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Doctor Who (2005) 10x11

Doctor Who (2005) 10x11

Eine Freundschaft verführt den Doctor (Peter Capaldi) zur unüberlegtesten Entscheidung seines Lebens. Auf einem Raumschiff gefangen, bezeugt er den Tod einer Person, die er beschützen sollte.

Gibt es einen Weg, wie er seinen Fehler wiedergutmachen kann? Sind die Ereignisse bereits außer Kontrolle geraten? Ausnahmsweise ist die Zeit der größte Gegner des Zeitlords.

Fake Opening?

Die Eröffnung zeigt uns den Doctor (Peter Capaldi), wie er auf einer desolaten, eisigen Welt landet - mit sichtlich veränderter Haarpracht - und die Regeneration einsetzt. Kein gutes Omen für das Staffelfinale nächste Woche, trägt es doch den Titel The Doctor Falls.

Findet die Regeneration folglich bereits nächste Woche statt oder handelt es sich bei dieser Szene bloß um ein Fake, wie wir es vor ein paar Wochen bereits gesehen haben? World Enough and Time gibt dazu keine weiteren Hinweise, aber die Gerüchteküche dürfte nun ordentlich brodeln. Denn immerhin sieht sich der Doctor am Ende dieser Folge mit zahlreichen Problemen konfrontiert, die in der Tat dazu führen könnten, dass Peter Capaldi sich bereits nächste Woche verabschiedet - und nicht erst im kommenden Weihnachtsspecial.

Aber wie auch immer es nächste Woche für den Doctor enden wird, die Überraschung (einer vorzeitigen Regeneration) geht durch diese Eröffnung flöten. Entweder regeneriert er im Weihnachtsspecial oder schon nächste Woche. Erwarten können wir nun beides und das ist ebenso ernüchternd wie zwei andere große Überraschungen, die im Vorfeld verdorben wurden und die aktuelle Episode ein gutes Stück nach unten ziehen.

Der Fluch der sozialen Medien

Gibt es hier jemanden, der im Vorfeld noch nichts über die aktuelle Staffel gehört oder gesehen hat? Jemanden, dem entgangen ist, dass John Simm als Master zurückkehren würde und die Cybermen aus The Tenth Planet einen Auftritt bekommen würden? Nun, Hut ab vor denjenigen, denen das gelungen ist, denn die dürfen sich diese Woche über zwei große Überraschungen freuen. Alle anderen schauen derweil in die Röhre und erhalten mehr oder weniger das, was sich erwarten ließ. Zwar kein schlecht erzähltes Abenteuer und trotz der im Vorfeld bekannten Auftritte noch mit wenigstens einer (unangenehmen) Überraschung Bill (Pearl Mackie) betreffend. Aber doch leider unterminiert von den Neuigkeiten und Trailern, die es zuvor zu lesen und zu sehen gab. Da wünscht man sich tatsächlich, dass man diese Folge ohne jedwedes Vorwissen gesehen hätte.

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Nardole; Bill und Missy in %26bdquo;Doctor Who%26ldquo; © BBC One

Ein Test für Missy

Die anfängliche Prämisse stellt einen Test für Missy (Michelle Gomez) dar. Sie wird vom Doctor zusammen mit Bill und Nardole (Matt Lucas) in ein Abenteuer geschickt und soll beweisen, dass sie sich zum Guten hin verändert hat und in die Fußstapfen des Doctors treten kann. Auch wenn dieses Szenario nicht lange andauert und der Doctor nach kurzer Zeit doch eingreifen muss, wird hier eine gute Portion gelungener Unterhaltung abgeliefert. Das ist in erster Linie Michelle Gomez zu verdanken, die ihre Rolle abermals gekonnt zum Besten gibt und in diesen ersten Minuten nach den Opening Credits im Fokus stehen darf.

Steven Moffat lässt es sich dabei nicht nehmen, abermals mit dem „echten“ Namen des Doctors zu spielen. Man sollte hier allerdings nichts für bare Münze nehmen, denn auch wenn der Eindruck entstehen mag, dass dieses Geheimnis gelüftet wird, ist es doch vielmehr eine Spielerei, deren Grundlage in der simplen Tatsache zu finden ist, dass damals zu Beginn der Serie im Jahre 1963 der erste Doctor (William Hartnell) in den Credits als „Dr. Who“ gelistet wurde. Was übrigens auch mit Blick auf das Abenteuer, welches die Cybermen der ersten Generation der Serie zurückbringt, sinniger erscheint, als wenn der Doctor tatsächlich diesen Namen trägt.

Erklärungen für Neulinge

Für diejenigen, die John Simms Master noch nicht kennen und lediglich mit Missy vertraut sind, wird in einem Rückblick kurz erklärt, dass der Master früher in männlichen Inkarnationen aufgetreten ist und seine Beziehung zum Doctor ein wenig veranschaulicht. Gleichzeitig wird uns vermittelt, weshalb der Doctor hofft, Missy zur „guten Seite“ führen zu können.

Wer der Serie schon länger treu ist, braucht sich in diesem Rückblick aber nicht langweilen. Die Ausführungen des Doctors über seine anfängliche Freundschaft sowie Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit dem Master gehen ein wenig weiter als sonst, Nardole darf durch ein Selfie für etwas Erheiterung sorgen und Bill schneidet auf amüsante Art und Weise das Gender-Thema an. Am Ende dürfen wir zudem kurz schlucken als der Doctor erklärt, dass er Bills Sicherheit nicht garantieren kann - was mit Blick auf den tödlichen Schuss von Jorj (Oliver Lansley) diesen Rückblick auf einer sehr bitteren Note enden lässt.

Der Doctor und ein Cyberman in %26bdquo;Doctor Who%26ldquo; © BBC One
Der Doctor und ein Cyberman in %26bdquo;Doctor Who%26ldquo; © BBC One

Bill

Anschließend wird die vermeintlich tote Bill vom Rest der Gruppe getrennt. Während uns die Situation um das schwarze Loch, die unterschiedlichen Zeitzonen des gigantischen Raumschiffs und die dadurch erfolgten Entwicklungen der (menschlichen) Besatzungsmitglieder erklärt werden, folgen wir Bill, die durch eine Operation gerettet wurde, wie sie auf einen mutmaßlichen Verbündeten trifft und jahrelang auf die Rückkehr des Doctors wartet.

Das Szenario ist dabei angenehm düster gewählt und während wir Bill bei ihren Entdeckungen verfolgen, wohnen wir gleichzeitig der Genesis der Cybermen von Mondas bei. Hier kommt dann leider zum Vorschein, was oben weiter bereits erwähnt wurde. Viel zu schnell erahnen wir, wohin die Entwicklungen innerhalb des „Conversion Theatre“ die Menschen führen wird und durch welche Art von Operation Bill gerettet wurde. Ohne unser Vorwissen wäre die ganze Angelegenheit deutlich spannender gewesen, wenngleich die „Masken“ der Patienten bei den Kennern von The Tenth Planet vermutlich auch so die Alarmglocken ausgelöst hätten.

Zu Gute halten darf man dem Ganzen allerdings, dass die Erklärung zum „Upgrade“ der Menschen besser ausfällt als im Zweiteiler Rise of the Cybermen und Age of Steel (2x05 und 2x06), der die Ursprünge der modernen Cybermen in einer Parallelwelt beleuchtete. Die Weiterentwicklung erscheint hier in Anbetracht der Umstände sinniger und auch das Ablegen von Gefühlen wird als Notwendigkeit des (schmerzhaften) Prozesses veranschaulicht.

Bills Schicksal liefert uns zudem einen guten Cliffhanger, der sich zwar auch kommen sehen ließ, aber zumindest die Spannung darauf erhöht, ob der Doctor sie noch irgendwie zu retten vermag. Gut möglich, dass da nächste Woche noch ein Twist auf uns wartet und Bill der Serie auch in der nächsten Staffel erhalten bleibt. Andererseits aber ebenfalls denkbar, dass sich ihr Zustand nicht mehr rückgängig machen lässt und sie mit dem Staffelfinale die Serie nach nur einer Staffel wieder verlässt.

Master

Die Ankündigung, dass John Simm erneut als Master auftreten wird (und im Trailer zur Episode gezeigt wurde), gestaltet sich glücklicherweise weniger schlimm als die Vorschau auf die Cybermen. Einige werden ihn sicher recht schnell trotz des Make-ups und der veränderten Stimme in Mr. Razor erkannt haben, aber der Rezensent war bis zur Unterhaltung zwischen ihm und Missy am Rätseln, wie man ihn noch in die Folge einbauen würde. Insofern war dieser Spoiler ein gutes Stück weniger verderblich.

Sehr gelungen war zudem der Dialog zwischen Missy und ihrem alten Ich (die Frage danach, welcher Master zuerst da war und welcher eine spätere Inkarnation darstellt, wird beantwortet), welches sich besorgt um seine Zukunft (sprich: Missys Zukunft) zeigt. Das Staffelfinale dürfte sich somit zu einem großen Teil darum drehen, für welche Seite Missy sich entscheidet. Sie scheint nach wie vor bemüht darum, dem Doctor auf seinem Pfad zu folgen. Aber das Auftauchen ihrer früheren Version dürfte sie gewaltig auf die Probe stellen und dass sie sich in der letzten Szene neben Cyber-Bill und ihrer älteren Inkarnation platziert, verheißt nichts Gutes.

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Die Episode stellt den Doctor vor große Herausforderungen. Gleich zwei Versionen vom Master, ein Begleiter zum Cybermen umfunktioniert (wobei da natürlich auch noch die anderen ehemaligen Bewohner von Mondas warten), das große Raumschiff noch immer in den Fängen des schwarzen Lochs und die nächste Regeneration klopft auch schon an die Tür. Trotz vieler Vorhersehbarkeiten ein gelungener Auftakt zum großen Finale nächste Woche. Hoffentlich liefert das dann auch entsprechend ab.

Fazit

Ohne jegliches Vorwissen um diverse Gastauftritte und die Anfangssequenz um die einsetzende Regeneration wäre die Episode nahezu perfekt gewesen und hätte sicherlich die volle Punktzahl verdient. Mit diesem Wissen bleibt zwar dennoch ein sehr gelungener Auftakt zum Staffelfinale bestehen, der die Spannung auf die Auflösung nach oben schraubt. Aber ein Großteil der Entwicklungen dieser Woche lässt sich zu leicht vorhersehen, um das Spannungslevel von Anfang an hochzuhalten. Man wartet vielmehr darauf, dass gewisse Situationen eintreten und das trübt das sonst sehr stimmige Geschehen auf recht fatale Art und Weise. Von mir gibt es vier von fünf Sternen.

Doctor Who (2005) 10x11 Trailer

Schauspieler in der Episode Doctor Who (2005) 10x11

Darsteller   Rolle
Peter Capaldi …………… The Doctor
Pearl Mackie …………… Bill
Matt Lucas …………… Nardole
Michelle Gomez …………… Missy
John Simm …………… The Master
Oliver Lansley …………… Jorj
Paul Brightwell …………… Surgeon
Alison Lintott …………… Nurse
Nicholas Briggs …………… Cybermen (voice)
Simon Carew …………… Modern Cyberman
Helena Dennis …………… Student
Richard Highgate …………… Modern Cybermen
Jamie Hill …………… Mondasian Cyberman
Kevin Hudson …………… Cyberman
Steven Lathwell …………… Cyberman
Richard Price …………… Cyberman
Matthew Rohman …………… Patient

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?