird, dass wir im nächsten Jahr wieder einschalten.

What is yours by right

Auch wenn es Regisseur David Nutter zusammen mit den Autoren David Benioff und D.B. Weiss oft gelingt, in den richtigen Momenten emotionale Nadelstiche zu setzen und aus einigen Darstellern starke Darbietungen herauszukitzeln: „Mother's Mercy“ muss sich die Kritik gefallen lassen, dass sich im Laufe der Episode nicht immer das Gefühl eines Staffelfinales einstellt. Das mag mitunter auch an der Vorhersehbarkeit einiger Szenen liegen, die einen nicht so überraschend treffen, wie es die Macher sich wahrscheinlich gedacht hatten. Gleichzeitig muss man diesen aber auch zugute halten, dass sie durchaus ein paar kleine Überraschungen aus dem Hut zaubern, die selbst Buchleser unerwartet treffen.

Für die Kenner der Buchvorlage ist dies ein netter kleiner Zusatz, während das Autorenteam andernorts Szenen aus dem Werk von George R.R. Martin eins zu eins übernimmt und so für jene Schockwerte sorgen möchte, die so charakteristisch für die Serie geworden sind. Die Rechnung geht jedoch nur teilweise auf, was vielleicht auch daran liegt, dass „Mother's Mercy“ nicht ganz so rund abläuft wie andere Episoden. Zwar freut man sich über die spannenden Einzelaufnahmen, einige Entwicklungen kommen dann aber doch etwas plötzlich und wortwörtlich wie aus dem Nichts, was für den manche Zuschauer durchaus irritierend sein kann.

Stannis (Stephen Dillane) und Melisandre (Carice van Houten) in %26bdquo;Mother%26#039;s Mercy%26ldquo;. © HBO
Stannis (Stephen Dillane) und Melisandre (Carice van Houten) in %26bdquo;Mother%26#039;s Mercy%26ldquo;. © HBO

Complicated things

Exemplarisch dafür steht der Handlungsstrang um Stannis (Stephen Dillane), der in der vergangenen Episode (The Dance of Dragons) noch seine eigene Tochter opferte, um seiner Misere zu entrinnen und den Feldzug gegen die Boltons fortführen zu können. Das furchtbare Opfer hat sich tatsächlich bezahlt gemacht, denn das Eis schmilzt und die zugeschneiten Wege gen Winterfell öffnen sich wieder für Stannis' Armee, der wiederum selbst schwer gezeichnet von der Entscheidung ist, Shireen (Kerry Ingram) den Flammen übergeben zu haben. Doch wenn man auch nur einen thematischen roten Faden in dieser Episode finden will, dann ist es jener, dass zahlreiche Charaktere die Quittung für ihr Handeln erhalten - ob es nun verdient ist oder nicht.

So erreicht Stannis erst die Botschaft, dass die Hälfte seiner Männer ihn im Stich gelassen haben, nachdem sie mitangesehen haben, was ihr König seiner eigenen Tochter angetan hatte. Die nächste Hiobsbotschaft folgt zugleich, müssen wir doch schockiert feststellen, dass sich Stannis' Frau Selyse (Tara Fitzgerald) erhängt hat - wohl aus Trauer, aber auch aus Wut über sich selbst. Selbst Melisandre (Carice van Houten) hat diese Entwicklungen nicht kommen sehen und wendet sich nun von Stannis ab. Sie lässt den Mann, dem sie einst ein glorreiches Schicksal prophezeit hatte, einfach so im Regen (oder besser: im schmelzenden Schnee) stehen, während dieser erkennt, dass er von allen verlassen wurde.

Your duty

In den Augen vieler Zuschauer ist das nichts anderes als die gerechte Strafe für Stannis. Bisweilen scheint es fast so, als würde auch der finster dreinblickende Thronanwärter genau wissen, dass er nichts anderes verdient hat. Es ist zum einen seine Sturheit, die ihn und seine restliche Armee ins offene Messer der Boltons laufen lässt, zum anderen aber auch sein Glaube daran, dass das Opfer seiner Tochter doch nicht umsonst gewesen sein kann. Stephen Dillanes leerer Gesichtsausdruck spricht Bände, vor allem, als er schwerverletzt am Boden liegt und kurz davor steht, seinem Schöpfer gegenüberzutreten. Für ihn gibt es nichts mehr, für das es sich zu leben lohnt, die eingegangenen Risiken haben sich nicht bezahlt gemacht. Im Gegenteil sogar: Sie haben Stannis auf einem dunklen Pfad geführt, an dessen Ende nur der Tod auf ihn wartet, hier in Form von Brienne (Gwendoline Christie), die endlich ihre Rache für den ermordeten Renly bekommt.

Was an dieser Stelle etwas stört, ist die Zufälligkeit, mit der diese beiden Figuren aufeinandertreffen. Brienne und Podrick (Daniel Portman) haben in der fünften Staffel von Game of Thrones vor allem durch Abwesenheit geglänzt, was eventuell etwas mit Gwendoline Christies Engagement bei einem kleinen Filmprojekt namens „Star Wars: The Force Awakens“ zu tun haben könnte. Dass Stannis nun von ihr hingerichtet wird (auch wenn wir es nicht sehen, die Bilder sprechen eigentlich eine eindeutige Sprache), schließt zwar den Kreis und beendet in gewisser Weise auch die Aufgabe, die sich Brienne selbst einst gestellt hatte. Diese plötzliche Zusammenführung fühlt sich dennoch ein wenig unrund an, weil sie einfach besser hätte aufgebaut werden können.

Last words

Und wenn ich ganz ehrlich bin, hatte ich mir auch etwas mehr von dem Konflikt mit den Boltons erwartet. Die weitläufigen Aufnahmen von den verschiedenen Armeen sorgen zwar für kleine Gänsehautmomente, die Auseinandersetzung beider Lager ist dann jedoch ziemlich schnell wieder beendet. Dies ist aufgrund der zahlenmäßigen Übermacht der Boltons absolut verständlich, der aufgebauschte Kampf zwischen diesen und Stannis verpufft aber recht zügig. Meine persönlichen Erwartungen waren hier einfach etwas höher, auch wenn ich den Weg der Autoren, Stannis hart abzustrafen, nachvollziehen kann. Doch ähnlich wie Stannis bekommt man als Zuschauer hier letztlich das Gefühl, dass vieles in diesem Handlungsstrang umsonst gewesen ist und die Spannung von jetzt auf gleich abfällt. Möglich, dass die Macher genau dies mit dem Versagen Stannis' und seinem Tod bewirken wollten - ob es dramaturgischer Sicht für den Zuschauer aber zufriedenstellend ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Gewohnt beeindruckend ist der logistische Aufwand in den Szenen im hohen Norden von Westeros, sei es der Einsatz von etlichen Komparsen oder aber auch die realistische Getümmel in Winterfell kurz vor der Schlacht der Boltons mit Stannis' Leuten. Dass wir diesen Kampf nicht im Detail zu sehen bekommen, ist gar nicht weiter wild - wenn dies nur ein weiteres Massaker mit soliden Schauwerten gewesen wäre. Diese Zeit ist zum Beispiel in von Winterfell wesentlich besser eingesetzt, sehen wir doch, wie Sansa (Sophie Turner) gemeinsam mit Reek (Alfie Allen) die Flucht aus dem einstigen Sitz der Starks antritt.

Sophie Turner als Sansa in %26bdquo;Mother%26#039;s Mercy%26ldquo;. © HBO
Sophie Turner als Sansa in %26bdquo;Mother%26#039;s Mercy%26ldquo;. © HBO

Leap of faith

Sansa schafft es dank dem Werkzeug, das sie vor einigen Episoden entwendet hatte, ihrer Gefangenschaft zu entkommen und das Notsignal aufzustellen. Brienne übersieht das aber natürlich im letzten Moment, denn die Kriegerin ist mit ihren Gedanken nur bei Stannis. Sansa will sich schnellstmöglich zurück in ihre Gemächer begeben, bevor ihr sadistischer Ehemann vom Schlachtfeld zurückkehrt, rennt dann jedoch in seine nicht weniger sadistische Gespielin Myranda (Charlotte Hope), die von Reek begleitet wird. So unerschrocken Sansa auch ist, Myrandas bedrohliche Worte dürften ihr wohl einen ähnlichen Schauder wie uns Zuschauern über den Rücken jagen. Doch bevor Myranda ihr perverses Folterspielchen beginnen kann, fasst sich Reek ein Herz und stößt sie über die Balustrade. Ramsays Geliebte klatscht nach kurzen Fall unsanft auf dem harten Boden auf und segnet so das Zeitliche.

Dass Sansa Reek beziehungsweise Theon letztlich für ihre Zwecke gewinnen kann, kommt jetzt nicht wirklich überraschend. Der fast schon unfreiwillig komische Tod von Myranda hingegen konnte man in dieser Form nicht unbedingt erwarten. Reek und Sansa treten nun die Flucht an und wagen einen todesmutigen Sprung von der Festungsmauer hinab in den Tiefschnee, bevor Ramsay (Iwan Rheon) Wind davon bekommt, was hier vonstatten gegangen ist. Hier orientiert man sich wiederum sehr an der Buchvorlage und wirft nun die Frage auf, wie es für diese beiden Figuren weitergehen wird. Ähnlich wie der Handlungsstrang um Stannis nimmt auch dieser Teil der Episode plötzlich sehr schnell Tempo auf und wird zu einem vermeintlichen Ende gebracht. Wie es um Sansa und Reek steht, wohin sie genau flüchten wollen (wahrscheinlich in Richtung Wall, wo Jon nach Sansas Informationen zum Lord Commander of the Night's Watch aufgestiegen ist) - diese Fragen lassen die Macher einfach offen.

The wrong life

Es hört sich vielleicht etwas arg kritisch an, wenn ich sage, dass mir die Handlungsstränge in und um Winterfell insgesamt etwas zu gehetzt vorkommen. Bisweilen häufen sich hier die Zufälle, wodurch sich viele Szenen doch eher sehr zweckmäßig als wirklich clever ausgearbeitet anfühlen. Das Ableben von Stannis war nicht unbedingt vorherzusehen, was eine interessante Entscheidung der Macher ist. Komplett zufrieden bin ich aber nicht, da man sehr viel Zeit in Stannis investiert hat und dessen Geschichte dann ein ganz plötzliches Ende nimmt - es sei denn, Brienne hat ihn verschont, was aber nicht wirklich viel Sinn ergeben würde. Einzig der Umstand, dass man Stannis nicht hat sterben sehen, lässt Raum zu Spekulation.

Durchaus deutlicher und auch weniger gehetzt geht es da schon in Braavos zu, wo Arya (Maisie Williams) wie erwartet ihre Rache bekommt. Doch ähnlich wie Stannis muss auch sie einen Preis für ihren Wunsch zahlen. Die Szenen um Meryn Trant (Ian Beattie), der drei junge Mädchen misshandelt, könnten ekelerregender nicht sein. Doch der Blick wandert sofort zu dem letzten Mädchen in der Reihe, dessen Gesicht auffällig verdeckt ist und die mehrere Schläge Trants ohne zu zucken wegsteckt. Natürlich verbirgt sich unter einem anderen Gesicht (das des todkranken Mädchens aus Unbowed; Unbent; Unbroken; Game of Thrones Arya, die Trant erst die Augen aussticht, dann mehrfach mit ihrem Messer attackiert und letztlich kaltblütig die Kehle durchschneidet.

Debt

Arya hat nun eine neue Stufe ihrer Charakterentwicklung erreicht und wirkt dabei wie eine eiskalte Psychopathin, die Vergeltung einfordert - koste es, was es wolle. Dabei entsagt sie dem Many-Faced God, weil sie ihre persönlichen Belange über die Überzeugungen der Faceless Men stellt. Die Szene zwischen ihr und Trant lebt vor allem von einer extrem unangenehmen Spannung, die sich plötzlich entlädt und nicht wenige Zuschauer in Jubelstürme ausbrechen lassen wird, da Arya dem Scheusal Meryn Trant doch Einhalt bietet. Da sie aber die Befehle Jaqens (Tom Wlaschiha) missachtet hat, wird auch sie dafür bestraft. Dabei wird der Handlungsstrang in Braavos um Arya wie bereits zuvor in dieser Staffel seinem oft sehr mysteriösen und gespenstischen Tonfall gerecht, wodurch wiederum neue Spannung generiert wird.

Zunächst könnte man glauben, Arya müsste für das Leben von Meryn Trant mit ihrem eigenen bezahlen. Unerwarteterweise opfert sich dann jedoch Jaqen opfert, was Arya schwer trifft. Doch dies alles ist nur ein Trick, schlüpft Jaqen doch plötzlich in den Körper der Waif (Faye Marsay) und wechselt einfach sein Gesicht. Die Leiche vor Arya trägt mehrere Gesichter, selbst das von Arya, was ihre ängstliche Irritation nur noch wachsen lässt. Da sie sich nicht von ihrem Alter Ego als Arya Stark hat trennen können und die Techniken der Faceless Men schamlos für ihre persönlichen Zwecke missbraucht hat, wird ihr dann das Augenlicht genommen, was ebenfalls sehr gruselig inszeniert wird.

Tom Wlaschiha als Jaqen H%26#039;ghar in %26bdquo;Mother%26#039;s Mercy%26ldquo;. © HBO
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Still someone

Maisie Williams versteht es dabei hervorragend, Aryas Angstzustand glaubhaft zu übermitteln und die gesamte Sequenz umso unheimlicher zu machen. Erneut adaptiert man eine Entwicklung aus den Büchern von George R.R. Martin und ändert diese geschickt ab. Auch hier lässt man die Zuschauerschaft im Ungewissen, wobei dieser Teil der Episode aufgrund seines geheimnisvollen und übernatürlichen Charakters womöglich für viele einen großen Reiz ausstrahlt.

Dies könnte man auch von der Handlung in Dorne behaupten, die mit ihrer letzten Szene eine turbulente Kettenreaktion auslösen könnte. Jaime (Nikolaj Coster-Waldau) macht sich auf den Weg zurück nach King's Landing, gemeinsam mit Myrcella (Nell Tiger Free) und ihrem Verlobten Trystane Martell (Toby Sebastian), die von Doran (Alexander Siddig), Ellaria (Indira Varma) und den Sand Snakes verabschiedet wird. Die anrüchige Abschiedsbemerkung von Tyene (Rosabell Laurenti Sellers) gegenüber Bronn (Jerome Flynn) hätte man sich zwar sparen können, wirkt sie doch beinahe lächerlich, dafür gehen die Macher jedoch an einer anderen Stelle einen sehr gewagten Weg, der einen spannenden Konflikt verspricht.

Beyond our control

Zunächst kommt es zu einem schönen kleinen Gespräch zwischen Jaime und Myrcella, das deutlich macht, wie schade es doch eigentlich ist, dass Nikolaj Coster-Waldau in dieser Staffel so wenig zu tun bekommen hat. Man sieht seiner Figur förmlich an, wie ihm die ganze Last von den Schultern fällt, als Myrcella ihm sagt, dass sie weiß, dass er ihr Vater ist und sie sogar sehr froh darüber ist. Es handelt sich hierbei um einen sehr gelungenen und herzlichen Charaktermoment, der jedoch eine unerwartete Wendung nimmt, als Myrcella plötzlich aus ihrer Nase blutet. Sofort erinnert man sich an Bronn, der ähnliche Symptome zeigte, als er von Tyene vergiftet wurde. Anscheinend reicht eine emotionale Erregung schon aus, was der kurze Vater-Tochter-Moment wohl bewirkt hat, und so bricht Myrcella in den Armen ihres Vaters zusammen - mit großer Wahrscheinlichkeit kurz vor ihrem Ableben.

In Dorne zeigt Ellaria vergleichbare Zeichen einer Vergiftung, und so wird klar, dass sie Myrcella über einen herzhaften Abschiedskuss das Gift eingeflößt hat. Die Sand Snakes waren über diesen Plan im Bilde, und so zeigt sich, dass Ellaria doch nur ihre Fassade gegenüber Doran aufrechterhalten hat, um in dessen Rücken zur Tat zu schreiten. Die Konsequenzen könnten nun fatal sein, denkt man zum Beispiel nur an Trystane. Ellaria sucht den offenen Konflikt mit der Krone, den Doran unbedingt vermeiden wollte. Dies sorgt zumindest für einen Lichtblick hinsichtlich der Handlung in Dorne, welche in Staffel 6 nun neuen Schwung bekommen könnte, den sie doch recht nötig hat. Geglänzt hat man hier nämlich zumeist nur mit der Ausstattung (wie die stilvollen Kostüme der Darsteller abermals zeigen) und den Drehorten, während man sich inhaltlich so einige Schwächen geleistet hat. Letztlich kann es sich nur bessern, wobei es auch ein wenig seltsam anmutet, dass dafür womöglich erst ein Charakter wie Myrcella das Zeitliche segnen muss.

Good fortune

Zusätzlich endet man in Dorne an einem Punkt, an dem man das erste Mal wirklich interessiert daran ist, wie es weitergehen wird - was wiederum bezeichnend für den kompletten Handlungsstrang ist. Dies stellt schon fast eine kleine Parallele zu den Geschehnissen in Meereen dar, wo jedoch wiederum die Figuren funktionieren und wir mitunter die besten Charaktermomente der gesamten Staffel präsentiert bekommen haben. Einzig das Ende von Tyrions (Peter Dinklage) als auch Daenerys (Emilia Clarke) Handlungsstrang ist ein wenig „frustrierend“, da es hier ähnlich wie an vielen anderen Handlungsorten jetzt erst in die Vollen geht.

In Meereen bekommen wir nun eine Art Triumvirat bestehend aus Tyrion, Missandei (Nathalie Emmanuel) und Grey Worm (Jacob Anderson) in Aussicht gestellt, während Jorah (Iain Glen) und Daario (Michiel Huisman) sich auf den Weg machen werden, die vermisste Daenerys aufzuspüren. Das Gespräch unter den Nächsten von Daenerys ist wie so oft stark geschrieben, vor allem Michiel Huisman darf sich hier einmal von seiner besten Seite zeigen, während sein Charakter durch eine sehr schlüssige Argumentation besticht, die man dem nonchalanten Söldner fast gar nicht zugetraut hätte. Auch die visuelle Umsetzung gefällt gut, arrangiert Nutter das Schlussbild im Thronsaal letztlich so, dass Tyrion auf der Treppe zum Thron steht und somit ebenbürtig gegenüber Missandei und Grey Worm ist, wenn nicht sogar ein wenig über den beiden steht.

Jorah (Iain Glen); Tyrion (Peter Dinklage) und Daario (Michiel Huisman) in %26bdquo;Mother%26#039;s Mercy%26ldquo;. © HBO
Jorah (Iain Glen); Tyrion (Peter Dinklage) und Daario (Michiel Huisman) in %26bdquo;Mother%26#039;s Mercy%26ldquo;. © HBO

An ungainly beast

Sehr überrascht bin ich dann jedoch von Varys (Conleth Hill) und dessen plötzlichem Auftritt. Natürlich erfreue ich mich immer wieder über dieses Duo, und auch ihr Dialog, dass Tyrion nun im Endeffekt mit Meereen eine Art King's Landing vor sich hat, indem er die Geschicke abermals leiten muss, ist sehr ansprechend und wunderbar geschrieben. Dass man Varys aber einfach so wieder einführt, nachdem er und Tyrion sehr früh in der Staffel voneinander getrennt wurden, wirkt dann doch ein wenig seltsam. Vorfreude kommt derweil bei der Ausgangssituation für die kommende Staffel auf, mit Tyrion, Missandei und Grey Worm als Anführer der Unsullied an der Spitze von Meereen. Selbst die neue Kombination zwischen Daario und Jorah klingt nicht uninteressant.

Wie es derweil Daenerys ergehen wird, ist wohl eine der spannendsten Fragen für die neuen Folgen im nächsten Jahr, sehen wir sie doch zunächst irgendwo in Essos bei einer Art Rückzugspunkt Drogons, welcher erst einmal seine Wunden lecken muss. Wirklich kontrollieren kann Daenerys ihren Drachen nicht, und so ist sie mitten im Nirgendwo gestrandet, wobei gerade jetzt die Menschen und befreiten Sklaven von Meereen ihre Königin gebrauchen könnten. Man wird sehen müssen, wie schnell es die Mother of Dragons zurück in ihren Herrschaftssitz verschlagen wird, insbesondere nach den abschließenden Bildern um ihre Figur. Wie aus dem Nichts tritt nämlich eine gewaltige Khalasar, abertausende Dothraki-Reiter, auf den Plan und umzingeln Daenerys. Diese Aufnahmen sind durchaus beeindruckend, vor allem vor der sehenswerten Kulisse. Doch auch an dieser Stelle spannt man uns letzten Endes auf die Folter und macht genau dann einen Schnitt, wenn es am aufregendsten wird, was in gewisser Weise ein Markenzeichen der gesamten Episode ist.

Sinner

Dies ist ein Stilmittel, das die Autoren von Game of Thrones immer wieder und sehr gerne anwenden, doch hier treiben sie es mit ihren vielen extrem offenen Enden doch schon fast auf die Spitze. Umso mehr bekommt man den Eindruck, dass die Macher mit der fünften Staffel Vorarbeit für die sechste Staffel leisten wollten, um im nächsten Jahr dann die Ernte einzuholen. Neben dieser Art des Storytellings, die für manche große Spannung bedeutet und für andere wiederum etwas frustrierend sein kann, gesellt sich dann noch die altbekannte „Game of Thrones“-Formel, schockierende Bilder zu präsentieren, die so keiner erwartet hat. Wie bereits erwähnt gelingt dies aber nur zum Teil, da einige Entwicklungen eher weniger subtil vorangetrieben wurden und für viele Zuschauer - ob nun Buchleser oder nicht - absehbar waren.

Dies betrifft vor allem die Handlung um Jon an der Wall, der ich mich gleich widmen möchte. Zunächst soll jedoch Cersei und ihr „Gang der Schande“ Thema sein, der der Darstellerin Lena Headey ihr ganzes Repertoire abverlangt. Nach ihrer zermürbender Haft gesteht Cersei nun nämlich ihre Sünden ein, so zum Beispiel die inszestuöse Beziehung zu ihrem Cousin Lancel. Ihre Beziehung zu Jaime veschweigt sie jedoch weiterhin, was ein gefährliches Spiel ist, steht ihr doch trotz ihrer Abbitte noch eine weitere Anhörung bevor. Mit einer einfachen Beichte ist es jedoch nicht getan, und sie ereilt sie letztendlich die gerechte Strafe, die sie sich verdient hat - zumindest in den Augen der Götter und deren irdischer Vertreter, dem High Sparrow (Jonathan Pryce).

In the eyes of gods and men

In einer schaurigen Szene, in der Nutter hervorragend Licht und Schatten zum Einsatz kommen lässt, wird Cersei zunächst gewaschen und dann geschoren, bevor sie der Bevölkerung von King's Landing vorgeführt wird. Von der Sept of Baelor aus bis hin zur weit entfernten royalen Residenz Red Keep muss sie ihren „Walk of Shame“ antreten, völlig entkleidet und so, wie sie die Götter geschaffen haben. Dieses Ereignis gehört unbestritten zu einer der denkwürdigsten Abschnitte aus der Buchvorlage von George R.R. Martin, der Cerseis inneres Befinden ob dieser entblößenden Zurschaustellung ausgezeichnet auf Papier bannte. In der Serie fehlt uns jetzt natürlich der Blick in die Gedanken von Cersei, die sich im Buch immer wieder Mut zuspricht, für Tommen diese Demütigung durchzustehen und den Spöttern in den dreckigen Straßen der Stadt ihr erhobenes Haupt als Lannister zu zeigen, auch wenn sie ohne ihre güldene Haarpracht und komplett entblößt an ihnen vorbeiziehen muss.

Hier steht und fällt die Grausamkeit dieser Bestrafung mit der Darbietung von Lena Headey, die sich abermals zu einer Hochleistung aufschwingt und einzig über Blicke das wiedergibt, was in den Büchern so detailliert beschrieben wurde. Stolz und fokussiert schreitet Cersei durch die engen Gassen der Stadt, von allen Seiten wird sie beleidigt und unter anderem mit Essensresten beworfen. Zunächst prallen sowohl die Worte als auch Wurfgeschosse an Cersei ab, die ihre Würde wie eine Rüstung trägt. Doch je länger sie marschiert, desto mehr nagen die Kommentare des Publikums an ihr. Sie wird letztlich zur Demut gezwungen und vor den Augen der Bevölkerung gebrochen, sodass man als Zuschauer nur Mitleid empfinden kann, auch wenn Cersei zuvor immer wieder genügend Gründe lieferte, sie zu hassen und zu verachten.

Lena Headey als Cersei Lannister in %26bdquo;Mother%26#039;s Mercy%26ldquo;. © HBO
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Absolution

Es ist eine unbequeme und unangenehme Szene, doch nichts anderes soll sie sein. Erschöpft erreicht Cersei die Red Keep, wo glücklicherweise Tommen der Anblick seiner geschundenen Mutter erspart wird und ihr Onkel Kevan (Ian Gelder) auf sie wartet. Qyburn (Anton Lesser) sorgt sich sogleich um Cersei und präsentiert ihr dabei ein neues Mitglied der königlichen Wache: Ein gewaltiger Hüne, der an den Mountain Gregor Clegane erinnert, welcher noch vor einer Weile in Behandlung von Qyburn war. Dieser stumme Kämpfer ist Cersei fortan zur Treue verpflichtet und wird ihr dabei helfen, sich all ihrer Feinde zu entledigen. Ob Cersei nach ihre öffentlichen Erniedrigung sofort wieder in die Offensive gehen wird oder der stolzen Löwenmutter erst einmal die Zähne gezogen wurden, wird sich noch zeigen müssen.

Auch hier schafft man eine hochinteressante neue Ausgangslage für die weitere Handlung, wobei offen gelassen wird, wie es um Margaery und Loras steht. Für Cerseis Charakter ist dies ein einschneidendes Ereignis, dass ungeahnte Folgen haben könnte. Insbesondere wenn bedenkt, dass Jaime möglicherweise demnächst nach King's Landing zurückkehren wird - wahrscheinlich mit den leblosen Körper von Myrcella in seinen Armen. Cersei wäre dann in der Tat alles genommen, was die Frage aufwirft, ob sie sich mit aller Gewalt das zurückholen wird, was ihr ihre Meinung nach zusteht oder ob die Schmach einfach zu groß war. So bekommen wir hier nicht nur eine starke, extrem würdevolle Darbietung zu sehen, sondern eben auch einen vielversprechenden Vorgeschmack auf all das, was als nächstes in der königlichen Hauptstadt passieren könnte.

The most hated man in Castle Black

Den eigentlichen Schocker dieses Staffelfinals haben sich die Macher jedoch für den Schluss aufgehoben, wobei durchaus darüber diskutiert werden kann, wie überraschend diese Entwicklung wirklich ist. Es handelt sich hierbei um die Handlung an der Wall, in der schon sehr früh in der Staffel immer wieder deutliche Zeichen gemacht wurden, dass eine Katastrophe unvermeidbar ist. Zu Beginn von diesem Handlungsbogen präsentiert man uns ein angenehmes Gespräch zwischen Jon (Kit Harington) und Sam (John Bradley), in dem noch einmal deutlich wird, wie verhasst Jon beim Großteil der Männern der Night's Watch ist. Dabei wirkt diese Unterhaltung gleich in mehrerer Hinsicht wie ein Abschiedsgespräch zwischen diesen beiden Freunden.

Zunächst geht jedoch Sam auf Jon zu und bittet diesen, ihn nach Oldtown zur Citadel zu schicken, wo Sam eine Ausbildung als Maester anstreben möchte. So könnte er Jon besser an der Wall helfen und Gilly und ihr Kind wären auch in Sicherheit. Es handelt sich hier um eine clevere Änderung im Vergleich zu den Büchern, wo Sam von Jon auf diese Reise geschickt wird und anfangs nicht wirklich begeistert von dieser Idee ist. In der Serie vertauscht man einfach die Positionen, was Sam zum einen als Charakter aktiver macht. Andererseits ist dies aber auch ein weiteres, sehr offensichtliches Zeichen, dass Jon nun wirklich auf sich allein gestellt ist.

Traitor

Doch bevor es zu jenem wenig überraschenden Ereignis kommt, muss Jon noch Davos (Liam Cunningham) abschmettern, der für Stannis Hilfe an der Wall sucht. Als plötzlich Melisandre in Castle Black ankommt, stillschweigend und bedrückt, zählt Davos rasch eins und eins zusammen. Sein König ist gescheitert, all die Mühen waren vergebens, selbst Shireen ist tot. Wie es für ihn und Melisandre weitergehen wird, ist komplett offen. Er wird mit Sicherheit die Schuld bei ihr suchen, während es interessant zu sehen sein wird, wie Melisandre damit umgeht, dass ihre Prophezeihungen des Lord of Light sie getäuscht haben und vielleicht doch alles nur fauler Zauber ist.

Auch Jon sieht man ob der Nachricht von Stannis' Niederlage gegen die Boltons die Unzufriedenheit an, als er dann von Olly (Brenock O'Connor) auf den Hof gerufen wird, da man angeblich einen Wildling gefunden hat, der wichtige Informationen bezügliche Jons lange verschollenen Onkel Benjen hat. Wahrscheinlich weiß ein jeder bis auf Jon selbst, dass er hier schnurstracks in eine Falle marschiert. Er findet sich dann von seinen Männern umringt vor einer Art Kreuz aus Holz wieder, auf dem das Wort „Traitor“ (Verräter) steht. Ser Alliser Thorne (Owen Teale) macht den ersten Schritt und rammt Jon einen Dolch in den Magen. Im Namen der Night's Watch greifen ihn mehrere seiner Black Brothers an, doch der letzte Dolchstoß obliegt Olly, in dem Jon stets Potential sah. Doch auch dieser sticht zu, und so liegt Jon letztlich leblos mit weit aufgerissenen Augen im Schnee, der sich langsam rot färbt.

Kit Harington als Jon Snow in %26bdquo;Mother%26#039;s Mercy%26ldquo;. © HBO
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For the Watch

Ich hatte es bereits angesprochen: Dass etwas in diese Richtung passieren musste, war mehr als klar. Von daher kann ich mir auch denken, dass der Effekt von Jons Tod nicht bei allen Zuschauern so gewaltig wie bei anderen Charaktertoden sein wird, da es sich angebahnt hatte. Für die weitere Handlung hat Jons Ableben selbstverständlich große Bedeutung, gehörte doch die von Kit Harington gespielte Figur mit zur eigentlichen Hauptbesetzung. Die Serienmacher David Benioff und D.B. Weiss bleiben so Martins Werk treu, wobei ich kurzzeitig gedacht hatte, sie würden sich gegen dieses drastische Ereignis entscheiden, da Jon ein Stück weit als derjenige etabliert wurde, der der eisigen Bedrohung durch die White Walker als Anführer der Night's Watch das Wasser reichen könnte.

Vielleicht sprießen demnächst ja auch die Fantheorien, ob eventuell Melisandre Jon von den Toten wiedererwecken könnte, doch zum jetzigen Zeitpunkt ist der Bastardsohn von Eddard Stark tot, was durchaus ein mutiger Schritt des Autorenteams ist. Wie sein Vater tat Jon das, was das moralisch Richtige war. Und wie sein Vater musste er dafür mit seinem Leben bezahlen. Die Parallelen sind unverkennbar und abermals werden wir daran erinnert, dass niemand in Game of Thrones sicher ist. Selbst wenn die Figur die vermeintliche Hoffnung im Kampf gegen die wahre Bedrohung für Westeros ist. Wo die vierte Staffel mit ihrer letzten Aufnahme noch ein Gefühl der Aufbruchsstimmung vermittelte, präsentiert man uns jetzt einen eher deprimierenden Schlusspunkt und ein Finalbild, das viele Fans so schnell nicht vergessen werden.

Fazit

Die Episode Mother's Mercy stellt den Abschluss einer insgesamt ordentlichen fünften Staffel von Game of Thrones dar, die vor allem in ihrer Mitte und kurz vor dem Ende noch einmal die großen Stärken des Formats ausspielen konnte. Dabei fühlt sich „Mother's Mercy“ nur teilweise wie ein richtiges Staffelfinale, sondern vielmehr wie ein kleiner Zwischenstopp an, bevor es nun wirklich spannend wird. Dies ist schon fast ein wenig symptomatisch für die gesamte Staffel, welche immer wieder neue Konflikte etablierte, in der es aber auch oft an einer vollends packenden Ausführung mangelte.

Es wird sich zeigen müssen, inwiefern diese Vorarbeit für die sechste Staffel Früchte tragen wird. Die Ausgangslage ist vielerorts spannender als jemals zuvor, lassen etliche offene Enden doch sehr viel Raum für Spekulationen. In der Finalepisode überzeugte abermals die herausragende Lena Headey als auch die Handlung in Meereen, was als Paradebeispiel dafür dient, wie die Macher verschiedenen Charaktere zusammengeführt haben und welche Vorteile dieser frische Wind für eine Serie haben kann. Während Arya in Braavos losgelöst von allen anderen Geschichten aufgrund des großen Mysteriums um die Faceless Men genug Spannung für den weiteren Verlauf generiert, müssen die Macher in Dorne noch einmal Hand anlegen. Mit den Ereignissen in „Mother's Mercy“ besteht nun zumindest die Möglichkeit, dass dieser Handlungsstrang etwas relevanter als noch zuvor werden könnte.

Persönlich enttäuscht bin ich von der Handlung um Stannis im Norden von Westeros, die für meinen Geschmack doch etwas zu plötzlich ein Ende gefunden hat. Eventuell möchte man nun Brienne mit Sansa zusammenführen, wodurch erstere vielleicht wieder etwas mehr zu tun bekommen könnte, was wünschenswert wäre. Der große Schockmoment an der Wall funktionierte für mich weniger als ein solcher, da der Aufbau dahin alles andere als subtil war, sondern viel eher als spannende Fragestellung, was uns nun ohne Jon im Kampf gegen die White Walker erwarten wird. Die Verantwortlichen lassen mit ihrem Finale der fünften Staffel von Game of Thrones sehr viel in der Schwebe, was automatisch die Erwartungen bei der Zuschauerschaft schürt. Nun heißt es abwarten, ob man diesen in der sechsten Staffel dann auch gerecht werden kann.

In eigener Sache: Wie immer möchte ich mich am Ende einer Staffel für die rege Beteiligung an der Diskussion der einzelnen Episoden durch die vielen Leser unserer Seite bedanken. In den Kommentaren unter meinen Kritik ging es stets sehr lebhaft zu und es war sicher nicht nur für mich interessant, die verschiedensten Denkansätze und Meinungen zur fünften Staffel von Game of Thrones zu lesen. Vielen Dank dafür und weiterhin viel Spaß beim Diskutieren.

Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 5x10 Trailer

Schauspieler in der Episode Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 5x10

Darsteller   Rolle
Peter Dinklage …………… Tyrion Lannister
Nikolaj Coster-Waldau …………… Jaime Lannister
Lena Headey …………… Cersei Lannister
Emilia Clarke …………… Daenerys Targaryen
Kit Harington …………… Jon Snow
Maisie Williams …………… Arya Stark
Sophie Turner …………… Sansa Stark
Alfie Allen …………… Theon Greyjoy
Iain Glen …………… Jorah Mormont
Stephen Dillane …………… Stannis Baratheon
Liam Cunningham …………… Davos Seaworth
Carice van Houten …………… Melisandre (as Carice Van Houten)
Indira Varma …………… Ellaria Sand
John Bradley …………… Samwell Tarly
Hannah Murray …………… Gilly
Nathalie Emmanuel …………… Missandei
Michiel Huisman …………… Daario Naharis
Conleth Hill …………… Lord Varys
Jerome Flynn …………… Bronn
Iwan Rheon …………… Ramsay Bolton
Gwendoline Christie …………… Brienne of Tarth
Tom Wlaschiha …………… Jaqen H'ghar
Jonathan Pryce …………… High Sparrow
Owen Teale …………… Alliser Thorne
Tara Fitzgerald …………… Selyse Baratheon
Ian Beattie …………… Meryn Trant
Anton Lesser …………… Qyburn
Julian Glover …………… Grand Maester Pycelle
Alexander Siddig …………… Doran Martell
Jacob Anderson …………… Grey Worm
Daniel Portman …………… Podrick Payne
Faye Marsay …………… The Waif
Deobia Oparei …………… Areo Hotah (as DeObia Oparei)
Keisha Castle-Hughes …………… Obara Sand
Rosabell Laurenti Sellers …………… Tyene Sand
Jessica Henwick …………… Nymeria Sand
Brenock O'Connor …………… Olly
Charlotte Hope …………… Myranda
Ian Gelder …………… Kevan Lannister
Nell Tiger Free …………… Myrcella Baratheon
Toby Sebastian …………… Trystane Martell
Hannah Waddingham …………… Septa Unella
Hafþór Júlíus Björnsson …………… Gregor 'The Mountain' Clegane
Brian Fortune …………… Othell Yarwyck
Michael Condron …………… Bowen Marsh
Nigel O'Neill …………… Baratheon General
Maggie Hayes …………… Septa Moelle
Mary Jordan …………… Septa Scolera
Hattie Gotobed …………… Ghita
Ella Tweed …………… Brothel Child #1
Isabelle Jones …………… Brothel Child #2
David Fennelly …………… Baratheon Soldier #1
Jason McLaughlin …………… Baratheon Soldier #2
Tristan McConnell …………… Gordy
Laurence O'Fuarain …………… Simpson
Ralph Clemente …………… Woodcutter (as Ralph R. Clemente)
Anthony John Crocker …………… King's Landing Drunkard
Kirsty Nicholls …………… King's Landing Whore
Munro Graham …………… King's Landing Flasher #1
Ben Kelly …………… King's Landing Flasher #2
Rebecca Van Cleave …………… Cersei Body Double
James Bleakney …………… Baratheon Soldier
Graeme Peacock …………… Baratheon Soldier

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?