Du bist hier: Serienjunkies » Serien » Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer » Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4x05
Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4x05

Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4x05

In „First of his Name“ verlieren Cersei (Lena Headey) und Tywin (Charles Dance) keine Zeit um den neuen König zu krönen, doch auch Margaery (Natalie Dormer) hat Pläne mit dem jungen König. Derweil macht sich Dany Gedanken über ihren nächsten Zug und denkt darüber nach ob sie bereits genug Männer hat um King's Landing einzunehmen. Und Jon Snow (Kit Harington) macht sich auf nach Craster's Keep seine neue Mission zu erfüllen. Hoffentlich kommt er noch rechtzeitig um seinen Bruder und dessen Reisegefährten zu retten. Derweil sind Petyr Baelish (Aidan Gillen) und Sansa (Sophie Turner) in Vale bei Sansas Tante Lysa (Kate Dickie) angekommen.

Mit der Episode First of His Name läuten wir tatsächlich schon wieder die Halbzeit der aktuellen vierten Staffel von Game of Thrones ein. Wie schon in der letzten Woche zeichnet dabei Regisseurin Michelle MacLaren (Breaking Bad) für die Inszenierung verantwortlich. Sie bekommt von den Showrunnern David Benioff und D. B. Weiss die schwierige Aufgabe übertragen, eine auch für „Game of Thrones“ beachtliche Anzahl von Handlungssträngen zu jonglieren, und muss dabei eins ums andere Mal auf das gute Langzeitgedächtnis der Fans setzen.

Die Frage der Macht

Die Frage, was Macht bedeutet oder ob dies überhaupt ein greifbarer Begriff ist, wurde bereits in der Vergangenheit der Serie verhandelt und dürfte gleichzeitig eines der Hauptthemen von Game of Thrones sein. In First of His Name wird das Thema insbesondere an den Geschehnissen rund um Cersei Lannister (Lena Headey) verhandelt, deren Gefühlswelt diesmal klar im Fokus der Autoren steht.

War sie in den letzten Folgen von Hass und Rachegelüsten gesteuert, so erleben wir in der aktuellen Episode allerdings eine Cersei, deren Kampfeswille langsam, aber sicher zu schwinden scheint. Bei der gewohnt aufwendig in Szene gesetzten Krönung ihres Sohnes Tommen (Dean-Charles Chapman) wirkt die einst so feurige Queen Regent beinahe abwesend. Und auch im folgenden Gespräch mit Erzfeindin Margaery Tyrell (Natalie Dormer) fährt sie überraschenderweise nicht die Klauen aus, sondern bringt ihre jüngere Rivalin sogar von sich aus als die zukünftige Königin ins Spiel.

Es ist ein von Lena Headey wunderbar subtil gespieltes Loslassen der Macht, die Cersei einst für sich beanspruchte (man denke an die legendäre Auseinandersetzung mit Littlefinger: „Power is power“). Auch im Gespräch mit ihrem Vater Tywin (Charles Dance) wird das noch einmal verdeutlicht. Sogar die geplante Hochzeit mit Ser Loras führt zu keinem Aufschrei der stolzen Intrigantin, wobei sich in ihren feuchten Augen eine tiefe Traurigkeit ablesen lässt. Eine Traurigkeit, die Cersei schließlich sogar Prinz Oberyn (Pedro Pascal) offenbart. Eine Szene, die dem Zuschauer gleichzeitig noch einmal in Erinnerung ruft, dass Cersei schon vor Joffreys Tod mit Myrcella bereits ein Kind entrissen wurde.

Ob es allerdings der richtige Schachzug seitens Cersei ist, ihr Schicksal wieder völlig in die Hand ihres Vaters, des nur scheinbar mächtigsten Mannes von Westeros, zu legen, darf an dieser Stelle ebenfalls in Frage gestellt werden. Denn die Lannisters sind pleite - und Geld regiert nun mal die Welt. Liegt die Macht also letztendlich also doch beim nicht greifbaren Kapital, wie es Tywin Lannister im Bezug auf die Bank von Bravos andeutet? Ein Moment, in dem die Fantasywelt von Westeros trotz aller Drachen und Weißen Wandereren plötzlich doch verdächtig nah an der unseren scheint.

Einen Kontinent weiter östlich muss sich Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) ebenfalls die Macht-Frage stellen. Zwar hat die Eroberin bisher keine finanziellen Probleme, aber der Angriff auf die Hauptstadt Westeros muss trotzdem ein weiteres Mal verschoben werden. Denn kaum sind drei Städte erobert, formiert sich bereits der erste Widerstand gegen die stolze Sklavenbefreierin. Als Kriegsherrin hat sich die Mutter der Drachen bewiesen, nun muss sie als Regentin überzeugen. Auch hier deutet sich also möglicherweise ein Story-Umbruch an, auch wenn wir wahrscheinlich nicht die Einzigen sind, die lieber früher als später einen Angriff der Unsullied auf King's Landing genossen hätten.

Es war einmal...

Wie bereits erwähnt, gilt es für die beiden Autoren Benioff und Weiss sowie die Regisseurin Michelle MacLaren, in der aktuellen Episode First auf His Name zahlreiche Handlungsstränge weiterzuerzählen beziehungsweise den Zuschauer nicht vergessen zu lassen, dass diese existieren. Denn Game of Thrones steht als als Fernsehserie immer dann vor Schwierigkeiten, wenn es sich in einer Folge zu vielen Figuren widmen muss und dabei ein angenehmer Erzähl-Rhythmus auf der Strecke zu bleiben droht. Ein Problem, mit dem sich die Showrunner auch diesmal konfrontiert sehen. Durch geschicktes Einflechten von Rückbezügen auf vorherige Geschehnisse können sie es aber zumindest teilweise effektiv bekämpfen.

Allerdings kommt es doch überraschend plötzlich (und wirkt auch ein wenig gezwungen), als Lysa Arryn gegenüber ihrem neuen Liebhaber und baldigen Ehemann Petyr Baelish (Aidan Gillen) noch einmal ihre Freude über den eigens herbeiegührten Tod ihres verstorbenen Ex' Jon Arryn äußert. So schön wahnsinnig Kate Dickies Darstellung der durchgedrehten Herrscherin der Vale ist, so besteht die große Gefahr, dass die Wucht dieser Aussage an dem ein oder anderen Zuschauer vorbeigerauscht sein könnte. Schließlich war es der Tod von Jon Arryn, der rechten Hand des Königs Robert Baratheon, und die darauf folgenden Anschuldigen der Witwe Lysa gegenüber den Lannisters, die letztendlich den nachfolgenden Krieg der fünf Könige ins Rollen brachte. Ein Moment, in dem der sonst so undurchsichtige Littlefinger wohl endgültig als chaosliebender Oberschurke dasteht. Auch wenn dieser sich gleich bemüht, zu viel Gerede um seine Person mit seinen eigenen Mitteln zu verhindern.

Auch in den beiden Handlungssträngen um Arya (Maisie Williams) und Brienne (Gwendoline Christie) ist es die Vergangenheit der Figuren, die im Zentrum steht und letztendlich davon ablenkt, dass dem Zuschauer nur wenig Neues geboten wird. Podrick Payne (Daniel Portman) dient als trotteliger Comic-Relief, bis er durch die Bekanntgabe seiner Tat am Blackwater doch noch den Respekt der blonden Kriegerin gewinnt. Maisie Williams darf unterdessen ihre eindrucksvollen Kampfkünste in bester Highlander-Manier unter Beweis und schlägt damit die Brücke zur ihrer einstigen Ausbildung unter Syrio Forel. Der Fakt, dass The Hound nun von seiner Existenz auf Aryas Todeslite weiß, erhöht das Konflikpotenzial aber zumindest um eine weitere Eben. Und auch die Lektion, die der mürrische Krieger seiner jungen Begleiterin bezüglich ihrer angeblich so effektiven Kampfkünste erteilt, lässt sich zumindest grob mit dem Oberthema der Episode - Macht - verbinden.

Eine Hölle in Flammen

Dem unglaublichen Erfolg von Game of Thrones und der damit verbundenen Steigerung des Budgets haben wir wohl den eindrucksvollen Schlussakkord der Episode First of His Name zu verdanken. Tatsächlich bleibt ein erwartetes Aufeinandertreffen der beiden Protagonisten Bran (Isaac Hempstead-Wright) und Jon Snow (Kit Harington) allerdings vorerst aus. Die Meuterei in Craster's Keep wird dagegen als Schauplatz für ein weiteres Schlachten-Set-Piece genutzt, wobei nicht zuletzt der Zweikampf zwischen Jon und dem wunderbar hassenswerten Karl (Burn Gorman) die reinen Schauwerte der Episode in die Höhe treiben. Der Tod von Locke (Noah Taylor) durch Hodor (Kristian Nairn) (unter dem „wargischen“ Einfluss von Bran) darf dabei wohl als ein direkter Akt gegen die Erwartungen der Zuschauer verstanden werden, die an dieser Stelle mit deutlich mehr Problemen von Boltons Handlanger gerechnet haben dürften.

Am Ende steht das einstige Foltercamp lichterloh in Flammen. Die Niederschlagung der Meuterei wird wohl trotzdem nur eine Fußnote im Universum von Game of Thrones bleiben. Denn bis auf Ghosts Rückkehr zu seinem Herrchen und der bewussten Entscheidung von Bran, sich nicht seinem Halbbruder zuzuwenden, trat der Plot auch hier ein wenig auf der Stelle.

Fazit

First of His Name ist eine Episode, die einmal mehr unter Beweis stellt, wie genau man die Welt von George R.R. Martin, David Benioff und D. B. Weiss kennen sollte, um vollends in die beeindruckende Fantasyserie eintauchen zu können. Allerdings birgt sie gerade auch für Kenner die Gefahr, eine bereits bekannte Trope noch einmal unnötig wiederzukauen. Dies lässt sich jedoch leicht verschmerzen, zieht man in Betracht, dass die schauspielerischen Leistungen der Akteure mit jeder Episode besser werden und visuelle Darstellung der Schauplätze uns ein ums andere Mal in Staunen versetzt.

Gerade mit Kate Dickie darf man sich über die Rückkehr einer tollen Performin in den Cast freuen, wobei auch der Marsch zum Bloody Gate der Eyrie zu den visuellen Hightlights der Folge gehört. Lena Headey spielt unterdessen in ihrer eigenen Liga und befindet sich auf dem besten Weg zu einer Emmy-Nominierung. Und wem das nicht genügt, der bekommt nun in größerer Regelmäßigkeit beeindruckend choreographierte Kampfszenen geliefert. Gründe genug, um auch nächste Woche wieder nach Westeros zu reisen.

Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4x05 Trailer

Schauspieler in der Episode Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4x05

Darsteller   Rolle
Nikolaj Coster-Waldau …………… Jaime Lannister
Lena Headey …………… Cersei Lannister
Emilia Clarke …………… Daenerys Targaryen
Kit Harington …………… Jon Snow
Aidan Gillen …………… Petyr 'Littlefinger' Baelish
Natalie Dormer …………… Margaery Tyrell
Isaac Hempstead-Wright …………… Bran Stark
Sophie Turner …………… Sansa Stark
Maisie Williams …………… Arya Stark
Rory McCann …………… Sandor 'The Hound' Clegane
Iain Glen …………… Jorah Mormont
Charles Dance …………… Tywin Lannister
Gwendoline Christie …………… Brienne of Tarth
Conleth Hill …………… Lord Varys
Pedro Pascal …………… Oberyn Martell
Michiel Huisman …………… Daario Naharis
Burn Gorman …………… Karl Tanner
Kate Dickie …………… Lysa Arryn
Ian McElhinney …………… Barristan Selmy
Julian Glover …………… Grand Maester Pycelle
Noah Taylor …………… Locke
Roger Ashton-Griffiths …………… Mace Tyrell
Thomas Brodie-Sangster …………… Jojen Reed (as Thomas Brodie Sangster)
Ellie Kendrick …………… Meera Reed
Nathalie Emmanuel …………… Missandei
Jacob Anderson …………… Grey Worm
Dean-Charles Chapman …………… Tommen Baratheon
Daniel Portman …………… Podrick Payne
Finn Jones …………… Loras Tyrell
Kristian Nairn …………… Hodor
Mark Stanley …………… Grenn
Ben Crompton …………… Eddison Tollett
Luke McEwan …………… Rast
Deirdre Monaghan …………… Morag
Lino Facioli …………… Robin Arryn
Paul Bentley …………… High Septon
Jane McGrath …………… Sissy
Alisdair Simpson …………… Donnel Waynwood
Niamh Lennon …………… King's Landing Handmaiden
Gerald McMullan …………… Night's Watch
Kristy Robinson …………… Craster's Wife

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?