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Better Call Saul 6x11 Rein oder raus? (Breaking Bad)

Episodenbild Better Call Saul 6x11
Episodenbild Better Call Saul 6x11© AMC

Episode:Staffel: 6, Episode: 11
(Better Call Saul 6x11)
Deutscher Titel der Episode:Rein oder raus?
Titel der Episode im Original:Breaking Bad
Erstausstrahlung der Episode in USAMontag, 1.August 2022 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland:Dienstag, 2.August 2022
Autoren:Vince Gilligan, Peter Gould, Thomas Schnauz
Regisseur:Thomas Schnauz

Inhaltsangabe zu der Episode Better Call Saul 6x11: «Breaking Bad»

Durch die jüngsten Erfolge ermutigt, schlagen die Partner ihre Vorsicht in den Wind und heben ihr Unternehmen auf ein neues Niveau.

Kritik der Episode Better Call Saul 6x11: Breaking Bad

Die drittletzte Episode von Better Call Saul beantwortet zahlreiche Fragen, auch, was die 2013 beendete Mutterserie Breaking Bad betrifft. Trotzdem bleibt bei dem Erkenntnisrausch noch Zeit für vermeintliche Nebensächlichkeiten.

Sechs Staffeln - und bis zur drittletzten Folge haben uns die Better Call Saul-Schöpfer Vince Gilligan und Peter Gould warten lassen, um uns das zu geben, worauf wir uns beim Breaking Bad-Prequel lange Zeit am meisten gefreut hatten: die Rückkehr von Walter White (Bryan Cranston) und Jesse Pinkman (Aaron Paul). Dass es diese Woche endlich so weit sein würde, war spätestens dann keine Überraschung mehr, als der Titel der neuen Episode, nämlich Breaking Bad (6x11), bekanntgegeben wurde (wir berichteten). Warum man sich hierzulande übrigens für die völlig vergessenswerte Übersetzung „Rein oder raus?“ entschieden hat, bleibt mir wiederum ein absolutes Rätsel.

Die wichtigste Erkenntnis der dieswöchigen Highlight-Ausgabe - die von Franchise-Veteran Thomas Schnauz recht solide geschrieben und sehr ausgefeilt inszeniert wurde - bleibt sowieso eine andere: Man hat uns vorgeführt, dass das, was wir uns so lang gewünscht hatten, nicht wirklich das war, was wir brauchten. Man hat es uns nun trotzdem gegeben, damit wir sehen, dass das eigentliche Ziel der Spin-off-Serie stets ihr Weg war, der Weg von Jimmy McGill (Bob Odenkirk). Aber nicht hin zu „Breaking Bad“, sondern sein eigener Pfad, den er vor allem gemeinsam mit Kim (Rhea Seehorn) beschritt. So ist es in der neuen Folge zu Recht nun ein Lebenszeichen von ihr, das so viel bedeutungsvoller ist als der große Cameo-Auftritt.

Neuigkeiten von Francesca und der Besuch alter Bekannter

Sauls frühere Sekretärin Francesca (Tina Parker) versorgt den Protagonisten, der sich als Gene Takavic in Omaha versteckt, im November 2010 - also ein paar Monate nach den Ereignissen aus „Breaking Bad“ und dem Streifen „El Camino“ - mit frischen Informationen, die rückblickend zwar nichts ändern, aber trotzdem schön zu wissen sind. So wird uns bestätigt, dass Skyler (Anna Gunn) mithilfe des Lottoscheins, auf den Walt (Cranston) die GPS-Koordinaten von Hanks (Dean Norris) Grab geschrieben hatte, tatsächlich einen Deal erwirken konnte, der sie straffrei davonkommen ließ. Auch Huell (Lavell Crawford) soll es nach New Orleans geschafft haben, was die Fans wahrscheinlich am meisten zu hören freut, zumal man sich hier schon neues Spin-off-Potential ausmalen kann...

Mit der wichtigsten Info rückt Francesca, die richtig wütend auf Saul ist, erst ganz zum Schluss raus. Sie hat Mitleid mit ihm, und es ist ja auch sein 50. Geburtstag (er ist nun so alt wie Walt, als dieser seine Krebsdiagnose erhielt). So verrät Francesca Saul, dass Kim sie kontaktiert habe, nachdem die Schlagzeilen um den Drogenboss Heisenberg und seinen Anwalt Saul Goodman erschienen waren. Auch habe sie sich nach dem Wohlergehen ihres Exmannes erkundigt, was dieser nun als Einladung fehlinterpretiert, sie anzurufen. Ein sehr gerissener Schachzug von Schnauz, dass er uns das eigentliche Telefonat von Jimmy und Kim nicht mithören lässt. Allein die Reaktion der Titelfigur zeigt uns, dass es nicht gut läuft.

Trotzdem sind wir irgendwie erleichtert, weil wir endlich wissen, dass Kim nach den Ereignissen von „Breaking Bad“ noch am Leben ist. Sie ist bei ihrer Entscheidung, dem Recht abzuschwören, anscheinend standhaft geblieben, und arbeitet nun für eine Sprinkleranlagenfirma in Florida. Sie ist weit weg von dem Mann, der für sie nichts Gutes bedeuten kann. Der sich nach der Trennung immer tiefer in den Teufelskreis gestürzt hat, um sich von dem Schmerz abzulenken. Dieses destruktive Muster wiederholt sich in der neuen Folge auf vielleicht fatalste Art und Weise. Damit nun zur großen „Breaking Bad“-Reunion...

Man hätte annehmen können, dass Cranston und Paul nur in Nachrichten-Schnipseln zu sehen sind, die in der Gene-Zeit über den Drogenskandal von Albuquerque berichten. Stattdessen kriegen wir die beiden allerdings in bester Breaking Bad-Manier zu sehen, circa in der Mitte der zweiten Staffel, als zum ersten Mal auch Saul auftrat. Wir sehen nun nämlich die Entführung beziehungsweise Einführung aus seiner Perspektive (das ist bereits das Cold Open der neuen Folge).

Nachdem er die zwei Amateure am Husten des einen erkannt hat, kriegt Saul eine kleine Privatführung im crystal ship, dem legendären Wohnwagen-Methlabor. Dies ist das Herzstück vom Gastauftritt, der bewusst in schwachem Licht gefilmt wurde, um zu verhüllen, dass Paul keinen 20-Jährigen mehr spielen kann. Aber solche optischen Minimakel waren bei dem Prequel noch nie ein ernsthaftes Problem. Man ist ohnehin total beseelt von der tollen „Chemie“, die Walt und Jesse auch neun Jahre nach ihrem letzten TV-Auftritt noch haben.

Erfreulich ist vor allem, dass Schnauz die Rückkehr der beiden nicht ausnutzt, um uns neue Wendungen vor den Latz zu knallen, welche die Fanforen in Aufruhr versetzen würden. Es ist alles wie immer, und damit perfekt: Jesse ist liebenswürdig naiv und Walt ein grummeliger Mistkerl (ein bisschen erinnert die Dynamik sogar an Jimmy und seinen großen Bruder Chuck (Michael McKean)). Better Call Saul beutet „Breaking Bad“ also nicht aus, um vor dem Finale noch mal einen Hype hervorzurufen. Es ist eine sanfte Verbeugung vor der Mutterserie, die gegen Ende genial auf einen Schlüsselmoment für Saul hinwirkt...

Saul geht auf die Zielgerade zu

Der Großteil der drittletzten „Better Call Saul“-Episode knüpft tatsächlich an den „Nippy“-Heist der Vorwoche an. Nach dem herzzerschmetternden Telefonat mit Kim braucht Jimmy/Saul/Gene dringend eine Ablenkung und leiert daher eine weitere Nummer mit Jeff (Pat Healy) und dessen Kumpel Buddy (Max Bickelhaup) an. In einem bestens abgestimmten Trio nehmen sie reiche, arrogante Geschäftsmänner aus, die erst abgefüllt und später ganz subtil beraubt werden. Das geht so lange gut, bis Buddy bei einem krebskranken Opfer, gespielt von Kevin Sussman (The Big Bang Theory), Gewissensbisse kriegt.

Gene, der sich durch den todgeweihten Fremden womöglich an den Mann erinnert fühlt, der ihn in seinen Augen in den Ruin gestürzt hat, ist rasend vor Wut. Völlig fahrlässig bricht er in der finalen Szene selbst in das Haus ein, um die Sache abzuschließen. Es ist gleich das zweite Mal in der Folge, dass die Titelfigur Glas zerbricht (davor schon in der Telefonzelle nach dem Gespräch mit Kim). Abergläubische Menschen werden durch dieses Bild bereits zusammenzucken - und auch der Episodentitel „BREAKING Bad“ wird dadurch sehr schön unterstrichen.

Wie Thomas Schnauz am Ende die Übergänge zwischen der bunten „Breaking-Bad“-Ära und der Schwarz-Weiß-Zeit nach der Serie gestaltet - vom Taxi zu Sauls Cadillac, von der Haustür des Krebskranken zur Tür von Walts Schule -, ist mit das Beste, was „Better Call Saul“ in sechs Staffeln bislang zustande gebracht hat. Ein bitterböses Omen für die zwei letzten Episoden der gesamten Serie, denn Gene ist mit seinem Einbruch im Begriff, die nächste Büchse der Pandora zu öffnen (nachdem Jimmy diesen Fehler einst mit dem Howard-Streich und Saul mit der Zusammenarbeit mit Walt begangen hatte). Das visuelle Spiel mit dem Grab lässt uns sogar befürchten, dass der Protagonist im Finale sterben könnte...

Ein Happy End, bei dem Jimmy und Kim gemeinsam in den Sonnenuntergang reiten, können wir uns zumindest abschminken...

Bjarne Bock

Der Artikel Better Call Saul: Rein oder raus? - Review wurde von Bjarne Bock am Dienstag, den 2. August 2022 um 18.00 Uhr erstmalig veröffentlicht.

Schauspieler in der Episode Better Call Saul 6x11

Darsteller   Rolle
Bob Odenkirk …………… Jimmy McGill
Jonathan Banks …………… Mike Ehrmantraut
Pat Healy …………… Jeff
Tina Parker …………… Francesca Liddy
Kevin Sussman …………… Cancer Scam Victim
Devin Ratray …………… Alfred Hawthorne Hill
Max Bickelhaup …………… Buddy
Carol Burnett …………… Marion
Bryan Cranston …………… Walter White
Aaron Paul …………… Jesse Pinkman
Neal Honda …………… Thunder
Samuel Davis …………… Sean
Zoe Yeoman …………… Karaoke Singer (as Zoë Yeoman)
Stephen Carillo …………… Cab Driver
Brian Reece …………… Preppy Scam Victim
Brady Hales …………… George Wesley Gleason
Jason Carlage …………… Handsome Scam Victim
Jaymie Martinez …………… Pole Dancer
Auburn Ashley …………… Tattooed Prostitute
Leah Leyva …………… Buxom Prostitute
Lisa Hansell …………… Bar Patron

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