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Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 3x09

Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 3x09

Robb (Richard Madden) macht Walder Frey seine Aufwartung und Edmure (Tobias Menzies) trifft seine Braut. Jon (Kit Harington) steht vor seiner bisher härtesten Prüfung. Bran (Isaac Hempstead-Wright) entdeckt eine neue Gabe. Daario (Ed Skrein) und Jorah (Iain Glen) diskutieren, wie sie die Yunkaii bekämpfen sollen. Haus Frey vereint sich mit Haus Tully.

Of Dogs and Wolves

Für Daenerys (Emilia Clarke) wird es nun zum ersten Mal seit ihrem Sieg in Astapor wieder ernst. Oder zumindest für drei ihrer Untergebenen. Heute lehnt sich die Mother of Dragons nämlich zurück und nimmt dem Handlungsstrang so ein wenig die Würze, die ihn im bisherigen Verlauf der Staffel ausgezeichnet hat.

Währenddessen schmuggeln sich Daario Naharis (Ed Skrein), Ser Jorah (Iain Glen) und Grey Worm (Jacob Anderson) in die Sklavenstadt, um diese für Daenerys einzunehmen. Davon bekommt man eine nette Szene zu sehen, in der die drei Männer unterschiedlichen Hintergrunds ihre unterschiedlichen Kampfstile zur Schau stellen. Das ist spaßig anzusehen, enttäuscht aber, wenn einem bewusst wird, dass das auch schon alles war, womit man bei der Einnahme Yunkais zu rechnen hat. Bei der blutbespritzten Rückkehr der drei wird dann noch einmal nicht besonders effektiv mit den Emotionen der Zuschauer gespielt - wo ist bloß Daario? Ach, da ist er ja - und dann soll man sich auf ihr Wort verlassen, alles sei nach Plan verlaufen. Wie ihnen das gelungen ist, obwohl ihre Situation in der letzten Szene noch sehr verzwickt wirkte, wird einem vorenthalten. Die zahlenmäßig überlegenen Soldaten haben sich also einfach ergeben? Fraglich.

Nördlich der Wall sind Sam (John Bradley) und Gilly (Hannah Murray) noch immer auf dem Weg nach Castle Black. Auch sonst bietet diese Sequenz nicht viel Neues, das man nicht bereits kannte. Erklärbär Sam erzählt ihr von der Welt und Gilly ist die Unzivilisierte, die von nichts eine Ahnung hat. Zumindest scheint Sam nach seinem Triumph über den White Walker ein wenig an Selbstbewusstsein zugelegt zu haben, was nach so viel Unsicherheit erfreulich ist. Für die Storyline der beiden allerdings eine vollkommen unerhebliche Szene, die in dieser sonst sehr konzentrierten Episode nur deshalb nicht überflüssig ist, weil die Informationen über die Nightfort und der dortige Durchgang zur Wall für verschiedene Parteien von Belang ist.

Bei Arya (Maisie Williams) und dem Hound (Rory McCann) stellt sich endlich ein, was zuvor zwischen den beiden gefehlt hatte: eine bemerkenswerte Dynamik. Sie sind beide nicht auf den Mund gefallen - da bieten sich tolle Dialoge einfach an. Diese enthüllen in dieser Episode, wie ähnlich sich die beiden scheinbar ungleichen Weggefährten doch sind. Sie durchschauen sich gegenseitig problemlos und stellen fest, dass sie beide von Angst getrieben sind. Nun, da die beiden wohl weiterhin miteinander unterwegs sein werden, wird es bestimmt noch zu ähnlichen Konfrontationen kommen. Wie dies Aryas Entwicklung beeinflusst, wird spannend zu beobachten sein.

Eine weitere beachtenswerte Szene teilt Arya mit Grey Wind, dem Direwolf ihres Bruders. Wie sie versucht, zu ihm zu eilen, jedoch mit ansehen muss, wie die Freys ihn gnadenlos niederschießen, ist die perfekte Spieglung dessen, was mit ihrer Familie passiert. Es ist, als sähe sie Robbs Tod statt den des Wolfs. Somit geht ihr verstörter Blick einem durch Mark und Bein.

A Warg's Tale

In dieser Episode kommt endlich Spannung in Brans (Isaac Hempstead-Wright) Geschichte. Was sich lange durch Träume und Visionen angekündigt hatte, bewahrheitet sich nun endlich: Bran ist ein Warg. Wie er zunächst in Hodor und im Anschluss in seinen Direwolf Summer fährt, ist schön simpel gehalten, wodurch einem klischeehafte Effekte erspart bleiben. Darüber hinaus bietet diese Szene mit „Hodor, no more hodoring“ eine absolute Textperle, über die man sicher noch lange schmunzeln wird.

Ein weiteres Highlight stellt der Abschied zwischen Bran und seinem jüngeren Bruder Rickon (Art Parkinson) dar. Letzterer hatte generell noch nicht viele Gelegenheiten zu glänzen und wurde besonders in der aktuellen Staffel sehr vernachlässigt. Die rührende Abschiedsszene gleicht das allerdings gebührend wieder aus, denn diese ist nicht nur schön geschrieben, sondern auch von den beiden jungen Darstellern toll herübergebracht. Das Herz kann sich hier bereits an Schmerz gewöhnen.

Was diesen Handlungsstrang jedoch noch interessanter macht, ist, wie er mit dem von Jon (Kit Harington) verwoben ist. Die Geschichten fließen mühelos ineinander über und erinnern einen daran, dass die Starks vor langer Zeit tatsächlich einmal eine Familie waren.

Jon verrät derweil seine neue Wildling-Familie, als er es nicht über sich bringen kann, einen alten Mann kaltblütig zu töten. Denn trotz seines passenden Fells ist Jon im Herzen noch immer eine Krähe und kann seine Ideale nicht verraten. Wie auch schon seinen Vater und seinen Halbbruder vor ihm, bringt sein Ehrgefühl ihn hier in große Schwierigkeiten.

Der anschließende Kampf wartet mit keinen besonders bemerkenswerten Schwertmanövern auf, wird aber spannend, als die übernatürliche Komponente der Wargs hinzukommt. So mischen nicht nur Bran in Gestalt von Summer und dann auch Shaggydog im regnerischen Handgemenge mit, sondern auch Orell (Mackenzie Crook). Die Genugtuung darüber, Orell endlich getötet zu haben, kann Jon nur sehr kurz genießen, bevor dieser ihn in Gestalt seines Adlers attackiert. Wie der Vogel Jon das Gesicht zerkratzt, ist so wunderbar inszeniert, dass man kaum etwas davon sehen muss, um vor Sympathie zusammenzuzucken. Der Ton reicht vollkommen.

Schade ist an dieser Stelle nur die Veränderung, die an Ygrittes Rolle vorgenommen wurde. Während sie hier versucht, an Jons Seite zu stehen und zu kämpfen, bleibt ihre Loyalität in der Romanvorlage auch trotz ihrer Gefühle für ihn bei den Wildlings. Sie ist sogar diejenige, die ihn bei seiner Flucht mit einem Pfeil gefährlich verwundet. Vermutlich wollte man Ygrittes Figur in der Adaption eindeutiger auf der „guten Seite“ ansiedeln, womit ihr allerdings ein wenig die interessanten Graustufen ihres Charakters genommen werden. Dank der Leistung von Rose Leslie bleibt es trotzdem passend und tut dem Ganzen keinen großen Abbruch.

The wine will flow red

Die Handlung um die sogenannte „Red Wedding“ nimmt den größten Teil der Episode in Anspruch und ist natürlich der absolute Höhepunkt. Nicht nur von The Rains of Castamere, sondern von der ganzen Staffel.

Der Einstieg erfolgt durch eine simple, aber kraftvolle Szene, in der Robb (Richard Madden) den Rat seiner Mutter sucht. Allerdings scheint Catelyn (Michelle Fairley), die ewige Stimme der Vernunft, zum ersten Mal selbst ihre Gefühle vor ihren Verstand zu stellen. Sie ist sich der Gefahr, die die Lannisters darstellen, durchaus bewusst, lässt sich aber vom Bedürfnis nach Rache für Ned leiten. Leider sieht keiner von ihnen, aus welcher Richtung die Gefahr nun tatsächlich droht. Ein letzter Moment zwischen Mutter und Sohn, in dem das gebrochene Verhältnis wieder geheilt wird.

Zurück unter dem Dach der Freys wird den Starks direkt Brot und Salz gereicht, von dem sowohl Robb als auch Catelyn essen. Wie bedeutungsträchtig diese Kleinigkeit ist, wird für Nichtleser jedoch alles andere als deutlich. Denn damit bietet Lord Frey (David Bradley) das in Westeros absolut heilige guest right an, welches sowohl dem Gastgeber als auch den Gästen Sicherheit garantiert. Wie sicher sich die Starks im Anschluss fühlen und wie überraschend und entsetzlich der weitere Verlauf der Hochzeit ist, wäre mit diesem Hintergrundwissen um einiges verständlicher.

Wer seit der ersten Staffel vergessen hat, wie furchtbar Walder Frey ist, wird hier noch mal sehr deutlich daran erinnert. David Bradley spielt dieses absolute Ekel so vortrefflich, dass es eine Freude ist, ihm zuzusehen. Obwohl er in dieser Geschichte der „Bösewicht“ ist, ist er die Hauptquelle für comic relief. Bei so viel Nachwuchs kann einem der eine oder andere Name schonmal abhanden kommen. Wertha? Walra? Waldina? Sein feixender Blick, nachdem sich Edmures (Tobias Menzies) Braut Roslin (Alexandra Dowling) unerwartet als Schönheit herausstellt, brachte einen selbst in dieser äußerst unangenehmen Hochzeit zum Lachen.

Die Stimmung schlägt jedoch mit dem Einsetzen von „The Rains of Castamere“ schlagartig um. Absolute Gänsehaut stellt sich ein, begleitet von dem Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Bald hat die Sequenz aber merkbar nur noch ein Ziel: die Zuschauer zu schockieren. Es beginnt damit, wie Talisa (Oona Chaplin) in den Unterleib gestochen wird und endet in einem Massaker, bei dem auch Robb und Catelyn ums Leben kommen. So schockierend und emotional aufwühlend es auch ist, zwei Figuren sterben zu sehen, die einem vom Anfang der Serie ans Herz gewachsen sind - man hätte sich von dieser sehr ikonischen Szene ein wenig mehr gewünscht.

Der Schock sitzt - wie auch schon bei Neds Tod - sehr tief, doch der offensichtliche Fokus auf diese Schockmomente raubt der „Red Wedding“ die Möglichkeit, so großartig zu werden, wie sie hätte sein können. Die Zuschauer sollen durch die gute Stimmung und Scherze in Sicherheit gewogen werden. Eindrucksvoller wäre vielleicht jedoch eine Verdichtung von „Foreshadowings“ gewesen, die einen die Episode über auf der Stuhlkante halten. Catelyn nimmt zwar Notiz von der Schließung der Türen sowie davon, dass Lord Bolton (Michael McElhatton) nichts trinkt und ein Kettenhemd trägt. Allerdings bleibt die Hochzeit so lange eine vergnügliche Affäre, dass sich das mulmige Gefühl gar nicht richtig festsetzen kann.

Sobald es jedoch geschehen ist, ist der Rest der Szene fantastisch. Das liegt aber vor allem an Michelle Fairley, deren Darstellung von Catelyns Verzweiflung und Schmerz einem die Tränen in die Augen treibt. Die Stille, die auf ihren Schrei folgt, ist der perfekte Abschluss für diese vielen Schocker.

Es handelt sich um eine befriedigende Umsetzung und Inszenierung der „Red Wedding“, allerdings erscheint sie auf gewisse Weise nicht krass genug. Es ist, als hätten die Produzenten - die schon oft erklärt hatten, seit dem Beginn der Produktion auf diesen Moment hinzuarbeiten -, sich im Endeffekt doch nicht getraut, weiter zu gehen als nötig.

Fazit

The Rains of Castamere ist deswegen eine starke Episode, weil einige Handlungsstränge sich überschneiden und zusammenlaufen und die gesamte Handlung so weitaus fokussierter ist, als man es in den meisten Folgen der Serie erlebt. So macht sie einem nach längerem wieder einmal begreiflich, dass es sich bei Game of Thrones nicht um eine Aneinanderreihung separater Geschichten handelt, sondern um ein großes, zusammenhängendes Ganzes.

Mit der „Red Wedding“ reiht sich The Rains of Castamere in die Liga der entscheidenden neunten Episoden ein (zuvor starb Ned Stark in Baelor, während in Blackwater die Schlacht um King's Landing vor sich ging). Dieses Schlüsselereignis stellt selbstverständlich einen absoluten Höhepunkt der ganzen Serie dar, dessen Nachwirkungen ihren Verlauf langfristig beeinflussen werden. Eine Betonung des „Wie?“ statt des bloßen „Was?“ wäre hinsichtlich des erschreckenden Finales jedoch wünschenswert gewesen.

Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 3x09 Trailer

Schauspieler in der Episode Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 3x09

Darsteller   Rolle
Emilia Clarke …………… Daenerys Targaryen
Kit Harington …………… Jon Snow
Richard Madden …………… Robb Stark
Iain Glen …………… Jorah Mormont
Michelle Fairley …………… Catelyn Stark
Isaac Hempstead-Wright …………… Bran Stark
Maisie Williams …………… Arya Stark
Rory McCann …………… Sandor 'The Hound' Clegane
John Bradley …………… Samwell Tarly
Oona Chaplin …………… Talisa Stark
Rose Leslie …………… Ygritte
David Bradley …………… Walder Frey
Mackenzie Crook …………… Orell
Michael McElhatton …………… Roose Bolton
Ian McElhinney …………… Barristan Selmy
Clive Russell …………… Brynden 'Blackfish' Tully
Tobias Menzies …………… Edmure Tully
Kristofer Hivju …………… Tormund Giantsbane
Natalia Tena …………… Osha
Thomas Brodie-Sangster …………… Jojen Reed (as Thomas Brodie Sangster)
Ellie Kendrick …………… Meera Reed
Hannah Murray …………… Gilly
Ed Skrein …………… Daario Naharis
Jacob Anderson …………… Grey Worm
Nathalie Emmanuel …………… Missandei
Kristian Nairn …………… Hodor
Tom Brooke …………… Lothar Frey
Tim Plester …………… Black Walder Rivers
Kenneth Hadley …………… Septon
Art Parkinson …………… Rickon Stark
Alexandra Dowling …………… Roslin Frey
Sean Buckley …………… Old Man
A.J. Kennedy …………… Frey Guard (as A. J. Kennedy)
Grace Hendy …………… Merry Frey
Pat McGrath …………… Hog Farmer
Kelly Long …………… Joyeuse Frey
Oddie Braddell …………… Wendel Manderly (as Oddie Bradell)
Will Champion …………… Drummer
James Bleakney …………… Frey Guard
Logan Bruce …………… Frey Guardsman
Katie Creaven …………… Marianne Frey
Laurence Doherty …………… Frey Wedding Guest
Kevin McCann …………… Musician
Darragh O'Connor …………… Frey Wedding Guest

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