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Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4x02

Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4x02

Die königliche Hochzeit steht bevor und die ganze Stadt ist in heller Aufregung. Tyrion (Peter Dinklage) muss dabei diverse Sticheleien seines Neffen ertragen, während Jaime (Nicolaj Coster-Waldau) sich an seine Aufgabe als Oberbefehlshaber der King's Guard, aber auch an seine neue goldene Hand gewöhnen muss.

Nachdem Joffrey (Jack Gleeson) und Margaery (Natalie Dormer) sich verlobt haben, folgt eine opulente Hoochzeitsfeier, wie man sie sich kaum vorstellen könnte. Jedoch ereignet sich ein schockierender Vorfall, welcher eine Reihe von fatalen Konsequenzen nach sich zieht.

Im Norden ist Theon (Alfie Allen) immer noch in den Fängen von Ramsay Snow (Iwan Rheon) und fristet so ein schreckliches Dasein, während Bran sich mit seiner Gruppe weiter gen Norden wagt.

Serienmacher haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber ihren Pendants im Filmbereich: Sie können im Laufe ihrer Arbeit die Reaktionen der Fans von Staffel zu Staffel auswerten und entsprechend darauf reagieren. So dürfte David Benioff und D. B. Weiss mittlerweile sehr klar sein, welche Storylines und Charaktere bei den Liebhabern von Game of Thrones besonders gut ankommen und welche häufiger Kritik einstecken müssen. Im Staffelauftakt der letzten Woche konzentrierte man sich wohl nicht umsonst auf Zuschauerlieblinge wie Danny, Tyrion, Jamie, Arya und Co. und nimmt erst in der zweiten Folge der aktuellen vierten Staffel einige Handlungsstränge wieder auf, die zuvor etwas weniger Momentum inne hatten. Bei einigen gelingt glücklicherweise eine Beschleunigung, andere dümpeln weiter auf der Stelle. Allerdings werden die Geschehnisse ohnehin von einem grandiosen Finale überschattet.

Im Folterhaus der Boltons

The Lion and the Rose startet mit einem Blick auf Theon Greyjoy (Alfie Allen), der weiterhin in Gefangenschaft der Boltons ist. Genauer gesagt fristet der Sohn von Balon Greyjoy als Reek ein Dasein als Leibeigener des sadistischen Ramsay Snow (Iwan Rheon). Auch wenn die Zuschauer sich noch bildhaft an die erschreckenden Folterszenen aus Staffel drei erinnern dürften, wird mit der ersten Szene im Wald noch einmal deutlich gemacht: gegen den herzlosen Ramsay, der zum Spaß junge Frauen von seinen Bluthunden zerfleischen lässt, wirkt ein Joffrey beinahe wie ein zahmer Klosterschüler. Eine erschreckende Szene, deren Effektivität insbesondere vom hervorragenden und zugleich verstörenden Sounddesign lebt.

Glücklicherweise lockern die Macher die folgende Wiedervereinigung von Roose Bolton (Michael McElhatton) und Sohn Ramsay in der Dreadfort durch einige gelungene Gags auf Kosten von Boltons neuer Gattin aus dem Hause Frey auf. Wobei insbesondere Ramsays strahlender und völlig ironiefreier Gesichtsausdruck beim Anblick seiner neuen „Mutter“ wunderbar bizarr daherkommt. Wer in Staffel drei genau zugehört hat, wusste allerdings bereits, dass der neue Herrscher im Norden kein Problem damit hatte, Walder Frey eine Tochter abzunehmen, die sonst vielleicht „schwerer“ an den Lord zu bringen gewesen wäre. Ein großes Lob muss man den Machern der Serie dafür aussprechen, dass sie solche Details eben nicht nur zu dramatischen, sondern auch zu humoristischen Zwecken einzusetzen wissen.

Mit dem Spaß ist es allerdings schnell vorbei, als Roose Bolton von der Verstümmlung seiner wertvollen Geisel Theon Greyjoy erfährt. Wie bei so vielen Adeligen in Westeros wird schnell klar, dass auch der Lord der Dreadfort keine sonderlich hohe Meinung von seinem Bastard hat. Als Ramsay allerdings mit wichtigen Informationen über die verbleibenden Stark-Brüder dienen kann, die er einem scheinbar völlig gebrochenen Reek entlockt hat (Stichwort: Rasierklinge!), scheint sich ihm zumindest eine Möglichkeit zu bieten, seinem Vater zu imponieren. Auch wenn der den eigentlich wichtigeren Job an seine rechte Hand Locke (Noah Taylor) gibt, während Ramsay mit dem gefährlichen Angriff auf Moat Calin beauftragt wird. Dass Moat Calin, ein strategisch wichtiger Ort zwischen dem Süden und Norden des Landes, aktuell tatsächlich unter der Kontrolle der Iron Born ist, dürfte allerdings auch vielen aufmerksamen Zuschauern entgangen sein, was durch ein wenig mehr Fokus auf die Männer und Frauen von den Iron Islands hätte verhindert werden können.

Wohin geht die Reise?

Während es den Autoren in den Szenen rund um die Dreadfort gelingt, sowohl Exposition als auch Charakterentwicklungen und potenzielle neue Handlungsstränge unterzubringen, treten die Geschichten rund um Bran (Isaac Hempstead-Wright) im Norden und Stannis (Stephen Dillane) auf Dragonstone weiterhin ein wenig auf der Stelle. Fast frustrierend kommt Brans Erkenntnis daher, die er nach der Vision am so genannten Weirwood hat: Er wisse jetzt, wohin er gehen müsse - nach Norden! In diesem Moment dürfte das Stöhnen auf den Sofas der Fans von Game of Thrones nicht gerade leise gewesen sein.

Und auch die Sequenzen auf Dragonstone rund um Stannis und Melisandre wirken leider ein wenig wie eine Pflichtübung. Auch wenn die Szene am Strand sicherlich eindrucksvoll anzusehen ist und uns eine neue Radikalität näher bringt, mit der Stannis seine (oder vielmehr Melisandres) Ziele verfolgt, so läuft doch speziell das Aufeinandertreffen der roten Priesterin mit Stannis' Tochter ein wenig ins Leere. Dank einer hervorragenden Carice van Houten gehen wir aber zumindest mit einem extrem stimmungsvollen Satz aus der Szene: „There is only one hell, princess. The one we live in now!“ George R. R. Martin wie er leibt und lebt.

Verbrüderung und Trennung

Zurück in Kings Landing steht die königliche Hochzeit kurz bevor. Jaime (Nikolaj Coster-Waldau) und Tyrion (Peter Dinklage) nutzen eine ruhig Minute, um ihren ohnehin immer vorhandenen Bund zu stärken. Die Verbrüderung der beiden ist dabei nach den Geschehnissen der vorherigen Episode die logische Konsequenz, und Tyrion scheint durch Jaimes Charakterwandel endlich einen vertrauenswürdigen Verbündeten aus der eigenen Familie an seiner Seite zu haben. Er dankt es seinem gehandicapten Bruder mit dem perfekten Trainingspartner: Bronn. Dabei ist es wieder einmal schön zu sehen, wie Darsteller Jerome Flynn scheinbar mühelos Chemie mit einem weiteren Schauspielkollegen entstehen lässt. Aber auch die unaufgeregte und trotzdem spektakulär anzusehende Kampfchoreographie ist wieder einmal lobenswert.

Varys (Conleth Hill) macht Tyrion unterdessen klar, dass die metaphorische Katze bezüglich Shae (Sibel Kekilli) aus dem Sack sei. Tywin (Charles Dance) und Cersei (Lena Headey) wissen über die Liebschaft zwischen Tyrion und der ehemaligen Hure Bescheid und werden damit sowohl für Tyrion als auch für Shae zu einer immer konkreteren Gefahr. Die nachfolgende Konfrontation zwischen Tyrion und Shae wird demzufolge als der emotionale Höhepunkt inszeniert, der er storytechnisch eigentlich auch sein müsste. Doch trotz einer weiteren hervorragenden Performance von Dinklage, der eine Mischung aus Frust, Verzweiflung und Beharrlichkeit in seine Worte legt, lässt die Szene einen faden Beigeschmack zurück. Denn wenn wir als Zuschauer nicht vollständig an die Liebe zwischen den beiden Figuren glauben, kann uns die erzwungene Trennung eben auch nicht so nah gehen, wie sie es nach der Intention der Macher vielleicht sollte.

Das Ende einer Ära

Im Vergleich zum großen Finale der Episode wirken die bisher besprochenen Sequenzen allerdings ohnehin ein wenig wie Nebensächlichkeiten. Denn mit der Hochzeit zwischen Joffrey (aus dem Hause Lannister UND Baratheon, wie der Priester interessanterweise betont) und Margaery (Natalie Dormer) und dem nachfolgenden Erstickungstod des jungen Königs, scheint nicht nur eine Ära zu Ende zu gehen. Zum einen ist damit die Ära innerhalb der Erzählung gemeint, welche die Lannisters kurzzeitig als scheinbar unangreifbare Gewinner des Krieges der fünf Könige präsentierte. Zum anderen ist es natürlich die Ära des Jack Gleeson in der Rolle des Tyrannen Joffrey. Denn auch wenn die digitalen Freudenschreie weltweit durch die sozialen Netzwerke gebrüllt wurden, geht dem Cast gleichzeitig einer seiner herausragendsten Darsteller verloren. Zum Glück geben Weiss und Benioff dem jungen Darsteller in The Lion and the Rose noch mehr als einmal die Möglichkeit, im vollen Arschloch-Modus aufzutreten.

Angefangen bei der traditionellen Geschenkübergabe, bei der es Joffrey gerade einmal für wenige Sekunden gelingt, den Schein gegenüber seines verhassten Onkel Tyrions zu wahren, bevor er dessen Präsent spontan in seine Einzelteile zerlegt, bis hin zur kaum auszuhaltenden Demütigung Tyrions, der während der Hochzeitsfeier zum Punching Ball des gelangweilten Manns-Kindes wird, dürfte so gut wie jede Sekunde, in der Joffrey in dieser Folge auf dem Bildschirm zu sehen war, den Hass der Zuschauer ihm gegenüber geschürt haben. Und doch mag da tatsächlich etwas Mitleid aufkeimen, während man in die sich grün färbenden Augen des erstickenden Königs blickt, dem sowohl Cersei als auch Jaime verzweifelnd helfen möchten. Eine emotionale Tour de Force, die wohl viele nicht bereits in Folge zwei der aktuellen Staffel erwartet hätten, die in ihrer Inszenierung allerdings perfekt vorbereitet ist.

Die farbenfrohe Feier unter strahlendem Sonnenschein vermittelt im Gegensatz zur düsteren Red Wedding erst einmal ein wohliges Gefühl, weshalb es zum Großteil gelungen sein sollte, dem Zuschauer nur drei Folgen später aufs neue mit einem Tod bei einer Hochzeit zu überraschen. Wer genau hinschaut, dürfte sich allerdings an den zahlreichen eindeutigen oder auch uneindeutigen Hinweisen erfreuen, welche die Macher im Laufe der letzten halben Stunde verteilen. War der Blick von Oberyn (Pedro Pascal) zu Loras (Finn Jones) mehr als nur ein neckisches Flirten? Wollten sich Olenna (Diana Rigg) und Margaery mit Hilfe des Hochzeitskuchen möglichst schnell vom sadistischen Joffrey verabschieden, nachdem der seine Funktion als passender Ehemann erfüllt hat? Oder war es doch Sansa (Sophie Turner), die an der Seite von Tyrion zur ihrer ultimativen Rache an den Lannisters kommt? Hier darf und wird wild spekuliert werden, denn auch Autor George R. R. Martin hat diesen Geheimnis in der Vorlage bisher nicht gelüftet.

Fazit

Weiss und Benioff kämpfen in The Lion and the Rose zeitweise mit einem Problem, das bereits in vorherigen Staffeln von Game of Thrones zum Vorschein trat. Nicht alle Handlungsstränge gestalten sich durchgängig so ereignisreich, wie man es sich als Zuschauer vielleicht wünschen würde. Und auch die größten Buch-Fans werden wohl nicht bezweifeln, dass George R. R. Martin sich in der Vorlage das ein oder andere Mal verzettelt hat. Dem TV-Format geschuldet sind regelmäßige Besuche bei Bran und Co. dennoch nötig und müssen - wenn möglich - durch packende Dialoge und kreative Inszenierung spannend gehalten werden. Dies gelingt in der aktuellen Episode teils weniger gut (Bran), teils souverän (Stannis) und teils auch gewohnt hervorragend (Theon).

Einer etwas durchwachsenen ersten Hälfte der Episode wird dann allerdings mit der Hochzeit zwischen Joffrey und Margaery und den anschließenden Ereignissen eine perfekt inszenierte zweite Hälfte gegenübergestellt. Nur wenige Folgen nach der Red Wedding einen potenziell ähnlichen Höhepunkt auf eine erfrischend andere Art darzustellen - das zeugt von der hohen Qualität der Serie. Und auch wenn einige Zuschauer sich möglicherweise ein drastischeres Ende für Joffrey gewünscht hätte, so ist der entstehende Funken Mitleid, den man vielleicht mit dem erstickenden König und doch sehr sicher für dessen Eltern empfindet, wunderbar platziert. Die Unterscheidung zwischen Gut und Böse bleibt in Game of Thrones weiter alles andere als klar, was den Zuschauer auch in Zukunft herausfordern wird.

Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4x02 Trailer

Schauspieler in der Episode Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4x02

Darsteller   Rolle
Peter Dinklage …………… Tyrion Lannister
Nikolaj Coster-Waldau …………… Jaime Lannister
Lena Headey …………… Cersei Lannister
Natalie Dormer …………… Margaery Tyrell
Alfie Allen …………… Theon Greyjoy
Jack Gleeson …………… Joffrey Baratheon
Isaac Hempstead-Wright …………… Bran Stark
Sophie Turner …………… Sansa Stark
Charles Dance …………… Tywin Lannister
Liam Cunningham …………… Davos Seaworth
Stephen Dillane …………… Stannis Baratheon
Carice van Houten …………… Melisandre (as Carice Van Houten)
Gwendoline Christie …………… Brienne of Tarth
Sibel Kekilli …………… Shae
Iwan Rheon …………… Ramsay Snow
Conleth Hill …………… Lord Varys
Jerome Flynn …………… Bronn
Diana Rigg …………… Olenna Tyrell
Pedro Pascal …………… Oberyn Martell
Indira Varma …………… Ellaria Sand
Michael McElhatton …………… Roose Bolton
Julian Glover …………… Grand Maester Pycelle
Noah Taylor …………… Locke
Tara Fitzgerald …………… Selyse Baratheon
Roger Ashton-Griffiths …………… Mace Tyrell
Finn Jones …………… Loras Tyrell
Thomas Brodie-Sangster …………… Jojen Reed (as Thomas Brodie Sangster)
Ellie Kendrick …………… Meera Reed
Kristian Nairn …………… Hodor
Dean-Charles Chapman …………… Tommen Baratheon
Daniel Portman …………… Podrick Payne
Ian Beattie …………… Meryn Trant
Tony Way …………… Dontos Hollard
Kerry Ingram …………… Shireen Baratheon
Charlotte Hope …………… Myranda
Jazzy De Lisser …………… Tansy
Paul Bentley …………… High Septon
Elizabeth Webster …………… Walda Bolton
James McHale …………… Axell Florent
Pixie Le Knot …………… Kayla
Jon Thor Birgisson …………… Musician #1 (as Jón Þór Birgisson)
Orri P. Dyrason …………… Musician #2 (as Orri Páll Dýrason)
Georg Holm …………… Musician #3
Raymond Griffiths …………… King Joffrey Baratheon Dwarf
Maxwell Laird …………… King Stannis Baratheon Dwarf (as Max Laird)
Dean Whatton …………… King Renly Baratheon Dwarf
George Appleby …………… King Robb Stark Dwarf
Krysten Coombs …………… King Balon Greyjoy Dwarf
Neil Baltus …………… Noble Man
Bryan Cogman …………… Dragonstone waiter
Paul Herbert …………… Wedding Guest
Mark Kelvin Ryan …………… Frey Serving Boy
Stella Lutz …………… Noble Lady
Struan Rodger …………… Three-Eyed Raven (voice)
Sigur Rós …………… Wedding Band
C.C. Smiff …………… Wedding Guest
Claire Wright …………… Wight Wildling Girl (archive footage)
Kylie Zimmer …………… Tyrell Cousin

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