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Dr. House 6x11 Menschenbilder

Dr. House 6x11 Menschenbilder

Leider haben wir zur Episode Dr. House 6x11 Menschenbilder keine weiteren Informationen. Das tut uns leid.

„Mach ihm ein Angebot, dass er nicht ablehnen kann“

Die Dunkelheit der Nacht hat Princton längst umfangen, als sich die finsteren Gestalten versammeln. Das Drogengeschäft scheint normal und glatt zu laufen. Doch dann bricht eine Diskussion los, die im Kampf um eine Pistole endet. Ein Schuss löst sich! Ein Mann bricht scheinbar getroffen zusammen. Andere fliehen. Doch die Waffe hatte den zusammen gesunkenen Mann gar nicht getroffen. Die Kugel steckt im Fuß des unglückseligen Schützen.

Im Plainsboro sichert sich House (Hugh Laurie) den zusammengebrochenen Kriminellen auf typische Art und Weise. Schnell erkennt der Arzt, dass es keine Spuren am Körper des Mannes gibt, die vermuten ließen, der Mann - der uns als Mickey (Ethan Embry, Brotherhood) vorgestellt wird - hätte versucht, seinen Sturz zu bremsen. Schnell vermutet der Diagnostiker eine seltene Krankheit und ist damit natürlich sehr an dem Fall interessiert. Doch Mickey will gar nicht im Krankenhaus bleiben. Um ihn davon abzuhalten, dass Krankenhaus wieder zu verlassen, greift House daher zu radikalen Überredungskünsten. Er schlägt seinen Stock lautstark gegen das Bett. Mickey bricht erneut zusammen und verliert das Bewusstsein.

Die ersten Untersuchungen ergeben kein klares Bild, obwohl House zu Beginn an Drogenmissbrauch glaubt. Er bereitet sein Team auf typische House-Manier (Houses Reaktion an späterer Stelle auf Foremans Frage, ob man nun wieder Doktor-Arbeit machen könne, ist einfach großartig) darauf vor, dass Mickey und dessen Freund Kriminelle sind. Chase (Jesse Spencer) und 13 (Olivia Wilde) werden einige Zeit später darauf angesetzt, Mickey außerhalb des Krankenhauses zu beschatten. Chase hat seit der letzten Folge den Friseur besucht, weswegen House ihm gleich ein herzliches „Hat Cameron deine Haare bei der Scheidung bekommen?“ an den Kopf wirft. Er hat leicht reden, läuft seine Beziehung doch bestens.

„Why can't that be love?“ (- Van Halen)

In der voran gegangenen Folge hatte Wilson (Robert Sean Leonard) Cuddy (Lisa Edelstein) deren potentielle neue Wohnung vor der Nase wegschnappt. Nun beziehen House und sein bester Freund die neue Bleibe. Wilson lernt gleich eine durchaus attraktive Dame - Nora (Sasha Alexander, NCIS) - kennen, für die er sich zu interessieren beginnt. Dumm für ihn: Sie hält ihn und House für ein schwules Pärchen. Der Onkologe gibt sich sofort alle Mühe, sie vom Gegenteil zu überzeugen. Doch seine Versuche scheinen ins Leere zu laufen.

Zusätzlich erzählt er leichtsinniger Weise House davon. Der sich davon auf der Stelle herausgefordert fühlt. So können wir den Arzt in einer der nächsten Szenen dabei bewundern, wie er in seinem neuen Hausflur ein Musical-Poster in Empfang nimmt und vor Nora den aufrechten Homosexuellen gibt. Anfangs war es nur ein Spiel: House wollte provozieren und Wilson, der sich für die Dame wirklich interessiert, ärgern. Was seine genaue Motivlage dabei gewesen ist, sei hier einmal offen gelassen. Aber, so wie wir House kennen gelernt haben: Er teilt nicht gerne. Und schon gar nicht Wilson. Doch der Plan des Diagnostikers entwickelt sich. Sein Ehrgeiz entbrennt, als Homosexueller bei Nora zu landen.

Greg House am Bett seines Patienten%26copy;%26nbsp;FOX
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Sag mir, was du machst und ich sage dir, wer du bist…

Die Untersuchungen von Mickey waren ebenso erfolglos, wie dessen Beschattung. House hatte sogar das Zimmer seines Patienten verwanzt, jedoch ohne den gewünschten Erfolg. Mickey selbst kehrt nach einem erneuten Zusammenbruch ins Krankenhaus zurück, was House endlich von der Drogen-bezogenen Theorie abrücken lässt. Stattdessen glaubt er nun an eine Infektion, die bis zum Gehirn gewandert sein könnte.

Ganz andere Probleme hat Foreman. Der stellvertretende Leiter der diagnostischen Abteilung stellt fest, dass er weniger Geld als das Team verdient. Sein nächster Weg führt ihn in Cuddys Büro. Die Forderung nach einer Gehaltserhöhung im Gepäck. Doch Cuddy lehnt ab („Es ist eine Frage von Angeboten. Sie haben keine anderen Angebote!“) und vertröstet den Arzt auf dessen Leistungsbeurteilung im August. Foreman wird allerdings Opfer eines hinterhältigen Streichs des Teams, die scheinbar viel von ihrem allgegenwärtigen Chef gelernt haben und ein böses Spiel mit Foreman treiben wollen.

Während House nur den Homosexuellen spielt, scheint Mickeys Freund Eddie (Nick Chinlund) tatsächlich tiefere Empfindungen für den Erkrankten zu hegen. House selbst ist daran weniger interessiert. Faszinierender für den Arzt ist die Entdeckung, dass Mickeys Herzrate bei einer schmerzvollen Lumbalpunktion trotz Nadel im Körper gleich bleibt. House kommt schnell zur Lösung: Beta-Blocker! Mickey gesteht deren Gebrauch ein und House führt den Zustand des Kranken auf einen Adrenalin-Überschuss durch einen Beta-Blocker-Entzug zurück.

Auch diese Theorie zerschlägt sich. Als auch noch die Überwachungstechnik versagt, realisiert House, dass Mickey inzwischen eigene Wanzen angebracht hat und den Drogen-Dealer nur spielt. In Wirklichkeit ist er ein Polizist. Mickey bestätigt diese Information zwar, will aber weiter erst einmal nichts über sich preisgeben. Der verheiratete Polizist war für 16 Monate verdeckter Ermittler und wollte eigentlich nur noch bei einem großen Drogen-Deal die Drahtzieher festnehmen. Dieser soll in den nächsten 24 Stunden stattfinden, und Mickey will noch so lange durchhalten. Doch die gesundheitliche Lage des Cops verschlechtert sich immer weiter, so dass er nicht dabei sein kann.

Rollentausch

Foreman zeigte sich so erbost über seine Gehaltssituation, dass er Taub (Peter Jacobson) beichtet, er würde nach dem aktuellen Fall das Krankenhaus verlassen. Diese Information macht im Team die Runde und löst ein kollektives schlechtes Gewissen aus. Die drei Ärzte haben so sehr damit zu kämpfen, dass sie sich entschließen, einzuschreiten: Sie werden bei Cuddy vorstellig und bitten diese, Foremans Gehalt zu erhöhen und dafür etwas von ihrem einzubehalten. Cuddy stimmt dem zwar zu, doch dann muss das Team erkennen, dass auch Foreman von House gelernt hat. Er hatte das Spiel umgedreht und nur vorgemacht, er wolle gehen. Sein Ziel war von Anfang an, das Team zu einer solchen Maßnahme zu bewegen.

Mickey (Ethan Embry) und sein Kumpel Eddie (Nick Chinlund)%26copy;%26nbsp;FOX
Mickey (Ethan Embry) und sein Kumpel Eddie (Nick Chinlund)%26copy;%26nbsp;FOX

Auch House tauscht die Rollen. Zwar spielt er den nach weiblicher Liebe suchenden Homosexuellen durchaus erfolgreich und hatte eine Chance, bei Nora zu landen. Doch nach diversen Verwicklungen stürmt Nora schließlich in Houses Büro und will die Wahrheit wissen: Sind die beiden schwul oder hat sich House nur einen wirklich gemeinen Scherz erlaubt? House gesteht den Streich ein und bittet sie, Wilson eine Chance zu geben, denn der sei „wirklich ein guter Kerl“. Doch mitten im Gespräch kommt das typische Episoden-Finale: House realisiert, was Mickey wirklich krank macht und eilt in dessen Zimmer. Die niederschmetternde Diagnose: Das Hughes-Stovin Syndrom. Das Team kann bei dieser Lungenerkrankung nicht mehr helfen. Mickey wird unweigerlich daran sterben.

Das Ende der Folge enthält den Zuschauern daher das so gewohnte und ersehnte Happy-End vor. Mickey, der in den Armen seiner Frau mit seinem Tod umgehen muss, wechselt sich mit Szenen des geplatzten Drogen-Deals ab. Auch Wilsons Hoffnungen wurden enttäuscht. Er erzählt House, dass Nora denkt, die beiden wären Arschlöcher („dirt bags“) und nichts mehr mit ihnen zu tun haben möchte.

Fazit

Neben der in meinen gelungenen Werbung für die neue 24-Staffel (House sagt tatsächlich: „It works for Jack Bauer“) hatte die Folge einige starke Momente. Sie ließ viel Raum für einige humorvolle Szenen, die von Hugh Laurie gewohnt liebevoll in Szene gesetzt wurden. Meine Lieblingsszenen waren dann auch die Sequenzen um House, Wilson und Nora. Die Dynamik zwischen dem Diagnostiker und dem Onkologen kann immer wieder auch langatmige Episoden beschleunigen und zu einem Vergnügen machen.

Fast genau so gut gefiel mir die Idee, das Team einmal untereinander aufeinander zu hetzen. Das ihr Chef gerne Spielchen mit ihnen spielt, ist bekannt und vielfach erprobt. Zu zeigen, dass House durchaus abfärbt und dass so auch ohne eine direkte Beteiligung des Chefdiagnostikers lustige Handlungsbögen entstehen können, war eine neue und erfreuliche Erkenntnis. An diesem Hebel können die Produzenten durchaus öfter ansetzen, wenn sie versuchen, das bekannte „Schema F“ der Serie zu durchbrechen. Bei diesen Szenen möchte ich besonders die beiden starken Auftritte von Cuddy ans Herz legen. Scheinbar hat House auch auf sie abgefärbt.

Vom aktuellen „Fall der Woche“ bin ich kein Fan. Ich fand diese Geschichte etwas verworren, außerdem vermochte die schauspielerische Leistung von Ethan Embry nicht, mich dazu zu bewegen, besonderes Mitgefühl mit seiner Figur zu empfinden. Das ist allerdings in den Folgen bedenklich, in denen es kein Happy-End gibt. Die klassische Folge ohne Happy End findet sich in Staffel Drei, als Foreman gemeinsam mit House eine junge Frau durch eine übereilte Bestrahlung zum Tode verurteilen. Es ist sicherlich nicht ganz fair, einfach irgendeine Episode herauszunehmen und mit der aktuellen Folge zu vergleichen. Trotzdem war die Folge in Staffel Drei emotional wesentlich besser. Man fühlte mit und war schwer vom Tod der Frau berührt. Wer die Tränen von Mickey am Ende der aktuellen Episode sieht, weiß, dass die Produzenten hier auch diese Gefühle erzeugen wollten. Damit allerdings bei mir nicht sonderlich erfolgreich waren.

Auch ansonsten zeigte die Episode gewisse Ermüdungserscheinungen der Serie, da es einfach keine sonderliche Spannung in den Behandlungssequenzen gibt. Man weiß, dass die Lösung nicht früh gefunden wird. Und der durchschnittliche House-Zuschauer ist vermutlich nicht in der Lage, die gesamte medizinische Sprache zu verstehen. In den anderen Staffeln gab es immer wieder einen großen Handlungsbogen (Vogeler, Stacey, Tritter, Team-Auswahl, ausufernde Drogensucht), welcher darüber hinweg half. Bisher konnte Staffel Sechs da noch nicht mithalten. Obwohl es verschiedene Ansätze gibt, die zu größeren Handlungsbögen führen könnte (Cameron (Jennifer Morrison), drogenfreier House, Cuddy-House-Lucas), fehlt mir da noch eine Richtung und eine Plot-Entwicklung, die ausreichend Spannung über das normale Schema der Serie hinaus erzeugt.

Trotzdem war die Folge nicht schlecht. In meinen Augen gehört sie nicht zu den Höhepunkten der Serie, sicherlich aber zum oberen Drittel. Es hat Spaß gemacht, sie zu schauen, es waren 40 gute Minuten Unterhaltung. Aber es war eben keine dieser House-Episoden, die man anschließend noch im Kopf mit sich herum trägt und die einen einfach nicht loslässt.

Schauspieler in der Episode Dr. House 6x11

Darsteller   Rolle
Robert Sean Leonard …………… Dr. James Wilson
Hugh Laurie …………… Dr. Gregory House
Lisa Edelstein …………… Dr. Lisa Cuddy
Omar Epps …………… Dr. Eric Foreman
Jennifer Morrison …………… Dr. Allison Cameron (credit only)
Jesse Spencer …………… Dr. Robert Chase
Peter Jacobson …………… Dr. Chris Taub
Olivia Wilde …………… Thirteen
Michael Weston …………… Lucas Douglas
Beau Garrett …………… Valerie
Shane Edelman …………… Bill
Ray Abruzzo …………… Lorenzo Wibberly
Joseph Culp …………… Russ Smith
James Michael McCauley …………… Norris
Jaime Alvarez …………… Jose
Kathleen Macdonald …………… Sarah
Bobbin Bergstrom …………… Nurse
Mohammad Kavianpour …………… Orderly
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