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Better Call Saul 6x13 Saul ist weg (Saul Gone)

Episodenbild Better Call Saul 6x13
Episodenbild Better Call Saul 6x13© AMC

Episode:Staffel: 6, Episode: 13
(Better Call Saul 6x13)
Deutscher Titel der Episode:Saul ist weg
Titel der Episode im Original:Saul Gone
Erstausstrahlung der Episode in USAMontag, 15.August 2022 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland:Dienstag, 16.August 2022
Autoren:Vince Gilligan, Peter Gould, Ariel Levine
Regisseur:Peter Gould

Inhaltsangabe zu der Episode Better Call Saul 6x13: «Saul Gone»

It's showtime! Das Serienfinale von Better Call Saul lässt keinen Wunsch offen. Ein grandioser Abschluss dieser ohnehin grandiosen Serie. Auch leistet man sich erneut den einen oder anderen Gastauftritt aus Breaking Bad.

Fotos aus der Episode Better Call Saul 6x13 Saul ist weg (Saul Gone)

  • Foto aus der Episode Better Call Saul

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Kritik der Episode Better Call Saul 6x13: Saul Gone

It's showtime! Das Serienfinale von Better Call Saul lässt keinen Wunsch offen. Ein grandioser Abschluss dieser ohnehin grandiosen Serie. Auch leistet man sich erneut den einen oder anderen Gastauftritt aus Breaking Bad...

Mit der 69-minütigen Episode Saul ist weg (im Original: „Saul Gone“), der 13. Ausgabe der sechsten Staffel, endet Better Call Saul - und damit das gesamte Breaking Bad-Universum. Das letzte Wort hat der Showrunner Peter Gould, der aber nicht nur das Drehbuch zum großen Finale schrieb, sondern auch für die Regie verantwortlich zeichnete.

Ganz bewusst entschied sich Gould für ein völlig anderes Ende als bei der Mutterserie. Während Walter White (Bryan Cranston) mit einem lauten Knall verschwand, setzt Saul Goodman (Bob Odenkirk) einen etwas subtileren Schlusspunkt. War es bei „Breaking Bad“ stets die Gewalt, die über Sieg und Niederlage entschied, plädierte „Saul“ doch für die Macht der Worte.

Nun, da beide Serien fertig sind und der Franchise-Vater Vince Gilligan zu neuen Ufern aufbricht, kann man festhalten, dass sowohl „Breaking Bad“ als auch „Better Call Saul“ mit zum Besten gehören, was das US-Fernsehen je zustande brachte. Die Geschichten von Walt und Saul faszinieren mit ihren Gemeinsamkeiten genauso wie mit ihren Unterschieden. Sie bereichern sich gegenseitig durch ihre jeweilige Existenz.

Saul wird gefasst

Zunächst zum wichtigsten Unterschied: Während sich Heisenberg seiner Festnahme durch die Behörden bis zum Tod entziehen konnte, war es Saul natürlich vorbestimmt, in die Mühlen der Justiz zu tappen, in denen er jahrelang als Sandkorn für Chaos gesorgt hat. Besonders schön dabei das Bild, wie die Polizei ihn aus der Mülltonne fischt, nachdem er von der rüstigen alten Rentnerin Marion (Carol Burnett) verpfiffen wurde. Sauls dumpster dive erinnert an die Zeit, als er sich im Sandpiper-Fall einst für die Belange alter Menschen eingesetzt hatte, statt sie zu bedrohen (wie er es heute tut).

Als ihm schließlich der Prozess gemacht wird, kommt es zum überraschenden Wiedersehen mit Marie Schrader (Betsy Brandt), die als Hinterbliebene von ASAC Schrader (Dean Norris) die Klägerschaft vertritt. Saul wird nämlich nicht nur Geldwäsche vorgeworfen, sondern auch Verschwörung für alle anderen Straftaten Heisenbergs, der sich ja schön aus der Affäre gezogen hat... Unterm Strich erwartet ihn ein Gefängnisaufenthalt von einmal lebenslänglich plus 190 Jahre.

Mithilfe seines Assistenzanwalts Bill Oakley (Peter Diseth), der nicht wirklich viel zu tun kriegt, kann Saul die Forderung des Staatsanwalts auf läppische siebeneinhalb Jahre in einem der gemütlichsten Gefängnisse des Staates herunterhandeln (mitsamt Eiscreme-Privilegien). Doch dann pokert unser Protagonist wieder ein bisschen zu hoch, indem er noch Howards Leichnam (Patrick Fabian) als Verhandlungsmasse ins Spiel bringt. Was er nicht weiß: Kim (Rhea Seehorn) ist ihm mit ihrem Geständnis schon zuvorgekommen...

Was folgt, ist ein Twist, der so furchtbar scheint, dass man ihn kaum glauben kann. Saul will offenbar Kim mit in den Abgrund ziehen und seine Exfrau im eigenen Fall belasten. Dies wäre der letzte Sargnagel für sein Gewissen und auch für unsere Erinnerung an den guten alten Jimmy. Als schließlich der Tag der Gerichtsverhandlung kommt, ist auch Kim anwesend, um zu hören, was der Angeklagte über sie zu sagen hat. Und dann heißt es endlich „Showtime!“, womit die Serie ihre letzte große Glanzstunde einläutet...

Die Geister der Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit

Bevor wir Sauls brillante Rede vor Gericht angemessen würdigen können, müssen wir zunächst auf die drei Flashbackszenen der Finalfolge zu sprechen kommen. Peter Gould hat die letzte Wandlung der Hauptfigur mit einer klassischen Charles-Dickens-Hommage vorbereitet, indem er Saul von drei Geistern heimsuchen lässt, wie einst Ebenezer Scrooge in der Weihnachtsgeschichte.

Den Anfang macht Mike Ehrmantraut (Jonathan Banks) als Geist der Gegenwart. Gegenwart deshalb, weil uns die Erinnerung in die Hochphase von „Better Call Saul“ zurückführt, nämlich in die Highlightepisode Bagman (5x08) - sozusagen dem „Ozymandias“ der Prequel-Serie. Während Saul und Mike bei ihrer Wüstenwanderung eine kurze Trinkpause einlegen, sprechen sie über Zeitreisen. Dabei zeigt sich Mike seltsam nahbar und ehrlich. Leider verschwendet Saul den Moment, indem er über kindische Geldfantasien fabuliert.

Als Nächstes kommt der Geist der Zukunft, dargestellt durch Walter White, was uns unverhofft einen weiteren Gastauftritt von Bryan Cranston beschert. Zeitlich befinden wir uns kurz vor dem „Breaking-Bad“-Finale, als Walt und Saul im Keller des Staubsaugerkönigs Ed Galbraith (Robert Forster) abgetaucht sind und sich gegenseitig auf die Nerven gehen. Auch hier stellt Saul die Frage nach den Zeitreisen, was ihm von Walt als Mann der Wissenschaft nichts als Verachtung einbringt.

Bezeichnend ist vor allem, dass sich Heisenberg in seiner Hybris wie immer für den Klügsten im Raum hält, während er die offensichtlichsten Dinge übersieht. Er mag zwar klug genug sein, um zu verstehen, dass es bei der Frage nicht um Zeitreisen, sondern um Reue geht. Gleichzeitig versagt seine Fähigkeit zur Selbstreflexion, vergleicht man seine Antwort nur mit der von Mike. Walts größte Reue ist, dass andere ihm angeblich sein Imperium gestohlen haben - so engstirnig sieht er seine Welt. Und wenn Saul jetzt vor Gericht genauso blind bleibt, endet er wohl ähnlich erbärmlich...

Den letzten Stoß, endlich das Richtige zu tun, gibt ihm schließlich der dritte Geist, nämlich der Geist der Vergangenheit, repräsentiert durch seinen toten Bruder Chuck (Michael McKean). Wir sehen einen ganz normalen Tag aus der Frühphase der Serie, als Saul noch Jimmy hieß und sein Bestes tat, um Chuck zu beeindrucken. Das Außergewöhnliche: Zur Abwechslung versucht auch Chuck mal, ein guter Bruder zu sein, worauf diesmal Jimmy falsch reagiert. Könnte er in der Zeit zurückreisen, würde er es sicher besser machen und das ganze Unglück seines Lebens in diesem Moment verhindern...

Ein Lächeln von Kim

Doch es ist noch nicht alles verloren, ein bisschen Wiedergutmachung scheint noch möglich. Als Saul vor Gericht steht, weiß er endlich, was zu tun ist. Er hat nur noch ein Ziel im Leben: Er will Kims Lächeln wiedersehen - und sei es für ein letztes Mal. Um das zu erreichen, muss er Buße tun, wie noch niemand sonst in diesem Franchise Buße tat. Er verzichtet auf den einmaligen Deal mit den siebeneinhalb Jahren hinter Gittern und übernimmt die volle Verantwortung, selbst für Dinge, die nicht strafrechtlich relevant sind (zum Beispiel das, was er Chuck angetan hat).

Die Rede, die der Antiheld hält, um wieder zum Helden zu werden, klingt stark nach altem Hollywood-Pathos, der hier aber mehr als angebracht erscheint, denn Jimmy ist und bleibt eben ein Showman der alten Schule. Zumal Gould noch weiter geht: Im Bus, der Jimmy in sein neues Zuhause für die nächsten 86 Jahre bringt - er wird das Hochsicherheitsgefängnis nie mehr lebend verlassen - erkennen ihn die neuen Zellennachbarn. In größter Bewunderung für die Legende der kriminellen Unterwelt stimmt der Gefangenenchor sein Lied an: „BETTER CALL SAUL!! BETTER CALL SAUL!! BETTER CALL SAUL!!

Wer hier noch keine Tränen weint, wird spätestens durch Kims Besuch im Gefängnis in die Knie gezwungen. Mit ihrer alten Anwaltslizenz verschafft sie sich Zutritt, um Jimmy, der sein Pseudonym Saul für immer abgelegt hat, unter vier Augen zu sprechen. Gesagt wird bei dem Wiedersehen sowieso nicht viel, stattdessen rauchen die Zwei eine Zigarette, wodurch sich der Kreis zur ersten gemeinsamen Szene in der Pilotepisode schließt. Als Kim, die in Florida wieder pro bono tätig ist, Jimmy verlässt, werfen sie sich durch die Gefängniszäune einen letzten Blick zu. Er gibt ihr die Fingerpistolen und sie deutet nur den Hauch eines Lächelns an, was mehr ist, als er sich je hatte erträumen können...

Ein perfektes Serienfinale für das vielleicht beste Fernsehdrama, das in den letzten sechs Jahren zu sehen war. Ein subtileres Ende als bei Breaking Bad, wobei sich Better Call Saul schon immer etwas mehr für die leiseren Töne interessiert hatte. Neben dem brillanten Writing und der geduldigen Inszenierung Vince Gilligans und Peter Goulds verdanken wir das Aufgehen dieser Formel vor allem der stillen Schauspielwucht von Bob Odenkirk und Rhea Seehorn - ein unsterbliches Duo für die TV-Annalen. Mögen sie alle mit Emmys überschüttet werden und durch unseren Applaus überwältigt!

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Bjarne Bock

Der Artikel Better Call Saul: Saul ist weg - Kritik zum Serienfinale wurde von Bjarne Bock am Dienstag, den 16. August 2022 um 18.00 Uhr erstmalig veröffentlicht.

Schauspieler in der Episode Better Call Saul 6x13

Darsteller   Rolle
Bob Odenkirk …………… Jimmy McGill
Jonathan Banks …………… Mike Ehrmantraut
Rhea Seehorn …………… Kim Wexler
Barbara Rosenblat …………… Judge Samantha Small
Peter Diseth …………… Bill Oakley
Julie R. Pearl …………… ADA Suzanne Ericsen
Stephen Conrad Moore …………… U.S. Marshal
Rusty Schwimmer …………… Legal Aid Lawyer
Bob Jesser …………… AUSA George Castellano
Carol Burnett …………… Marion
Bryan Cranston …………… Walter White
Betsy Brandt …………… Marie Schrader
Michael McKean …………… Chuck McGill
Todd Terry …………… SAC Austin Ramey
Cara Mitsuko …………… Hillary Park
Ash Khan …………… Neel Patel
Sheila Vossough …………… Elizabeth Nooryani
Gerardo Davila …………… Zachary Hernandez
Ione Butler …………… Sarah Braddock
Julia Lashae …………… June
Brittanie Sheree …………… Claudia
Colleen Elizabeth Miller …………… Karly
Hillary Zinks …………… Tammy
Mia Stallard …………… Pregnant Client
Marisilda Garcia …………… Blanca Gomez
Christina Gopal …………… Federal Court Deputy
Sean Berube …………… Omaha Arresting Officer
Jennifer A. Goodman …………… Omaha Secondary Officer
Adam Kann …………… Beefy Correctional Officer
Kyle Kernan …………… Bus Correctional Officer
Jamal Duff …………… Huge Inmate
Michael Vincent Berry …………… Thick Neck Inmate
Jarvis Denman Jr. …………… Face Bandage Inmate
Ian A. Hudson …………… Squinty Inmate
Faustino Deblas …………… Bakery Inmate

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