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Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4x07

Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4x07

Tyrion (Peter Dinklage) bittet seinen Bruder Jaime (Nikolaj Coster-Waldau) darum, den Glauben an ihn noch nicht komplett aufzugeben.

Während The Hound (Rory McCann) weiter mit der immer tödlicher werdenden Arya Stark (Maisie Williams) durch die Lande zieht, metzelt The Mountain (Haftor Julius Björnsson) erneut Unschuldige nieder.

Im Osten beruft sich Daario Naharis (Michiel Huisman) unterdessen ebenfalls auf seinen Wert als Krieger und bietet Dany (Emilia Clarke) seine Kampfkünste an, um deren Regierungsprobleme mit Waffengewalt zu lösen.

Gewalttätig wird es gleichzeitig auch in der Eyrie, wo sich Sansa Stark (Sophie Turner) mit den Machenschaften Littlefingers (Aidan Gillen) sowie ihrer eifersüchtigen Tante Lysa Arryn (Kate Dickie) auseinandersetzen muss.

Auf Dragonstone werden ebenfalls dunkle Pläne geschmiedet und Melisandre (Carice van Houten) weiht nun auch Stannis' Frau Selyse (Tara Fitzgerald) in die mysteriösen Pläne des Lord of Light ein.

Etwa in der Mitte der aktuellen Episode Mockingbird, der siebten Episode von HBOs Game of Thrones, gibt Knappe Podrick eine kurze, aber entscheidende Aussage gegenüber seiner Begleiterin Brienne ab. „Lord Tyrion hat immer sicher gestellt, dass ich weiß, welches Haus welches andere Haus heiratet und wer wen hasst.“ Wissen, das in Westeros überlebenswichtig sein kann. Tatsächlich scheint der Hass und die Kenntnis seiner Wurzeln in der immer düsterer werdenden Welt von „Game of Thrones“ tatsächlich das entscheidende Motiv zu sein. Hass ist es, der die Figuren auf einer Seite in tödliche Gefahr bringt, auf der anderen Seite allerdings auch für unerwartete Hilfe sorgen kann. Für Liebe scheint in dieser Welt, die aus dem Gleichgewicht geraten ist, nur am Rande Platz zu sein.

Ankunft eines Giganten

In King's Landing manifestiert sich Cerseis Hass für ihren Bruder Tyrion in der Gestalt von Gregor Clegane. Fast leichtfüßig und mit einem zufriedenen Grinsen begrüßt die Queen Regent (Lena Headey) ihren Champion und lässt sich dabei auch von herumliegenden Eingeweiden der Opfer des muskelbepackten Schlächters nicht irritieren. Als wäre die imposante Erscheinung des isländischen Darstellers Hafthor Julius Bjornsson (für die aktuelle Staffel neu besetzt) dabei nicht genug, präsentiert ihn die Kamera in einer tollen Einstellung aus extremer Untersicht, wodurch der angsteinflößende Hüne sogar die hinter im liegende Mauer überragt.

Wer sich diesem Monster entgegenstellen wird, das ist die große Frage, die sich Tyrion (Peter Dinklage) nun stellen muss. Der konnte sich zuvor zwar vor einem großen Publikum seinen Frust von der Seele reden, realisiert nun allerdings immer stärker, dass er tatsächlich mit dem Rücken zur Wand steht. Ähnlich wie Cersei zuvor mit drei zielgerichteten Gesprächen den Tod ihres Bruder besiegeln wollte, versucht der nun mit geschickten Argumenten, die Chance auf sein Überleben zu erhöhen.

In den Gesprächen mit Jaime (Nikolaj Coster-Waldau) und nachfolgend Bronn (Jerome Flynn) ist es dabei besonders schmerzlich anzusehen, wie Tyrion eingestehen muss, dass es selbst für die wenigen Menschen, die ihm noch wohlgesonnen sind, wenige Argumente gibt, in diesem Fall an seiner Seite zu stehen. An Jaimes Liebe zu seinem Bruder müssen wir als Zuschauer kaum noch Zweifeln, und man mag ihm sogar glauben, dass er sich mit seiner gesunden Schwerthand für den Angeklagten eingesetzt hätte. Letztlich ist es aber der nun gut situierte Bronn, der die Worte ausspricht, die Jaime zuvor nicht über die Lippen kommen wollen: „Ich mag dich! Aber mich mag ich einfach mehr.

Wo die Liebe für ein bestimmtes Opfer nicht ausreicht, tritt Hass als Motivation auf die Tagesordnung. Auch wenn sich in diesem Fall natürlich argumentieren lässt, dass Prince Oberyns Hass auf die Lannisters auf der Liebe für seine getötete Schwester fußt. Das emotionale Gespräch zwischen Oberyn (Pedro Pascal) und Tyrion markiert dabei klar den Höhepunkt der aktuellen Episode und zeigt wieder einmal, was in dieser Serie passieren kann, wenn geschliffene Dialoge, ein wunderbarer Score und herausragende Darsteller aufeinandertreffen. Tyrions unterdrückter Freudenschrei, als Oberyn sich zu seinem Champion erklärt, dürfte dabei bei einigen Zuschauern sicherlich deutlich lauter ausgefallen sein.

Eine Welt aus der Balance

Bei den weiteren Streifzügen, die die Macher von Game of Thrones in der aktuellen Episode Mockingbird durch die Ländereien von Westeros und Essos begehen, sticht (im wahrsten Sinne des Wortes) in diesem Fall das Geschehen rund um Arya (Maisie Williams) und den zweiten Clegane Bruder (Rory McCann) heraus. Erneut wird die Dualität von Liebe und Hass beziehungsweise Gut und Böse verhandelt, wobei insbesondere im Gespräch mit dem sterbenden Bauer deutlich wird, wie sehr Arya die nihilistische Weltsicht ihres Begleiters immer mehr zu ihrer eigenen Macht („Nichts ist einfach Nichts!“).

Der Mord am dümmlichen Möchtergern-Kopfgeldjäger unterstreicht diesen Punkt noch einmal, auch wenn sich die Autoren nachfolgend direkt darum bemühen, die Hoffnung auf die Wiederherstellung einer fehlenden Balance zwischen Gut und Böse wiederherzustellen. Wenn der Hound über die traumatischen Geschehnisse seiner Verbrennungen spricht, scheinen sowohl Arya als auch der Zuschauer zum ersten Mal hinter die Fassade des rauen Kriegers blicken zu können. Ähnlich wie im Fall von Tyrion oder auch Littlefinger wird wieder einmal deutlich, dass wir es in Game of Thrones mit Figuren zu tun haben, deren Handeln nie ohne Rücksicht auf deren Vergangenheit betrachtet werden kann. Es sind eben jene Momente, in der die umfangreichen Hintergrundgeschichten, die immer wieder in das Geschehen eingewoben werden, die emotionale Stärke einer Sequenz deutlich steigern können.

Priester und Bäcker

Die kurzen Ausflüge nach Castle Black, Dragonstone und auf die Kings Road haben in der aktuellen Episode wenig emotionale Höhepunkte zu bieten und müssen wohl vorrangig als notwendige Exposition angesehen werden. Während Jon Snow (Kit Harington) in Castle Black weiter auf den Widerstand des Lord Commander der Nights Watch trifft, was die mögliche Abwehr der Wildlings durch eine Versiegelung des Tunnels verhindert, machen sich Melisandre (Carice van Houten) und Selyse (Tara Fitzgerald) bereit für einen mysteriösen Trip. Dass sich die rote Magierin dabei von ihrer Königin bedienen lässt, zeigt erneut das wahre Machtverhältnis auf Dragonstone an. Inwiefern dies noch Tochter Shireen zum Verhängnis werden könnte, muss wohl abgewartet werden.

Als schönen Fanservice darf man das Aufeinandertreffen zwischen Brienne und Podrick mit Bäckerlehrling Hot Pie bewerten. Neben einer humorvollen Auflockerung stand allerdings wohl auch hier im Vordergrund, den Figuren ein Ziel zuzuweisen. Und auch wenn die gute Chemie zwischen Daniel Portman und Gwendoline Christie immer wieder für einen Lacher gut ist, muss man für die kommenden Episoden doch auf einen ereignisreicheren Handlungsstrang hoffen.

Schaumige Intrigen

Schwerter, Drachen, nackte Brüste und Intrigen: Für Außenstehende kann Game of Thrones auf den ersten Blick durchaus schon einmal wie ein Groschenroman in Fantasyform erscheinen. Und auch wenn die HBO-Serie mit cleveren politischen Metaphern und vielschichtig gezeichneten Figuren zumeist genau das Gegenteil ist, so muss man auch als Fan doch zugeben, dass die Serie nicht frei ist von „soapigen“ Faktoren.

So zum einen zu sehen in der aktuellen Episode, als die sonst so kontrollierte Herrscherin Dany (Emilia Clarke) keine Lust mehr hat, den Avancen des gutgebauten Daario (Michiel Huisman) weiter zu widerstehen. Als am nächsten Morgen plötzlich Kandidat Nr. 2 an der Tür steht und den nächtlichen Besucher überrascht erblickt, fühlt man sich für einen kurzen Moment an die Zufälle einer handelsübliche Seifenoper erinnert. Die Kurve kriegen die Autoren mit der folgenden interessanten Auseinandersetzung zwischen Dany und Jorah Mormont (Iain Glen). Während die Frage nach Gerechtigkeit und Gnade weiter im Mittelpunkt des Handels der neuen Königin von Mereen steht, beweist sie mit ihrem Umgang der Situation in Yunkai nicht nur diplomatisches Geschick. Das Grinsen auf dem Gesicht des ehemaligen Ritters bestätigt: Er ist genau wie Daario nur Wachs in ihren Händen.

Mit dem Finale der Episode wird der Soap-Faktor von Mockingbird noch einmal deutlich in die Höhe geschraubt. Dies liegt dabei diesmal nicht nur am immer leicht aufgesetzten Spiel von Aidan Gillen als schmieriger Intrigant Littlefinger, sondern natürlich auch an der Darstellung der folgenreichen Geschehnisse. Während das Setdesign der Eyrie wieder einmal nur als beeindruckend zu beschreiben ist und auch Sansas „Ausflug“ nach Winterfell treffend inszeniert ist, dürften selbst unaufmerksame Zuschauer erahnt haben, dass die oft genannte Moon Door schon bald zum Einsatz kommen wird. Der Eindruck, den der Tod von Lysa Arryn (Kate Dickie) hinterlässt, hält sich dementsprechend auch in engen Grenzen. Es ist die Neugier nach Littlefingers wahren Motiven, die dem Handlungsbogen weiter seine Spannung verleiht.

Fazit

Mit Mockingbird greifen die Autoren wieder einmal eine extrem große Anzahl an Handlungssträngen auf. Und auch wenn sie gewohnt gekonnt mit diesen jonglieren, lassen sich einige von ihnen doch klar als reine Exposition outen. Es sind diese Stellen, an der man der Serie anmerkt, dass sie sich doch nie komplett von ihrer literarischen Vorlage emanzipieren können wird.

Trotz allem verwebt auch die siebte Episode der vierten Staffel die wichtigsten Motive der Show gekonnt miteinander und beeindruckt auch dann noch mit seinem grandiosen Produktionsdesign, wenn der ein oder andere Handlungsbogen ein wenig auf der Stelle tritt. Die soapigen Anleihen der aktuellen Episode sind kaum zu verleugnen, werden aber durch zahlreiche starke Charaktermomente aufgehoben, welche weiter die Vielschichtigkeit der Serie unter Beweis stellen.

Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4x07 Trailer

Schauspieler in der Episode Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4x07

Darsteller   Rolle
Peter Dinklage …………… Tyrion Lannister
Nikolaj Coster-Waldau …………… Jaime Lannister
Lena Headey …………… Cersei Lannister
Emilia Clarke …………… Daenerys Targaryen
Kit Harington …………… Jon Snow
Aidan Gillen …………… Petyr 'Littlefinger' Baelish
Sophie Turner …………… Sansa Stark
Maisie Williams …………… Arya Stark
Rory McCann …………… Sandor 'The Hound' Clegane
Iain Glen …………… Jorah Mormont
Carice van Houten …………… Melisandre (as Carice Van Houten)
John Bradley …………… Samwell Tarly
Gwendoline Christie …………… Brienne of Tarth
Jerome Flynn …………… Bronn
Pedro Pascal …………… Oberyn Martell
Michiel Huisman …………… Daario Naharis
Owen Teale …………… Alliser Thorne
Tara Fitzgerald …………… Selyse Baratheon
Kate Dickie …………… Lysa Arryn
Dominic Carter …………… Janos Slynt
Barry McGovern …………… Dying Man
Mark Stanley …………… Grenn
Ben Crompton …………… Eddison Tollett
Josef Altin …………… Pypar
Daniel Portman …………… Podrick Payne
Lino Facioli …………… Robin Arryn
Brenock O'Connor …………… Olly
Andy Beckwith …………… Rorge
Ben Hawkey …………… Hot Pie
Hafþór Júlíus Björnsson …………… Gregor 'The Mountain' Clegane
Brian Fortune …………… Othell Yarwyck
Gerard Jordan …………… Biter
Marko Jelic …………… Prisoner
Frédéric André …………… Knight
Phelim Kelly …………… Inn Customer
Michael Stuart …………… Night's Watch Officer

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