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Dark 1x01 Geheimnisse

Dark 1x01 Geheimnisse

Jonas (Louis Hofmann) kehrt aus einer psychiatrischen Anstalt zurück in seinen Schulalltag in Winden. Den Selbstmord seines Vaters hat er auch nach der Behandlung nicht ganz überwunden. An der Schule muss er feststellen, dass sein bester Freund und sein Schwarm Martha (Lisa Vicari) nun ein Paar sind.

Unterdessen versuchen die Bewohner der Kleinstadt Erik zu finden, einen Jugendlichen, der wie vom Erdboden verschluckt ist. Die Jugendlichen suchen derweil nach Eriks Drogenvorrat, den er in den Windener Höhlen versteckt haben soll. Statt auf das Gras zu stoßen, verschwindet der junge Mikkel (Daan Lennard Liebrenz) während des nächtlichen Ausflugs in den Wald.

Als eine Kinderleiche gefunden wird, erleben Bewohner und Polizei eine große Überraschung.

Netflix hat die erste deutsche Eigenproduktion auf den Markt gebracht und die könnte sich kaum mehr gegen die Vorvereinnahmung zwischen Hype und Verurteilung wehren. Ohne Anbiederung startet Dark titelentsprechend düster in die erste Staffel, erklärt und rechtfertigt sich nicht und lässt oft sogar offen, in welche Genreschublade man die Serie packen sollte.

Worum geht es?

Die Ereignisse der 45-minütigen Pilotepisode zusammenzufassen - selbst, wenn man die Mysterien so weit wie möglich außer Acht lässt - ist gar nicht so einfach, denn der Cast besteht aus mehr als 70 Darstellern, von denen wir viele schon in der Pilotepisode kennenlernen. Doch eine herausragende Stellung hat Jonas Kahnwald (Louis Hofmann), dessen Vater sich zu Beginn der Pilotepisode erhängt und einen mysteriösen Abschiedsbrief hinterlässt. Der Sohn leidet dementsprechend unter den Ereignissen und ist gerade aus einer psychiatrischen Einrichtung zurückgekehrt. Seine Mutter Hannah ([Maja Schöne]) hat sich unterdessen bereits mit Ulrich (Oliver Masucci) einen anderen Mann ins Bett geholt, auch wenn sie das geheim hält. Er natürlich noch mehr, denn er hat bereits eine Familie, Ehefrau Katharina (Jördis Triebel), die auch die Leiterin der Schule ist, und drei Kinder zu Hause. Um genau zu sein sind das der kleine Mikkel (Daan Lennard Liebrenz), der gerne Zauberer werden möchte, und die Teenager Magnus (Moritz Jahn) und Martha (Lisa Vicari). Letztere sind Freunde von Jonas, ebenso wie Bartosz (Paul Lux), Sohn der hiesigen Hotelbetreiberin Regina (Deborah Kaufmann).

Das erste Auffällige ist bereits passiert, als wir nach Winden kommen: Eric Obermann (Paul Radom) ist verschwunden. Der war bei seinen Mitschülern als Drogendealer bekannt. Das bringt die bereits beschriebene Clique aus Jugendlichen auf die Idee, in den Windener Höhlen nach dessen Vorrat zu suchen. Zu Winden gehören nämlich auch das Atomkraftwerk und ebenjene Höhlen, alte Stollen, die zum Teil auf dem Gelände des Kraftwerks liegen und in denen sich niemand so richtig auskennt, die aber aufgrund des dazugehörigen Gruselfaktors ein fester Anlaufpunkt für die Jugendlichen der Stadt sind.

Unterdessen erfahren wir, dass bereits vor 33 Jahren ein Kind verschwunden ist, nämlich der kleine Bruder von Ulrich, Matts, eine Sache, die niemals aufgeklärt wurde, aber von dem Bruder erfolgreich verdrängt wird. Anders seine Eltern, die noch immer daran glauben, dass etwas Unheimliches vor sich geht in der Kleinstadt.

Während die Jugendlichen sich nun also aufmachen, das Gras des Verschwundenen zu finden, streiten die Erwachsenen sich in einer Versammlung darüber, wie mit Eriks Verschwinden umzugehen sei. Doch noch bevor die Nacht zu Ende ist, kommt ein weiteres Problem dazu, denn an den Höhlen passiert etwas Gruseliges. Als die Jugendlichen aus dem Wald rennen, verschwindet der kleine Mikkel spurlos. Als dann eine Kinderleiche gefunden wird, herrscht nach der ersten Bestürzung große Überraschung, denn es ist weder Erik noch Mikkel. Kleidung und Walkman des toten Kindes stammen aus den Achtziger Jahren. Auf Höhe der Augen ist ein Kreis einmal um den Kopf gebrannt. Wir wissen unterdessen bereits mehr, denn derjenige, der Erik in der Gewalt hat, nutzt ein Gerät, das genau jene Gesichtspartie bedeckt. Wer es ist, wissen wir nicht, aber seine Begeisterung für die Achtziger Jahre ist deutlich.

Wie kommt es rüber?

Bei der Weltpremiere auf dem Toronto International Film Festival ließen die Serienschöpfer Baran bo Odar und Jantje Friese verlauten, dass sie große Fans des Fotografen Gregory Crewdson seien. An dessen magischem Alltagsrealismus haben sie auch die Serie ausgerichtet. Sieht man sich die Bilder an, kann man das nachvollziehen, auch wenn auf den ersten Blick natürlich auch andere Vorbilder für Dark in Betracht kommen. Für das Treffen des Stranger Things-Zeitgeists entschuldigt sich die deutsche Produktion nicht und wirkt auch dank eines Auges fürs Detail nicht wie ein Abklatsch der Erfolgsserie aus den USA.

Die große Hürde, an der selbst geneigte Zuschauer scheitern könnten, ist die Größe des Casts und die Unübersichtlichkeit der Story in den ersten Episoden. Von den meisten Zuschauern wird es gewürdigt, wenn eine Serie nicht alles auf dem silbernen Tablett serviert und sein Publikum auch selbst mitdenken lässt. Doch die Linie zwischen für doof zu verkaufen und herausfordern ist schmal und gerade in den ersten Episoden überlassen die „Dark“-Macher uns ein bisschen zu oft uns selbst. Doch was sie gut treffen ist der Surrealismus, der überraschend und manchmal grausam in den Alltag einbricht. Ohne Vorwarnung werden Dinge, die uns vertraut sind, entstellt, enttarnt oder umgeworfen. Mit einem Blick für das Leben in der deutschen Kleinstadt, für die Markierungen, an denen wir selbst festmachen, wo und in welcher Zeit wir leben, ziehen sie uns heran, um uns dann umso weiter fortzustoßen, wenn in diese Normalität plötzlich das Unbehagen einzieht.

Am Cast kann man das gut festmachen. Die großen Stars fehlen, manch einer mag dem einen oder anderen bekannt vorkommen, für andere werden alles neue Gesichter sein. Die sind nicht von der aus Hollywood bekannten Glätte geprägt, sondern würden so in jede Groß- oder Kleinstadt passen ohne besonderes Aufsehen zu erregen. Das Charisma, das von ihnen ausgeht, zeigt sich oft erst auf den zweiten oder gar dritten Blick, doch dann setzt sich etwas fest, oft so tief, dass man es selbst nicht greifen kann.

Fazit

Ob das Geheimnis am Ende gelöst wird, ob es dann befriedigend ist und ob sich der Aufwand lohnt, bleibt abzuwarten. Doch der Weg dahin ist so atmosphärisch dicht und eindringlich, dass er in keinem Fall vergebens sein kann.

Top oder Flop? - Dark im Review-Battle zwischen Felix und Loryn

Die Nerdstube mit „Dark“ und mehr

Schauspieler in der Episode Dark 1x01

Darsteller   Rolle
Louis Hofmann …………… Jonas Kahnwald
Maja Schöne …………… Hannah Kahnwald
Oliver Masucci …………… Ulrich Nielsen
Stephan Kampwirth …………… Peter Doppler
Angela Winkler …………… Ines Kahnwald
Jördis Triebel …………… Katharina Nielsen
Daan Lennard Liebrenz …………… Mikkel Nielsen
Lisa Vicari …………… Martha Nielsen
Moritz Jahn …………… Magnus Nielsen
Paul Lux …………… Bartosz Tiedemann
Karoline Eichhorn …………… Charlotte Doppler
Gina Stiebitz …………… Franziska Doppler (as Gina Alice Stiebitz)
Deborah Kaufmann …………… Regina Tiedemann
Tatja Seibt …………… Jana Nielsen
Hermann Beyer …………… Helge Doppler
Peter Benedict …………… Aleksander Tiedemann
Sebastian Rudolph …………… Michael Kahnwald
Leopold Hornung …………… Torben Wöller
Mieke Schymura …………… Police Officer Jankowski
Tom Jahn …………… Jürgen Obendorf
Jennipher Antoni …………… Ulla Obendorf
Nils Brunkhorst …………… Teacher
Paul Radom …………… Erik Obendorf
Shani Atias …………… Hannah Kahnwald (voice)
Christian Hutcherson …………… Magnus Nielson (voice)
Tamar Pelzig …………… Franziska / Doris (voice)
Mandy M. Haupert …………… Teacher
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