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Castle 6x17

Castle 6x17

Beckett (Stana Katic) soll bei einem Drogenfall aushelfen, jedoch wird aus der Routinemission schnell eine äußerst tödliche Angelegenheit, als eine Undercover-Operation gehörig schiefgeht. Um selbst zu überleben, muss sich Beckett in einem verzwickten Spiel ein paar der gefährlichsten Männern der New Yorker Unterwelt stellen, unter welchen sich auch ein alter Bekannter von Beckett befindet...

Das passiert in der Castle-Folge In the Belly of the Beast:

Nichts ist doch so schön, wie gemeinsam auf der faulen Hand zu liegen! Das sagen sich auch Castle (Nathan Fillion) und Beckett (Stana Katic) und genießen einfach ihre Zweisamkeit. Doch damit ist es bald vorbei. Captain Gates (Penny Johnson Jerald) beordert Beckett auf die Wache zurück - allein. Denn es geht um eine streng geheime Mission: Captain Fowler (Carlos Gomez) von der Drogenfahndung hat die Mordkommission um Hilfe gebeten. Ein neuer Drogenring macht sich auf dem Markt breit - und bereits eine Spur von Morden hinter sich hergezogen.

Die einzige Spur, welche die Drogenfahndung hat, ist Elena Markov (Britt Rentschler), eine aus Russland stammende Frau, die als Drogenkurier eingesetzt wurde. Ein angesetztes Treffen mit ihren Vorgesetzten in der Syndikat-Hierarchie könnte der entscheidende Durchbruch im Fall sein. Doch die Frau begeht einen Selbstmord-Versuch. Deshalb will Fowler eine Polizistin zu dem Treffen schicken, welche Elena ähnelt: Beckett. Diese erklärt sich dazu auch bereit. Doch das Treffen verläuft ganz anders, als Beckett und die Drogenfahndung erwartet haben. Beckett wird von dem Ring entführt, ohne dass die Polizei etwas dagegen unternehmen kann. Zwar wissen die Verbrecher offenbar nicht, dass sie eine Polizistin ist. Doch Beckett merkt schnell, dass sich hinter der Rolle, die sie spielt, weit mehr verbirgt, als sie zunächst dachte. Denn Elena ist keineswegs nur ein ahnungsloser Kurier...

Undercover-Thriller

Wow! Das war aber mal richtig spannend! In the Belly of the Beast gehört ganz klar zum Typ der Event-Episoden. Mit dem üblichen Schema, wie Castle-Folgen sonst ablaufen, wird hier maximal gebrochen. Es gibt in dem Sinne keinen Kriminalfall zu lösen. Die gesamte Episode ist vielmehr als ein Undercover-Thriller angelegt, in dem Beckett mehr oder minder auf sich allein gestellt ist - und sich dabei einer gefährlichen Verbrecherorganisation gegenübersieht.

Ein GANZ großes Kompliment geht nicht nur an die Autoren Andrew Marlowe und David Amann, sondern auch an Regisseur Rob Bowman. Bei einem Thriller gibt es im Grunde nur zwei Dinge zu beachten: Das Publikum muss den Protagonisten wirklich ins Herz geschlossen haben; je mehr wir uns um ihn beziehungsweise sie sorgen, desto größer ist die Spannung.

Herzergreifend

Nach gut sechs Jahren könnte man es natürlich als gegeben ansehen, dass die Zuschauer mit einer der beiden zentralen Hauptfiguren mitfiebern. Doch In the Belly of the Beast rückt Beckett noch mal nachdrücklich in das sympathischste Licht. Die Auftaktszene ist ein Caskett-Moment zum Verlieben. Und der vorsorgliche Abschiedsbrief an Castle, den sie für den Fall verfasst, dass sie das Abenteuer nicht überlebt, ist so dermaßen berührend - man kann es kaum in Worte fassen, wie sehr man sich als Zuschauer in diesem Moment wünscht, dass Beckett das Abenteuer unbeschadet übersteht, um diese Dinge, wie sie selbst schreibt, Castle persönlich sagen zu können.

In größter Gefahr

Eine wichtige Bedingung für einen gelungenen Thriller ist damit schon mal hundertprozentig erfüllt. Die zweite Bedingung ist, dass die Gefahr, welche der Protagonistin droht, wirklich überzeugend sein muss. Und hier kommt insbesondere die Regie von Rob Bowman ins Spiel. Angefangen beim Casting der bad guys: Kenny Johnson und Al Sapienza (Person of Interest) machen ihre Sache als misstrauische/undurchsichtige Mafiosi wirklich großartig. Dazu kommen die toll ausgesuchten und gefilmten Locations: hohe Decken, lange Korridore. Bereits architektonisch bekommt man das Gefühl, dass Beckett es mit einer Übermacht zu tun hat. Und dann die schwerbewaffneten Wachen, die überall postiert sind - und sich meist nur als in Schatten gehüllte Silhouetten abzeichnen.

Klar, kann man sich sagen: es ist Episode 6x17; so einfach mittendrin werden die Autoren Beckett schon nicht sterben lassen. Das ist richtig. Diesem Gedanken liegt allerdings bereits ein Ebenenwechsel in der Wahrnehmung zu Grunde (von der Fiktion auf die Produktionsseite). Innerhalb er Fiktion tut In the Belly of the Beast dagegen alles, um die Gefahr für Beckett so eindringlich wie möglich zu schildern. Auch der Brief an Castle gehört dazu, weil Beckett damit signalisiert, dass sie selbst ein Scheitern für sehr wohl möglich hält.

Hilflos

Umgekehrt fühlen wir als Zuschauer auch mit Castle selbst, der in dieser Folge zum völligen Nichtstun verdammt ist. Er kann sich aufregen, er kann sich beschweren, mehr aber auch nicht. Er befindet sich in einer Situation, in der er Beckett absolut nicht helfen kann. Das ist einerseits frustrierend. Andererseits erhöht es allerdings nur noch die Spannung, weil eine Rettung für Beckett damit noch unwahrscheinlicher ist.

Der große Gegenspieler

Ihre tatsächliche Rettung mag ein wenig wie ein Deus ex machina ausschauen; dieser Eindruck wird allerdings dadurch zerstreut, dass erst in diesem Moment klar wird, dass nicht Vulcan Simmons (Jonathan Adams) der geheimnisvolle Ring-Führer Lazarus ist, sondern noch jemand anders hinter ihm steht. Schon Simmons Auftauchen war ein begrüßenswerter Rückverweis auf den Plot rund um den Mord an Becketts Mutter. Die Krönung ist jedoch die Einsicht am Ende, dass es Senator Bracken ist, der den Drogenring zur Finanzierung seines Präsidentschafts-Wahlkampfs benutzt. Auch wenn man es ihm derzeit nicht beweisen kann.

Die Überraschung wäre sicherlich größer gewesen, wenn man den Namen von Jack Coleman nicht schon in die Credits am Anfang gepackt hätte. Gerade, weil er am Ende nur einen Kurzauftritt hat, hätte es ein „Special Appearance by...“ im Abspann sicher auch getan. Aber das ist nur ein geringfügiger Kritikpunkt an einer ansonsten wirklich ganz fantastischen Episode. Und auch an besagtem Ende haben wir es mit einem sehr gelungenen Spannungsmoment zu tun: Bracken ist drauf und dran mit seiner Rücksichtslosigkeit Erfolg zu haben - und es gibt scheinbar nichts, was Castle und Beckett dagegen tun können. Sie sind - vorerst jedenfalls - zum hilflosen Zuschauen verdammt.

Ketchup...

Streiten könnte man sich vielleicht ein wenig um den Mord, den Beckett zu begehen hat, damit sie Lazarus treffen darf. Ja, okay, es wäre wohl nicht Castle, wenn Beckett den Mord wirklich verübt hätte, das ist klar. Andererseits ist die Erklärung mit dem Ketchup dann doch schon ein bisschen... grenzwertig.

Fazit

Fünf Sterne. Weniger kann man dieser Folge, ohne kleinere Schwächen verschweigen zu wollen, einfach nicht geben. Dafür ist diese Thriller-Episode einfach zu spannend. Und auch der Rückbezug zu dem fast vergessen geglaubten Plot rund um Bracken und den Mord an Becketts Mutter gibt mindestens ein Extra-Sternchen.

Castle 6x17 Trailer

Schauspieler in der Episode Castle 6x17

Darsteller   Rolle
Nathan Fillion …………… Richard Castle
Stana Katic …………… Kate Beckett
Susan Sullivan …………… Martha Rodgers
Jon Huertas …………… Javier Esposito
Seamus Dever …………… Kevin Ryan
Tamala Jones …………… Lanie Parish (credit only)
Molly C. Quinn …………… Alexis Castle (credit only)
Penny Johnson …………… Captain Victoria Gates
Carlos Gomez …………… Captain Fowler (as Carlos Gomez)
Jonathan Adams …………… Vulcan Simmons
Jack Coleman …………… Senator William H. Bracken
Al Sapienza …………… Mr. Jones
Kenny Johnson …………… Mr. Harden
Daniel Hugh Kelly …………… Evan Potter
Maya Stojan …………… Tory Ellis
Britt Rentschler …………… Elena Markov
Regi Davis …………… Dr. Bailey
Meg Cionni …………… Tessa
Stephanie Escajeda …………… Tourist
Jennifer Jean Snyder …………… News Anchor
Bethany Hazelitt …………… Money counting girl
Ralph Kampshoff …………… Deputy Commissioner
John William King …………… Dead Cop
Ruzena Zatko …………… Counting Woman

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