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Verschwiegen 1x01 Das Messer

Verschwiegen 1x01 Das Messer

Andy Barber (Chris Evans), der stellvertretende Staatsanwalt, wird als Hauptermittler auf einen Fall angesetzt. Es handelt sich um den Mord an einem Klassenkameraden seines Sohnes.

Apple TV+ kann für das neue Serienprojekt Defending Jacob aka Defending Jacob wie üblich auf einige bekannte Namen und Gesichter setzen: Chris Evans aka Captain America, Michelle Dockery aus Downton Abbey, Jaeden Martell aus „It“ und „Knives Out“, Betty Gabriel aus Counterpart oder „Get Out“, sowie Pablo Schreiber alias Pornestach aus Orange Is the New Black oder American Gods sind nur einige davon.

In der Miniserie wird der New York Times-Bestseller aus dem Jahr 2012 in eine achtteilige Serie adaptiert. Es geht um ein Verbrechen in einer Kleinstadt in Massachusetts und was eine Familie damit zu tun hat. Evans spielt den Assistant District Attorney Andrew Stephen Barber und Martell seinen titelgebenen Sohn Jake/Jacob. Mark Bomback („Planet of the Apes“) ist der Showrunner der Produktion. Regie bei allen acht Folgen hat der oscarnominierte Morten Tyldum geführt, der der Serie einen düsteren und teils bedrückenden Stempel aufdrückt. Zum Start werden drei Episoden veröffentlicht und der Rest soll wöchentlich folgen.

Worum geht es in Defending Jacob?

Andrew Stephen Barber hat in den letzten zehn Jahren als ADA für das Middlesex County gearbeitet und muss im Piloten der Serie nun in einem sehr persönlichen Fall aussagen, der seine Familie betrifft und nationale Schlagzeilen machte. Es geht um den Mord an dem Schüler Ben Rifkin.

Zehn Monate früher: Es ist ein vermeintlich normaler Tag im Leben der Barbers. Andy weckt seinen Sohn mit etwas AC/DC-Musik und seine Mutter Laurie fragt beim Frühstück noch ein paar Vokabeln ab. Außerdem wird diskutiert, ob die Familie vielleicht mal eine Reise nach Mexiko unternehmen sollte. Der Alltag in Newton ist ebenfalls recht routinemäßig: Schule, Arbeit und Co stehen an. Bis die Schule von Jake plötzlich abgeriegelt wird und die Schüler nicht wissen, warum. Andy wird derweil an einen Tatort berufen, wo die Leiche von Ben Rifkin gefunden wird, der ein Mitschüler seines Sohnes ist. Der Junge wurde erstochen, doch vom Täter oder Motiv fehlt jede Spur. Einzig die persönliche Verwicklung sorgt für Unbehagen bei Andy. Jake ruft seinen Vater aus der Schule an und hofft zu erfahren, warum die Schüler sich im Lockdown befinden, Andy möchte ihm jedoch zunächst nicht antworten und versichert ihm, dass es nicht um einen Attentäter auf dem Schulgelände geht.

© AppleTV+
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Bald bestimmt der Mordfall das Leben in der Gemeinde und es wird getrauert. Andy und seine Kollegin Paula Duffy (Betty Gabriel) ermitteln in alle Richtungen, befragen die Schüler nach Augenzeugenberichten, doch zunächst vergebens. Lediglich die Aussage von einer gewissen Sarah (Jordan Alexa Davis) macht sie stutzig. Denn sie fragt Andy, ob er bereits mit seinem Sohn über den Vorfall gesprochen hat. Parallel geht ein Hinweis auf einen mutmaßlichen Verdächtigen ein, doch Andy will eine Nacht drüber schlafen. Nach der Trauerfeier redet er mit Jacob und kann nichts Verdächtiges an seinem Verhalten erkennen. Doch dann kommt eine Mail, die alles verändern könnte. Ein Kommentar bringt Jacob in den Kreis der Verdächtigen und Andy findet bald etwas sehr Belastendes in seinem Zimmer...

Verschwiegen

© AppleTV+
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Serien mit Morden an Jugendlichen sind an sich oft schon eine schwere Kost - und Defending Jacob scheint hier keine Ausnahme zu sein. Man muss wohl in der passenden Stimmung sein, um sich darauf einzulassen und in den Sumpf des Verbrechens einzutauchen. Sucht man etwas Lebensbejahendes in der aktuellen Zeit, dann sollte man wohl eher einen hohen Bogen um das Format von Apple machen. Dennoch lohnt sich ein Blick schon allein für alle Fans von Chris Evans, der in den letzten zehn Jahren als Captain America in diversen Marvel-Filmen weltweit viele Herzen erobern konnte und hier ganz klar eine Hauptattraktion ist. Evans kann beweisen, dass er mehr auf dem Kasten hat als nur die Superheldenrolle, auch wenn er das ja bereits mit „Knives Out“ getan hatte. Das Vater-und-Sohn-Gespann war dort übrigens Teil eines reichen Familienclans und darf nun wieder zusammen spielen. Auch der Jungschauspieler ist dabei durchaus sehenswert, genauso wie der Rest des Ensembles, sofern man das nach zwei Folgen sagen kann.

Die Ausstattung, der Ton und die Stimmung passen und obwohl der Pilot die Geschehnisse in eine erwartbare Ecke lenkt, schafft man es doch, innerhalb von 45 Minuten die Prämisse zu etablieren und die Zuschauer an die Hand zu nehmen, um herausfinden zu wollen, wer der Mörder sein könnte. An dieser Stelle muss ich sagen, dass ich mit der Romanvorlage nicht vertraut bin und deswegen keine Ahnung habe, wer es getan hat und ob es wirklich die offensichtliche Person sein soll. Deswegen bin ich gespannt, wie es weitergeht, da der große Cliffhanger aus der passend betitelten Episode Pilot Lust auf die zweite Folge macht und es dort spannend weitergeht.

Mit einer Lauflänge von 45 Minuten (zumindest bei den ersten beiden Kapiteln) hat das Format in meinen Augen die richtige Länge und auch acht in sich hoffentlich geschlossene Episoden erleichtern die Wahl, sich, wenn man denn in „Mordstimmung“ ist, für die Miniserie zu entscheiden. Die Regie ist durchaus fähig, wenn auch - wie manch andere Dramaserien von Apple - etwas in Montagen verliebt. Aber das ist nicht weiter schlimm, wenn es im Auftakt darum geht, die Figurenwelt und die Geschichte zu etablieren. Ich glaube, die Serie steht und fällt mit den Darstellerleistungen und diese sind, wie bereits geschrieben, überdurchschnittlich. Ich schaue Evans jedenfalls überaus gerne zu und mag ihn hier in der Rolle des Vaters am persönlichen Scheideweg.

Apple lässt sich den Streamingdienst einiges kosten, auch wenn die Zuschauerreaktion bisher - in meinen Augen - überschaubar bleibt. Auch bei der Kritik finden die Serien nicht auf dem gleichen Niveau wie etwa bei Netflix, Amazon Prime Video oder sogar Disney+ statt, obwohl man sich bei manchen Stoffen von der Qualität her nicht hinter der Konkurrenz verstecken muss. Vielleicht muss sich die Plattform aber auch noch einfach konsequenter für die potentiellen Kunden öffnen und etwa auch über Android mehr Möglichkeiten anbieten, um die wertigen Serien und Filme einem größeren Publikum schmackhaft zu machen.

Fazit

Ein starkes Ensemble und ein durchaus packender Fall stehen bei Defending Jacob im Zentrum. Ob man die Serie gut findet, dürfte auch mit der Stimmung für düstere serielle Krimistoffe zusammenhängen, denn leicht ist ein Fall um einen ermordeten Schüler eben mit Sicherheit nicht. Die Serie ist keine bahnbrechende Bereicherung für das Genre (andererseits: Wie viele neue Serien sind das schon?), aber in den ersten Kapiteln zumindest sehenswert genug, dass man einen Blick riskieren sollte, wenn man die Beteiligten auf kreativer und darstellerischer Ebene mag.

Hier abschließend noch der Trailer zur neuen Apple TV+-Serie „Defending Jacob“:

Schauspieler in der Episode Verschwiegen 1x01

Darsteller   Rolle
Michelle Dockery …………… Laurie Barber
Chris Evans …………… Andy Barber
Jaeden Martell …………… Jacob Barber
Pablo Schreiber …………… Neal Logiudice
Cherry Jones …………… Joanna Klein
Betty Gabriel …………… Paula Duffy
Patrick Fischler …………… Dan Rifkin
Sakina Jaffrey …………… Lynn Canavan
Daniel Henshall …………… Leonard Patz
Rebecca Gibel …………… Wendy
Alfred Briere …………… Molloy
Liam Kilbreth …………… Ben Rifkin
Megan Byrne …………… Joan Rifkin
Jordan Alexa Davis …………… Sarah Grohl
Ben Taylor …………… Derek Yoo