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Better Call Saul 3x05 Schikane (Chicanery)

Episodenbild Better Call Saul 3x05
Episodenbild Better Call Saul 3x05© 2017 AMC

Episode:Staffel: 3, Episode: 5
(Better Call Saul 3x05)
Deutscher Titel der Episode:Schikane
Titel der Episode im Original:Chicanery
Erstausstrahlung der Episode in USAMontag, 8.Mai 2017 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland:Dienstag, 9.Mai 2017
Autor:
Regisseur:Daniel Sackheim

Inhaltsangabe zu der Episode Better Call Saul 3x05: «Chicanery»

Kim (Rhea Seehorn) und Jimmy (Bob Odenkirk) stellen sich einem Gegenspieler. Jimmy wühlt dabei in der Vergangenheit seines Bruders Chuck (Michael McKean), um seine eigene Zukunft abzusichern. Dabei verliert er einen Verbündeten, gewinnt aber einen neuen.

Unterstützt wird er dabei von Francesca (Tina Parker) und einem alten Bekannten aus dem Breaking Bad-Universum.

Mike (Jonathan Banks) und Gus (Giancarlo Esposito) sucht man in dieser Episode hingegen vergebens.

Fotos aus der Episode Better Call Saul 3x05 Schikane (Chicanery)

  • Foto aus der Episode Better Call Saul

    © AMC

  • Foto aus der Episode Better Call Saul

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Kritik der Episode Better Call Saul 3x05: Chicanery

In ihrer gnadenlosen Darstellung harter Wahrheiten ist die Better Call Saul-Episode Chicanery geradezu brutal. Obwohl sie über große Strecken als Kammerspiel angelegt ist, gerät keine Sekunde davon langweilig. Die Schauspieler laufen zu Höchtsform auf.

Die Episode Chicanery scheint von Autor Gordon Smith dezidiert für alle Better Call Saul-Fans geschrieben worden zu sein, die sich über zu wenig Bewegung im Handlungsbogen von Jimmy (Bob Odenkirk), Kim (Rhea Seehorn) und Chuck (Michael McKean) beschweren. Sie kommt ganz ohne Mike Ehrmantraut (Jonathan Banks) und seine regelmäßiger werdenden Ausflüge in die Unterwelt von Albuquerque aus. Sie kommt sogar ohne unterschiedliche Handlungsorte aus - ein waschechtes Kammerspiel.

Let justice be done

Darin stehen sich zwei Parteien gegenüber, die als Brüder eigentlich niemals so zerstritten sein dürften, wie sie es sind. Trotzdem wird am Ende der Episode ein schier unüberwindbarer Zwist zwischen ihnen stehen, werden sie es für lange Zeit nicht mehr über sich bringen, einander in die Augen zu schauen. Aber wer weiß? Vielleicht bringt Jimmys meisterhafter Betrug seinen Bruder ja auch zum Umdenken über die eigene Krankheit, die nun eindeutig nicht physischer, sondern psychologischer Natur ist. Besonders wahrscheinlich ist es jedoch nicht, dass dieses Szenario eintritt.

Viel zu tief ist der Graben, den sie zwischen sich gezogen haben. Schuld sind sie daran beide, auch wenn eine Betrachtung der Schwere der Schuld wohl zu Ungunsten Chucks ausfallen würde. Immerhin ist er derjenige, der seinen Bruder nicht einfach mit seinen Betrügereien davonkommen lassen will. Wie er im Vorgespräch mit Kanzleikollege Howard (Patrick Fabian) zugibt, reicht es ihm nicht, Jimmy mit einem blauen Auge zu verwarnen, er will ihm gleich die Lizenz als Anwalt entziehen lassen, denn nichts in seinem Leben ist ihm heiliger als die Jurisprudenz, nicht einmal der eigene Familienfrieden.

Es ist ein faszinierendes Duell, das sich nachfolgend abspielt und unweigerlich auf den explosiven Höhepunkt zuläuft. Natürlich wissen wir aus Breaking Bad bereits, dass Jimmy seine Anwaltszulassung nicht verlieren wird. Umso erstaunlicher ist es, wie spannend Smith und Regisseur Daniel Sackheim (der in dieser Woche mit „Saul“ und The Leftovers ein beachtliches Double Feature abgeliefert hat) den Bruderstreit umsetzen. Zugute kommt ihnen dabei all die penible Vorbereitungsarbeit, die ihre Kollegen zuvor geleistet haben. Diese mag bisweilen zäh gewirkt haben, für einen solchen Klimax hat sie sich jedoch gelohnt.

Erst langsam ergibt sich ein Bild davon, was Jimmy und Kim genau planen. Sie wissen, dass es keinerlei Aussicht darauf gibt, den Fall ohne Taschenspielertricks für sich zu entscheiden. Dafür hält Chuck viel zu gute Karten in der Hand. Mit Howard und dem Privatermittler gibt es zwei Zeugen, die bei den Straftaten zugegen waren, die Jimmy zur Last gelegt werden. Überdies existiert die Tonbandaufnahme, auf der Jimmy ein lupenreines Geständnis macht. Das wissen er und Chuck, allerdings behauptet er nun vor Gericht, dass dies eine Lüge gewesen sei, um Chuck zu beruhigen.

My brother hates me

Wie so oft bei Jimmy, ist das keine hundertprozentige Falschaussage. Sie steht auf einem wahren Fundament: Jimmy wollte Chuck wirklich damit beruhigen, dass er ihm erzählte, er habe die Zahlen auf dem Mesa-Verde-Kontrakt vertauscht. Er weiß, dass Chuck außer dieser Aussage keine weiteren Beweismittel hat, um den fingierten Zahlendreher nachzuweisen. Also legt er es darauf an, Chucks mentale Kompetenz in Frage zu stellen. Hierzu sichert er sich die Dienste von Chucks Ex-Frau Rebecca (Ann Cusack) und einem alten Bekannten aus dem „Bad“-Universum, des Langfingers Huell (Lavell Crawford).

So schön diese Cameos auch sind, so faszinierend gerät das letzte Drittel der Episode, in dem sämtliche Bausteine von Jimmys Plan ineinandergreifen. Seine Methode ist eine Art trojanisches Trickpferd. Den einen Trick, den leicht durchschaubaren, nutzt er als Hülle, als Pferd, um den anderen, denjenigen, der Chuck ausknocken wird, darin zu verstecken. Lediglich als Vorbereitung dient der Auftritt von Rebecca, die bis dahin gar nichts von Chucks eingebildeter Krankheit wusste. Dass sie es nun auf diese Weise erfährt, soll Chuck in einen milden Zustand der Rage versetzen, damit er später explodieren kann.

Und wie er explodiert. Den Zusammenbruch, den er selbst vorhergesehen hat, kann er ob all der Emotionen nicht mehr verhindern, die in dieser Intensität wohl nur Jimmy aus ihm herausholen kann. Dessen Beweis, dass Chucks Elektrosensibilität eben keine diagnostizierbare körperliche Krankheit ist, wie er es kurz zuvor noch behauptet hat, sondern eine geistige, lässt ihn völlig die Contenance verlieren. Das gipfelt in dem herausgerufenen Satz „I am not crazy!“ und einer Zurschaustellung all der brüderlichen Ressentiments, die sich bei ihm aufgestaut haben, seit Jimmy neun Jahre alt war.

Chuck mag ein brillanter Jurist sein, aber er ist auch furchtbar kleinlich, eifersüchtig und missgünstig. Trotzdem ist dies ein vernichtender Schlag, den Jimmy ihm zufügt. Wenn auch anderswo Blut vergossen und Leben ausgelöscht werden, so ist dies vielleicht die brutalste Szene, die wir in dieser Serie bisher gesehen haben. Konsequenterweise wird sie von Sackheim nicht als Sieg inszeniert, sondern als tragisches Ereignis. Jimmy war von Chucks Strategie eingekesselt, außer diesem Betrug blieb ihm keine andere Wahl, wollte er nicht seine Anwaltslizenz verlieren.

He'll never change

Gleichzeitig ist ihm bei jedem seiner Schritte klar, welch zerrüttende Folgen das für sein Verhältnis zum Bruder haben muss. Er liebt Chuck wohl mehr, als der ihn liebt. Das ist eine bittere Erkenntnis, aber auch, wenn man die gemacht hat, muss man erstmal dazu bereit sein, eine solch zerstörerische Aktion gegen ein Familienmitglied durchzuführen. Selbst wenn Chuck keine rechtlichen Folgen zu befürchten hat, ist sein Ruf als Anwaltskoryphäe Albuquerques doch ruiniert. Kurz vor seinem Zusammenbruch hatte er das Recht noch als größte Errungenschaft der Menschheit bezeichnet.

Jetzt sitzt er da, verlassen von allen, die ihm einst etwas bedeutet haben. Seine Ehefrau, die er ganz offensichtlich immer noch liebt, ist längst nicht mehr Teil seines Lebens. Aus blinder Wut und zornigem Eifer hat er nun aber auch seinen Bruder verloren. Und sein Geschäftspartner Howard wird ebenfalls eindringlich darüber nachdenken, ob die Belastung für HHM durch Chuck nicht größer ist als die Vorteile, die er durch eine fortgesetzte Kooperation generieren kann. Ein unblutig ausgetragener Geschwisterstreit hat wohl selten ein solch verwüstetes Schlachtfeld hinterlassen.

Gelungen sind in der Episode Chicanery auch viele kleine Momente, wie der, als Kim die Aufnahme hört, auf der Jimmy emphatisch dafür wirbt, dass sie Mesa Verde als Klienten verdient hat. Ein stolzes, liebevolles Lächeln kann sie sich da nicht verkneifen. Überhaupt ist es beachtlich, welche Entwicklung Kim durchgemacht hat. Jimmy und sein Hang zu Abkürzungen färbt eindeutig auf sie ab, immerhin weiß sie genau, dass die von Chuck aufgestellte Theorie zum Zifferntausch genau zutrifft. Die Kim vom Beginn der Serie hätte da wohl nicht so leichtfertig mitgespielt. Nun jedoch hat sie Gefallen daran gefunden.

Auch die gute Seele im Büro McGill/Wexler, Francesca (Tina Parker), beweist mit ihrer Kooperation, dass sie keine größeren Einwände dagegen hat, mit faulen Tricks zu spielen. Je weiter wir in Better Call Saul voranschreiten, desto deutlicher schält sich Saul Goodman aus seinem Jimmy-McGill-Kokon. In Episoden wie dieser macht es ungeheuren Spaß, dabei zuzusehen.

Better Call Saul: Staffel 3 Stream

Art:Stream
Erschien am:12. April 2017
Staffel-Jahr:2017
Studio:AMC/NETFLIX
Format:Amazon Video Streaming
24.99 €
Details
In Zusammenarbeit mit Amazon.de
Axel Schmitt

Der Artikel Better Call Saul: Chicanery - Review wurde von Axel Schmitt am Dienstag, den 9. Mai 2017 um 20.00 Uhr erstmalig veröffentlicht.

Schauspieler in der Episode Better Call Saul 3x05

Darsteller   Rolle
Bob Odenkirk …………… Jimmy McGill
Jonathan Banks …………… Mike Ehrmantraut
Rhea Seehorn …………… Kim Wexler
Patrick Fabian …………… Howard Hamlin
Michael Mando …………… Nacho Varga
Giancarlo Esposito …………… Gustavo 'Gus' Fring
Michael McKean …………… Chuck McGill
Ann Cusack …………… Rebecca Bois
Rex Linn …………… Kevin Wachtell
Cara Pifko …………… Paige Novick
Joe DeRosa …………… Veterinarian
John Getz …………… Chairman
Michael Chieffo …………… Mr. Ughetta
Tina Parker …………… Francesca Liddy
Quinn VanAntwerp …………… Mr. Alley
Lavell Crawford …………… Huell Babineaux
Jackamoe Buzzell …………… Private Investigator
Anthony Michael Frederick …………… Laborer
Jalene Mack …………… Female Committee Member
Cornell Womack …………… Male Committee Member
Rebecca Hill Casey …………… Court Clerk
Richard Barela …………… Courtroom Spectator

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