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Being Erica - Alles auf Anfang 4x11 Dr. Erica

Being Erica - Alles auf Anfang 4x11 Dr. Erica

Sind wir bereit, voneinander Abschied zu nehmen? Diese Frage stellen sich nicht nur Erica und Tom. Mit dieser Frage wird auch der Zuschauer konfrontiert. Denn so, wie Dr. Erica angelegt ist, könnte es auch sehr gut das Finale von Being Erica sein.

Am Montagabend ist in Kanada die vierte Staffel von Being Erica zu Ende gegangen. Bereits vorab war bekannt geworden, dass die vierte Staffel möglicherweise die letzte Staffel der Zeitreise-Serie sein würde „31770“, auch wenn von Seiten der Produktionsfirma am Montag nur von einem Staffel- und nicht von einem Serienfinale die Rede war. Die Entscheidung über eine etwaige Fortsetzung wird wohl erst im Laufe der kommenden zwei bis drei Monate fallen.

Sollte Dr. Erica tatsächlich das Finale der Serie gewesen sein, so kann man als Zuschauer damit eigentlich sehr zufrieden sein: Erica (Erin Karpluk) hat ihre Reise, welche im Januar 2009 mit Dr. Tom begann, vollendet. Das Mädchen, das nichts auf die Reihe bekommt, hat ihren Platz im Leben gefunden: Dazu gehört - nach Überwindung so mancher Schwierigkeiten - das private Glück mit Adam (Adam Fergus), eine erfolgreiche Verlegerkarriere an der Seite von Julianne (Reagan Pasternak) und schließlich der Abschluss ihrer Ausbildung zur Zeitreise-Therapeutin.

Ein Kapitel endet, ein neues beginnt: Während Dr. Tom (Michael Riley) in den Armen von Amanda (Suzy Joachim) ein neues Leben anfängt und schweren Herzens seine Therapeutenkarriere (und damit auch Erica) hinter sich lässt, trifft Erica ihre erste Patientin. Dabei handelt es sich nicht nur um Dr. Toms Tochter Sarah (Tatiana Maslany); der Erstkontakt findet auch noch an einem Krankenhaus-Bett statt.

In vielerlei Hinsicht weist Dr. Erica damit genau jene Zirkelstruktur auf, die häufig das Kennzeichen eines befriedigenden Serienfinales ist: Die Geschichte und die Figuren haben sich weiterentwickelt, was dem Zuschauer gerade dadurch ins Bewusstsein gerufen wird, dass er gleich in verschiedener Hinsicht an den Anfang erinnert wird. Sei es durch das Wiedersehen mit Leo (Devon Bostick), die Reminiszenz an Ericas Liste oder die Szene am Schluss, als Erica wie ihrerzeit zu Beginn der Pilotfolge durch die Stadt läuft - nur dass diesmal Zufriedenheit und Optimismus in ihrem Blick liegen.

Zur Zirkelstruktur gehört auch eine sehr schöne Metareferenz: Als erste Autorin für die neu gegründete Fiction-Abteilung von 50/50 empfängt Erica eine gewisse Jana, die ihr einen Roman über eine Frau um die 30 vorstellt, welche in ihrem Leben eine grundlegende Transformation vollzieht. Bei dieser Jana handelt es sich natürlich um niemand anderen als Jana Sinyor, die Erfinderin von Being Erica, deren Romanidee sehr nach dem Konzept der Serie selbst klingt.

Auch das Thema der Folge hätte für ein Finale nicht besser gewählt sein können: Sowohl für Dr. Tom als auch für Erica stellt sich das Problem des Loslassen-Könnens. Sie müssen erkennen, dass - so schön und erfüllend die Zeit miteinander auch gewesen ist - sie daran nicht festhalten können. Es ist Zeit für eine Veränderung. Es ist Zeit, durch die nächste Tür zu gehen, wohin diese auch immer führen mag.

In unserem Interview hatte Co-Showrunner Aaron Martin versprochen, dass das Finale sämtliche Fragen rund um die Zeitreise-Therapie beantwortet „34667“. Das ist sicherlich nicht der Fall. Jedenfalls nicht, wenn man die strengen Maßstäbe einer Science-Fiction-Erklärung anlegt. Anders als beispielsweise bei Lost kann man jedoch nicht sagen, dass dies sonderlich störend wäre.

Denn bei Being Erica standen tatsächlich stets die Figuren und weniger der SciFi-Kontext im Mittelpunkt. So schön es für den Genrefan auch war, diverse SciFi-Plots in Being Erica zu entdecken, so metaphorisch schien häufig ihre Verwendung. Von daher hat es schon seine Richtigkeit, dass sich die Serie im Finale nicht mit dem Versuch aufhält, irgendeinen psycho-temporalen Riss aus dem Hut zu zaubern, sondern stattdessen das Wirken der Doktoren nach wie vor mit dem Hauch des Mysteriösen belässt.

Kritisieren ließen sich an Dr. Erica eigentlich nur die Folgen, die ihr vorausgingen. Denn so nett das Abarbeiten von unerledigten Stationen aus Ericas Vergangenheit auch war. Letztlich fehlte der Serie in der vierten Staffel ein irgendwie nennenswerter dramatischer Antrieb. Zu Beginn hatte Being Erica von einer Frau gehandelt, deren Leben eine einzige Pleite ist und die daran etwas ändern möchte. Mit der vierten Staffel hatten sich die meisten von Ericas Problemen bereits erledigt. Und die Folgen hatten dadurch eine gewisse Neigung, vor sich hin zu plätschen. Die Serie war nach wie vor nett anzuschauen. Mehr aber auch nicht.

Der in Aussicht gestellte Neustart der Serie mit Erica als Therapeutin und einer richtig harten Nuss wie Sarah als erster Patientin wirkt auf diesem Hintergrund ausgesprochen vielversprechend. Auf Grund ihrer eigenen Beziehung zu Dr. Tom wäre sie hochmotiviert, Sarah zu helfen. Gleichzeitig müsste sie der Versuchung widerstehen, selbst mit Tom in Kontakt zu treten. Das könnte, so der kanadische Sender CBC denn will, die Prämisse für eine sehr interessante fünfte Staffel beziehungsweise ein Spin-Off sein.

Fazit

Ich für meinen Teil kann sagen, dass Being Ericas Lektion in Gelassenheit bei mir funktioniert zu haben scheint: Ich blicke entspannt dem entgegen, was auch immer hinter der nächsten Tür liegen sollte. Ich würde mich über eine Fortsetzung der Serie mit Erica als Therapeutin freuen. Ich hätte aber auch keine Probleme damit, der Serie an diesem Punkt Lebewohl zu sagen - dankbar für die witzige, emotional berührende Unterhaltung der letzten drei Jahre und freudig gespannt auf die künftigen Projekte von Erin Karpluk, Michael Riley, Jana Sinyor und Co.

Schauspieler in der Episode Being Erica - Alles auf Anfang 4x11

Darsteller   Rolle
Erin Karpluk …………… Erica Strange
Reagan Pasternak …………… Julianne Giacomelli
Kathleen Laskey …………… Barb Strange
Joanna Douglas …………… Samantha Strange
Morgan Kelly …………… Brent Kennedy
Sebastian Pigott …………… Kai Booker (credit only)
Michael Riley …………… Dr. Tom
Devon Bostick …………… Leo Strange
Adam Fergus …………… Adam Fitzpatrick
Michael P. Northey …………… Ivan (as Michael Northey)
Paula Brancati …………… Jenny Zalen
Bill Turnbull …………… Dave
Jadyn Wong …………… Rachel
Joanne Vannicola …………… Dr. Naadiah
Tatiana Maslany …………… Sarah Wexler
Jana Sinyor …………… Jana
Aaron Martin …………… Aaron
Lauren Collins …………… Young Barbara
Suzy Joachim …………… Amanda
Graham Greene …………… Dr. Arthur
Shanda Bezic …………… Young Amanda
Grace Arianna Kirby …………… Child Erica
Joseph D'Aguanno …………… Child Leo