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American Horror Stories 2x08

American Horror Stories 2x08

Ein mysteriöses Ertrinken bringt Geheimnisse auf dem Grund des Sees ans Licht.

Diesmal acht statt wie im Falle von Staffel eins lediglich sieben Folgen lang: Ryan Murphy und Brad Falchuk, die Macher von American Horror Story, präsentieren uns in Staffel zwei des Ablegers American Horror Stories auch diesmal wieder mitunter ziemlich böse Geschichten aus dem übergeordneten Franchise-Universum.

Ein wesentlicher Unterschied zu Staffel eins besteht diesmal aber auch darin, dass es sich dabei um von den verschiedenen Staffel-Anthologien unabhängige Geschichten handelt. Folge eins, „Dollhouse“ (deutscher Titel „Puppenhaus“) wurde bereits hier auf Serienjunkies besprochen. Folge zwei trägt den Titel „Aura“ und erzählt die Geschichte der vorbelasteten Ehefrau Jaslyn (Gabourey Sidibe, The Big C), die nach dem Kauf einer neuartigen Beobachtungsapparatur Besuch von Mr. Hendricks (Joel Swetow, „Charmed“) erhält, einem Hausmeister aus ihrer Schulzeit, der ihr damals nachstellte. Allerdings müsste Hendricks längst verstorben sein. Jaslyns Ehemann Bryce (Max Greenfield, New Girl) glaubt seiner Frau nicht.

In Folge drei, „Drive“ („Lichthupe“) wird die promiskuitive Marcy (Bella Thorne, Famous in Love), die in einer offenen Ehe mit Chaz (Anthony De La Torre, „Pirates of the Caribbean: Salazars Rache“) lebt, nach einem Liebesabenteuer von einem Jeep verfolgt und per Lichthupe bedrängt. Doch steckt etwas völlig anderes dahinter als anfänglich gedacht. Folge vier mit dem Titel „Milkmaids“ („Milchmädchen“) führt uns zurück ins Neuengland des späten 18. Jahrhunderts, in dem die junge Melkerin Delilah (Addison Timlin, „StartUp“) der Prostituierten Celeste (Julia Schlaepfer, „Über mir der Himmel“) Unterschlupf gewährt: Celeste wird von dem bigotten Pastor Walter (Seth Gabel, Fringe) gejagt, der zum einen seinen Besuch bei ihr vertuschen will und sie zum anderen wegen ihrer Immunität in einer wütenden Pocken-Epidemie für eine Hexe hält.

In Folge fünf, „Bloody Mary“ gehen die beiden Schwestern Elise (Raven Scott, „See: Reich der Blinden“) und Bianca (Quvenzhane Wallis, Black-ish) zusammen mit Freundinnen der urbanen Legende der geheimnisvollen Bloody Mary nach, welche im Austausch mit großen persönlichen Opfern Wünsche erfüllt. Tatsächlich gelingt es ihnen, den bösartigen weiblichen Geist (Dominique Jackson, Pose) heraufzubeschwören. Folge sechs hingegen mit dem Titel „Facelift“ erzählt von der unglücklichen Virginia (Judith Light, „Manhunt“), die mittels einer sündhaft teuren Schönheitsoperation durchgeführt von Dr. Perle (Rebecca Dayan, „Halston“) ihren Alterungsprozess aufhalten will. In „Necro“ („Nekro“) wird das Leben von Bestatterin Sam (Madison Iseman, „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“) zerstört, als durch eine Kameraaufnahme ihre sexuelle Vorliebe für Verstorbene öffentlich gemacht wird.

Den Abschluss von Staffel zwei bildet „Lake“ („See“), in dem Erin (Alicia Silverstone, „American Woman“) nach dem mysteriösen Ertrinken ihres Sohnes gemeinsam mit der überlebenden Tochter Finn (Olivia Rouyre, „High School“) hinter ein böses Familiengeheimnis des Ehemanns und Vaters Jeffrey (Teddy Sears, The Flash) kommt.

Höhen und Tiefen

Trotz eines insgesamt recht positiven Gesamteindrucks auch der zweiten Staffel der American Horror Stories fällt die Wertung der einzelnen Episoden diesmal überaus unterschiedlich aus. „Aura“ erzählt eine ab einem gewissen Punkt in der Handlung relativ vorhersehbare, nichtsdestotrotz jedoch recht spannende Gespenstergeschichte, in der die bereits aus der Hauptserie American Horror Story bestens bekannte Gabourey Sidibe eine weitere wirklich ausgezeichnete Darstellung, diesmal als verunsicherte Heimarbeiterin, abliefert.

Drive“ ist weniger vorhersehbar und setzt in teils arg überdrehtem Maße auf Splatterfaktor, was bei entsprechend gesinnten Horrorfans zweifellos Erinnerungen an verschiedene entsprechende Filmklassiker vorwiegend aus den 80er-Jahren aufkommen lassen dürfte. Der persönliche Höhepunkt des Rezensenten ist die Folge „Milkmaids“, die trotz starken Einsatzes ausgesprochener Ekelszenen gleichzeitig eine sehr einfühlsam erzählte Geschichte präsentiert und bis zum (tragischen) Schluss durch ihre melancholische Stimmung punktet.

Bloody Mary“ wiederum enthält erneut zahlreiche Splatter-Anklänge und erinnert in mehr als lediglich einem Punkt an den kürzlich rebooteten Horrorfilmklassiker „Candyman“. Zwar gibt es hier keine besonderen Höhepunkte zu sehen, doch versteht man durchaus zu unterhalten. „Facelift“ hingegen ist eine ziemlich bizarre Episode, in der so gut wie keins der gezeigten Geschehnisse wirklich nachvollziehbar ist und die bestenfalls als Parodie auf den nach wie vor anhaltenden allgemeinen Jugend- und Schönheitswahn angesehen werden kann.

Necro“ wiederum nimmt eine selbst für einen Horrorfilm (beziehungsweise eine Episode einer entsprechenden Genreserie) höchst ungewöhnliche Perspektive ein, die ein Großteil der Zuschauer mit ziemlicher Sicherheit nicht wird nachvollziehen können, doch hervorzuheben ist hier der Mut der Drehbuchautorin Crystal Liu. „Lake“ letztlich ist trotz eines recht ordentlichen Spannungsaufbaus ebenfalls schon ziemlich früh in der Episodenhandlung eher vorhersehbar geraten. Das (nicht allzu unerwartete) Ende erinnert vom Aufbau her an eine moderne Version des Filmklassikers „The Fog: Nebel des Grauens“.

Ansehnliches Ergebnis

Summa summarum ist das, was die beiden Serienmacher da zusammen mit ihrem Co-Produzenten-Stab (darunter auch der für seine Arbeit an Star Trek: Enterprise und Dexter bekannte Manny Coto, der auch die Drehbücher für fünf der Folgen schrieb) in der zweiten Staffel von American Horror Stories zusammengestellt haben, recht ordentlich geraten.

Natürlich kann sich das Spin-off nach wie vor nicht mit der Hauptserie in ihren besten Zeiten messen (wenngleich der Produktionsaufwand nicht wesentlich niedriger gewesen sein dürfte), aber dergleichen ist ja auch von vorneherein nicht die Absicht: Nach wie vor will man die Fans in der Zeit zwischen den jeweiligen Staffeln mit kleinen Interims-Häppchen unterhalten. Und das zumindest ist auch diesmal ganz gut gelungen. Wegen der teilweise starken Schwankungen in der Machart der einzelnen Folgen verteilt der Rezensent drei von fünf wohlwollend platzierten Hackebeilen.

Schauspieler in der Episode American Horror Stories 2x08

Darsteller   Rolle
Alicia Silverstone …………… Erin
Olivia Rouyre …………… Finn
Teddy Sears …………… Jeffrey
Bobby Hogan …………… Jake
Heather Wynters …………… Millie Boone
Jarrod Crawford …………… Sheriff Maldack
Todd Cattell …………… Wrede Prescott
Michael Owen …………… Maynard Boone (as Mike Owen)
Heather van Zee …………… Hayley
Daniel Montilla …………… Noah
Lora Bofill …………… Orderly
Oliver MacCormick …………… Teen Friend
Aren Farrington …………… Chained Man
Peter Jang …………… Chained Man 2

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?