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Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4x06

Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4x06

Yara Greyjoy (Gemma Whelan) das Leben des geschundenen und verstümmelten Bruders Theon (Alfie Allen) noch nicht aufgegeben und erreicht mit einem Trupp Männern das Festland im Norden von Westeros. Hier fordert sie von den Boltons die Freilassung von Theon, jedoch gibt Ramsay Snow (Iwan Rheon) seinen Gefangenen nicht so schnell preis.

Auch Stannis Baratheon (Stephen Dillane) denkt derweil nicht ans Aufgeben. Gemeinsam mit seiner rechten Hand Davos (Liam Cunningham) reist er nach Bravos, um sich die Untersützung der Iron Bank zu sichern und seinen Anspruch auf den Iron Throne zu untermauern.

In King's Landing findet sich unterdessen der Rat des neuen Königs Tommen unter dessen Großvater Tywin Lannister (Charles Dance) ein. Auf dessen Agenda steht unter anderem Daenerys Targaryen (Emilia Clarke), die sich von einer Eroberin zu einer Regentin entwickelt zu haben scheint. Aber auch die Verhandlung gegen Tyrion (Peter Dinklage), dem weiterhin der Mord am ehemaligen König Joffrey vorgeworfen wird, ist ein großes Thema.

Mit der aktuellen Episode The Laws of Gods and Men rückt Game of Thrones erneut das Thema der Macht in den Mittelpunkt. Während in der letzten Woche insbesondere die persönliche Machtausübung in Form von Gewalt im Fokus stand, dreht sich in Folge sechs der vierten Staffel beinahe alles um politische Auseinandersetzungen. Thematisch dicht werden dabei die Handlungsstränge zu einer wieder einmal hervorragenden Stunde Fernsehen verwoben, in der sich die Macher auch mit Parallelen zu realen Geschehnissen nicht zurückhalten.

Kredite für Kriege

Was bereits mit der Ergänzung im Vorspann angedeutet wird, darf vom Zuschauer gleich in der ersten Szene von The Laws of Gods and Men bewundert werden. Beeindruckt vom riesigen Titan, der über die Stadt wacht, segeln Stannis (Stephen Dillane) und Davos (Liam Cunningham) in den Hafen von Braavos ein, um endlich bei der oft genannten, aber bisher nie gesehenen Iron Bank vorzusprechen. Deren Mitglieder machen sich offenbar recht wenig aus hohem Besuch und lassen den selbsternannten Herrscher der sieben Königreiche erst einmal in ihrer Wartehalle schmoren. Wie in der Realität manifestiert sich die Macht der Banken dabei auch in Essos durch repräsentative Prunkbauten, wobei sich Regisseur Alik Sakharov durch weite Kameraeinstellungen zusätzlich alle Mühe gibt, den Anwärter auf den Thron und dessen Begleiter eher als kleine Bettler denn als mächtige Herrscher erscheinen zu lassen.

Dieser Attitüde bleibt auch der Vertreter der Iron Bank (Mark Gatiss) treu, der sich zwar Stannis' Ersuchen annimmt, allerdings vorerst aus rein ökonomischer Sicht ablehnen muss. Eine überraschende Entscheidung für einen konservativen Herrscher wie Stannis, aber auch eine interessante Entwicklung der Serie insgesamt. Schließlich waren es nicht nur die Herrscher von Westeros, sondern auch das Publikum von Game of Thrones, die sich in den vergangenen drei Staffeln der Show an den monarchischen Regeln der Thronfolge orientierten, welche lange Zeit die Spielregeln in der Welt von George R. R. Martin vorgaben. Die aktive Einmischung einer neuen Partei, die sich nach dem vehementen Einsatz für seinen König offenbar doch auf die Seite der Männer von Dragonstone schlägt, dürfte dabei für frischen Wind im Kampf um den Thron sorgen. Dessen Ende ist, wie Davos korrekt betont, definitiv weit entfernt.

Der Tod des Theon Greyjoy

Dass Westeros tatsächlich alles andere als ein friedvolles Königreich ist, untermauert die Episode erneut in der folgenden Sequenz. So feiert endlich Ironborn-Prinzessin Yara (Gemma Whelan) ihre Rückkehr, wobei die Macher inszenatorisch dort anschließen, wo die Figur am Ende der dritten Staffel angekommen war. Mit einer Parallelmontage von Yaras kriegerischer Rede und Ramsays nächtlichem Vergnügen wird das kurz darauf folgende Aufeinandertreffen der Greyjoy-Erbin und des Bolton-Bastards vorweggenommen. Das Ergebnis der Befreiungsaktion bleibt letztendlich allerdings nicht nur für Yara, sondern auch für den Zuschauer ein wenig ernüchternd. Damit ist die kurze Actionsequenz mehr auflockerndes Geplänkel als beeindruckende choreografierte Action, wie wir sie zuvor so oft in Game of Thrones gesehen haben.

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass wohl niemand in Westeros die Methode von „Zuckerbrot und Peitsche“ so gut einzusetzen weiß - ebenso werden Ramsay Snow (Iwan Rheon) und Theon Greyjoy (Alfie Allen) offenbar in bester Darth-Vader-Manier kaum noch von der dunklen Seite zu trennen sein.

Befreier oder Besatzer?

In Meeren bemüht sich Daenerys Targaryen (Emilia Clarke), wie zuvor angekündigt, darum, erste Lektionen in der politischen Verwaltung ihrer eroberten Gebiete zu absolvieren. Dabei erleben wir erneut, dass Ziegen scheinbar zu den Lieblingssnacks ihrer Drachenkinder gehören, was überraschende Folgen für einen ortsansässigen Hirten hat. Dass der politische Alltag allerdings nicht nur aus der Kompensation einiger Ziegen besteht, muss sie lernen, als ein Sohn einer der gekreuzigten Sklavenherrscher um die Möglichkeit bittet, seinen getöteten Vater nach den traditionellen Ritualen zu beerdigen.

Es sind Szenen, bei denen man sich unweigerlich an amerikanische Kriegseinsätze im Irak und in Afghanistan erinnert fühlt und die Grenze zwischen TV-Fantasy und politischer Realität plötzlich zu verschwimmen droht. Auch wenn Besucher von Daenys neuem Thronraum die Herrscherin als ihre Königin betiteln, gibt es eben jene, die in ihr eine Befreierin sehen und jene, die sie vielleicht eher als Besatzerin bezeichnen würden. Eine Besatzerin mit einer bizarren Menge an Titeln, wie der zum Schmunzeln anregende Anfang dieser Sequenz zeigt. Ein Fakt, der als Formalie angesehen werden kann, der allerdings auch als Verbindung zwischen Daeny und ihren eigentlichen Feinden auf Westeros interpretiert werden darf. Schließlich übertrumpft die Mutter der Drachen in Sachen wenig aussagekräftiger Titel sogar noch Stannis und Tommen, die in der aktuellen Folge ebenfalls nicht müde werden, ihren Machtanspruch mit ebenjenen zu untermauern.

Law and Order: Westeros

Auch in King's Landing wendet man sich nach den Wirrungen der letzten Wochen wieder mehr oder weniger dem politischen Alltagsgeschäft zu. So sehen wir erstmals nach Tommens Krönung das neue small council inklusive zweier Neuzugänge zusammentreffen. Parallel zur Meeren-Sequenz sind es dabei auch in King's Landing ehemalige (Fehl-)Entscheidungen, die nun und in Zukunft gravierende Konsequenzen zu haben drohen.

So wird man sich auf der einen Seite langsam, aber sicher der Gefahr bewusst, die durch eine Armee von Unsullied und drei wachsenden Drachen im Osten droht. Andererseits strapaziert Tywin (Charles Dance) weiter die Beziehungen zwischen der Krone und der Iron Bank, als er das empfohlene Kopfgeld auf den Hound spontan verdoppelt. Und auch die plötzliche Faszination Varys' (Conleth Hill) für den Thron, wie sie im nachfolgenden Gespräch mit Oberyn (Pedro Pascal) angedeutet wird, dürfte in Zukunft nicht unbedingt für weniger politische Komplikationen sorgen.

Ehemalige Taten und insbesondere Worte sind es auch, die im großen Finale der Episode schließlich Tyrion (Peter Dinklage) zum Verhängnis werden. Im besten Stile eines modernen courtroom Dramas inszeniert, schrumpft mit jedem Zeugen die Hoffnung auf ein faires Urteil für den angeblichen Mörder des ehemaligen Königs. Auch wenn natürlich Maester Pycelles (Julian Glover) erdachte Lobpreisungen über den verstorbenen Joffrey sogar bei den Richtern für ungläubiges Staunen sorgen, ist es dabei für Tyrion und auch für den Zuschauer besonders schmerzhaft, wie die tatsächlichen Taten des Angeklagten schließlich gegen ihn verwendet werden.

Es sind insbesondere die Blicke der Akteure, die in dieser grandiosen Sequenz die eigentliche Geschichte erzählen. Der hasserfüllte Blick Cerseis (Lena Headey), in den sich immer noch Trauer um ihren erstgeborenen Sohn mischt. Die Ungläubigkeit in Tyrions Augen, die im Laufe der Zeit schierer Verzweiflung weichen muss. Und die Zerrissenheit in Jaimes (Nikolaj Coster-Waldau) Gesicht, der sich schließlich nach dem ersten Teil des Prozesses endgültig gegen Cersei und für seinen Bruder entscheidet.

Der Deal, den Jaime schließlich mit seinem Vater aushandelt, wird allerdings in jenem Moment obsolet, in dem Shae (Sibel Kekilli) den Zeugenstand betritt. Ihre Anschuldigungen, die scheinbar auf einer Mischung aus Bedrohung und Trotz fußen, bringen das Fass für Tyrion zum Überlaufen. Was folgt, ist wohl eine der denkwürdigsten Szenen der gesamten Serie, in der Peter Dinklage wieder einmal seine extreme Klasse als Schauspieler unter Beweis stellt. Als plötzlich Hass, Angst und tief vergrabene Komplexe Tyrions an die Oberfläche treten, gelingt es Dinklage perfekt, diesen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, ohne in eine potentielle Falle des overacting zu geraten. Das leichte Grinsen und die Vorhersage eines Zweikampfes um Tyrions Leben sind der grandiose Schlusspunkt, den die Episode The Laws of Gods and Men verdient hat.

Fazit

Die zweite Hälfte von The Laws of Gods and Men gehört zum Besten, was Game of Thrones je hervor gebracht hat. Die großartige Inszenierung von Tyrions Prozess unterstreicht dabei, dass nie CGI-Drachen oder brutale Schwertscharmützel, sondern grandiose Darsteller und geschliffene Dialoge die größten Stärken der Serie sind.

Glücklicherweise wird auch ein Großteil der ersten Hälfte der Episode eben davon dominiert. Mit der geschickten Betrachtung des Themas Politik und mit cleveren Denkanstößen bezüglich Verbindungen zur modernen Welt des Zuschauers wirkt die aktuelle Episode auch thematisch erneut wie aus einem Guss. Die etwas schwächere Actionsequenz rund um Yara und Ramsay lässt sich dagegen locker verschmerzen, wodurch Game of Thrones weiter das extrem hohe Niveau der bisherigen Episoden der aktuellen Staffel hält.

Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4x06 Trailer

Schauspieler in der Episode Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4x06

Darsteller   Rolle
Peter Dinklage …………… Tyrion Lannister
Nikolaj Coster-Waldau …………… Jaime Lannister
Lena Headey …………… Cersei Lannister
Emilia Clarke …………… Daenerys Targaryen
Natalie Dormer …………… Margaery Tyrell
Alfie Allen …………… Theon Greyjoy
Iain Glen …………… Jorah Mormont
Charles Dance …………… Tywin Lannister
Liam Cunningham …………… Davos Seaworth
Stephen Dillane …………… Stannis Baratheon
Iwan Rheon …………… Ramsay Snow
Conleth Hill …………… Lord Varys
Sibel Kekilli …………… Shae
Pedro Pascal …………… Oberyn Martell
Julian Glover …………… Grand Maester Pycelle
Ian McElhinney …………… Barristan Selmy
Mark Gatiss …………… Tycho Nestoris
Roger Ashton-Griffiths …………… Mace Tyrell
Lucian Msamati …………… Salladhor Saan
Nathalie Emmanuel …………… Missandei
Jacob Anderson …………… Grey Worm
Gemma Whelan …………… Yara Greyjoy
Finn Jones …………… Loras Tyrell
Dean-Charles Chapman …………… Tommen Baratheon
Ian Beattie …………… Meryn Trant
Joel Fry …………… Hizdahr zo Loraq
Charlotte Hope …………… Myranda
Philip Arditti …………… Goatherd (as Phillip Arditti)
Rhodri Miles …………… First Mate
Sarine Sofair …………… Lhara
Samantha McEwan …………… Bathhouse Prostitute
Samantha Bentley …………… Bathhouse Prostitute
Michael Hough …………… Ironborn in Skiff
Anthony Boyle …………… Bolton Guard
Conor Watters …………… Manservant
Gian Sanghera-Warren …………… Goatherd's Son
Mackenzie Dean ……………
Emma Bryant …………… Waitress
Oisin De Lange …………… Stannis Guard
Niamh Lennon …………… King's Landing Handmaiden
Graeme Peacock …………… Stannis Crew

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