Fringe - Grenzfälle des FBI 4x19

Fringe - Grenzfälle des FBI 4x19

Episode Staffel 4, Episode 19
(Fringe - Grenzfälle des FBI 4x19)
Deutscher Titel der Episode 2036
Titel der Episode im Original Letters Of Transit
Erstausstrahlung der Episode in den USA Freitag, 20. April 2012 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland Montag, 13. August 2012
Autoren Akiva Goldsman, J.H. Wyman, Jeff Pinkner
Regisseur Joe Chappelle

Das Fringe Team landet im Jahr 2036 und liefert sich mit den „Beobachtern“ eine alles entscheidende Schlacht.

Die bislang beste Folge dieser Staffel schickt uns 24 Jahre in die Zukunft - in die Klauen eines übermächtigen Feindes. Und wir erfahren endlich, warum die Liebe von Olivia und Peter so wichtig ist. Das Serienjunkies-Review zur neuen Episode der US-Serie Fringe.

Fringe bietet den Zuschauern jede Staffel - mit der Ausnahme der ersten - in der 19. Folge etwas Außergewöhnliches. In Staffel zwei war es Brown Betty, ein 40er-Jahre-Musical, und in Staffel drei Lysergic Acid Diethylamide mit Zeichentrick-Szenen. Staffel vier, Folge 19 führt diese Tradition mit dem Werbespruch „April 20th is the Nineteenth“ und Titel Letters of Transit - eine Anspielung auf den Film Casablanca - fort: Unsere Helden finden sich im Jahr 2036 wieder. Wus?

Terra Nova ohne Dinosaurier

(Fußnote für Freaks: Ja, Fox widerspricht sich hier selbst, denn auf der Website von Fringe wird Brown Betty als Folge 20 geführt. Hier rächt es sich, dass die Episode Unearthed in die zweite Staffel eingeordnet wurde, obwohl sie chronologisch in die erste gehört.)

Wieder einmal hat Fringe die Handlung auf den Kopf gestellt: Die Observer sind doch keine kleine Gruppe von skurrilen aber irgendwie liebenswerten Wissenschaftlern, sondern die Vorhut eines Invasionsheeres von glatzköpfigen Sadisten aus der Zukunft. Nachdem sie im Jahr 2609 die Umwelt zerstört haben (erster erhobener Zeigefinger), sind sie 2015 in unsere Welt eingefallen (Terra Nova lässt grüßen) und haben uns mit überlegener Technologie und Gedankenkontrolle versklavt. Die ursprünglichen Menschen werden Natives genannt - eine Anspielung auf Native Americans, die Indianer (zweiter erhobener Zeigefinger). Nur eine kleine verzweifelte Bande leistet Widerstand, und 2036 fällt ihnen eine Wunderwaffe in die Hand: Der gute alte Walter, seit Jahrzehnten eingeschlossen in amber.

Warum Olivia die Pille absetzen muss

Die Geschichte wird erzählt aus der Sicht von Henrietta, genannt „Etta“ (gespielt von Georgina Haig), und Simon (Henry Ian Cusick, bekannt aus Lost). Sie arbeiten zwar für die Fringe-Abteilung, aber die ist nur noch für die Verbrechen der Natives zuständig, sprich, sie ist die Reservatspolizei (tatsächlich haben die großen Indianer-Nationen ihre eigenen Beamten). Das besondere dabei: Die ruhige, in sich gekehrte Etta ist die Tochter von Olivia (Anna Torv) und Peter (Joshua Jackson). Und die Observer können ihre Gedanken nicht lesen.

Wir haben die Folge etwas ausführlicher nacherzählt, denn hier wurden kurz mal die wichtigsten Fragen von Fringe beantwortet, die seit der ersten Staffel offen waren. Warum sind ausgerechnet Olivia und Peter so wichtig, dass die Observer ihr Leben lückenlos überwachen? Warum ist ihre Liebe so bedeutsam? Warum sollte Peter aus der Zeitlinie gelöscht werden? Jetzt wissen wir es. Ihre Tochter Etta ist die Hoffnung der Menschheit, die Fringe-Version von John Connor aus „Terminator“. Der Observer September (Michael Cerveris) war der gute Rebell, seine Kollegen sind böse Finsterlinge. Sie sind die eigentlichen Feinde.

Fringe für alle!

Die Autoren von Fringe tun hier mehr, als nur lose Enden zu verbinden: Sie bereiten den Boden für eine etwaige fünfte Staffel vor und laden dabei zum Quereinstieg ein. Der neue Kampf um die Zukunft ist leichter für Neulinge zu verstehen als der alte Kampf zwischen den beiden Universen, dessen Wendungen - Hand aufs Herz - langsam nur noch Hardcore-Fans nachvollziehen können. Statt „Folge hüben, Folge drüben“ hätten wir dann „Folge heute, Folge 2036“. Damit kann man auch komplexe Handlungsstränge basteln, besonders natürlich, wenn die Zukunft einen Weg finden sollte, mit der Vergangenheit zu kommunizieren. Zufällig erfahren wir auch nicht, was genau Walters Maschine machen soll.

Überhaupt gehört diese Episode Walter Bishop: John Noble zieht alle Register, ob mit Star-Wars-Zitaten oder improvisierten Antimaterie-Bomben. Die Verwandlung des fröhlichen „I love LSD“-Walter zum kalten Hack-einfach-die-Hand-ab-Walter ist wunderbar gemacht und wirft erneut die Frage auf, warum Noble nicht mit Auszeichnungen überschüttet wird. Das ist ein weiteres Fazit dieser Folge: Notfalls kann Fringe ohne Olivia und Peter auskommen, aber nicht ohne Walter.

Hat jemand mein Paralleluniversum gesehen?

Fringe wäre nicht Fringe, wenn es nicht gleichzeitig einen ganzen Packen neuer Fragen gäbe. Wo kommt William Bell (Leonard Nimoy) nun wieder her? Was hat er Olivia angetan, dass alle so verbittert sind? Warum hat sich unser Fringe-Team in Amber eingeschlossen? Warum gibt es 2609 keine Frauen mehr? Wieso gibt es nie Kaffee? Und warum fehlt jeder Hinweis auf das Paralleluniversum?

Der letzte Punkt ist nicht unwichtig. Auf den ersten Blick scheint Letters of Transit das zu bestätigen, was wir die ganze Zeit befürchtet haben: Die Haupthandlung dieser Staffel ist schrecklich langweilig und was auch immer David Robert Jones (Jared Harris) da planen mag, es kann offensichtlich für den weiteren Verlauf der Geschichte nicht wichtig sein. Oder vielleicht doch? Nach der Folge The Consultant hatten wir spekuliert, dass Jones die Universen zu einem einzigen verschmelzen will. Jetzt tut sich eine erschreckende Möglichkeit auf: Jones könnte genau das geschafft haben. Am Ende von Staffel vier hätten wir dann nur noch ein Universum.

Fazit

Die Meckerliste ist überschaubar. Einige Probleme betreffen die üblichen Fallen bei Zeitreisen - wieso wissen die Observer nicht, wer Etta ist und legen sie einfach um? - aber die klammern wir zunächst aus: Hier soll uns Fringe erstmal erklären, wie sie im Rahmen der Geschichte mit so etwas umgehen will. Show, don't tell lautet eine der wichtigsten Regeln der Erzählkunst, aber hier wurde zwischendurch arg viel erzählt - siehe Simons Monolog über das Schicksal des vermissten Fringe-Teams. Warum benutzen die superfortgeschrittenen Supertechniker der Observer nicht einfach eine Gesichtserkennungssoftware, um automatisch nach Leuten wie Walter zu suchen? So weit sind wir ja schon 2012. Und ich hoffe, dass die Perücke von Nina Sharp (Blair Brown) albern aussehen soll, als Seitenhieb auf die Mode von 2036. Mit solchen Details werden sich die Autoren neu austoben können.

Hoffe ich zumindest - denn am Ende der Folge wollte ich vor allem eins, mehr von dieser Welt erfahren und wissen, wie der Kampf gegen die Zukunft ausgeht. Das ist das höchste Lob, das ich einer Serienfolge aussprechen kann. Letters of Transit ist die beste Episode der vierten Staffel bislang und das beste Argument für eine Verlängerung der Serie - wenn es dafür nicht schon zu spät ist.

Auch in Zukunft werden bei Serienjunkies.de regelmäßig Reviews zur Serie „Fringe“ erscheinen. Diese werden von einem Gastautoren geschrieben.

Trailer zur nächsten 'Fringe'-Episode: 'Worlds Apart'[videosj=Fringe420 PreviewWorldsApart_]

Schauspieler in der Episode Fringe - Grenzfälle des FBI 4x19

Darsteller   Rolle
Anna Torv …………… Olivia Dunham (credit only)
Joshua Jackson …………… Peter Bishop
Lance Reddick …………… Phillip Broyles
Blair Brown …………… Nina Sharp
Jasika Nicole …………… Astrid Farnsworth
John Noble …………… Dr. Walter Bishop
Seth Gabel …………… Lincoln Lee (credit only)
Henry Ian Cusick …………… Simon Foster
Georgina Haig …………… Henrietta Bishop
Ben Cotton …………… Impound Clerk
Mike Kopsa …………… Captain Windmark
Bradley Stryker …………… Rick
Marlo Franson …………… Club Doorman
Juliette Jakire …………… Kitty
Sooraj Jaswal …………… Lead Tattie (as Sooraj Jaswal)
Kis Yurij …………… Neo-Observer
Hrothgar Mathews …………… Observer #1
Christie Watson …………… Transit Tattie
James Yi …………… Agent Romick
Eric Floyd …………… Observer
Leonard Nimoy …………… Dr. William Bell

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