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Dr. House 6x03

Dr. House 6x03

Die Produzenten von House sind schon lange dafür bekannt, der Serie überraschende und dramatische Wendungen zu geben. Unvergessen das Ende der dritten Staffel, als gleich das ganze Team ausgetauscht werden musste. Am Ende der vierten Staffel wagten sich die Autoren an ein wirkliches Heiligtum: Die Freundschaft von House (Hugh Laurie) und Wilson (Robert Sean Leonard) geriet über Ambers (Anne Dudek) Tod in eine schwere Krise. Das Ende der fünften Staffel trieb House, immerhin ein Drogensüchtiger aus Überzeugung, schließlich bis in den Entzug. Grausame Monate verstrichen, bis endlich vor zwei Wochen der Start der neuen Staffel über den Bildschirm flimmerte und wir House durch den Entzug und die Therapie begleiten durften.

Dabei schien aber die eine Grenze nie in Gefahr zu geraten. House, das Herzstück der Serie, würde immer House bleiben. Der zynische, gemeine, aber schlicht geniale Chef der diagnostischen Abteilung des Princeton Plainsborough Teaching Hospitals würde immer da sein, sein Team beleidigen, die weiße Tafel in seinem Büro anstarren oder den rot-blauen Stoffball zu einem Konsult heranziehen. Auch diese letzte Grenze fiel in Epic Fail.

Epic Fail

Diese Episode überfällt den Zuschauer mit einem runderneuerten Greg House, der in Cuddys (Lisa Edelstein) Büro stürmt und kündigt. Foreman (Omar Epps) und Cuddy starren das ehemalige Zugpferd ihres Krankenhauses für einen kurzen Moment entsetzt an - dann beginnt der eigentliche Staffelauftakt. House argumentiert zwingend, er habe Angst durch seine alte Tätigkeit einen Rückfall zu erleiden und schließlich gibt Cuddy nach. Die geeignete Charakterisierung dieses ersten Auftritts des „diagnostischen Genies“ liefert Foreman an späterer Stelle der Episode im Gespräch mit Cameron (Jennifer Morrison):
Er sah gut aus, war klar, argumentierte rational und machte einen durchdachten Eindruck. Es war merkwürdig.

Kaum verlässt House das Büro seiner nun früheren Chefin nutzt Foreman die Gunst der Stunde und sichert sich (gegen Cuddys eigentliche Überzeugung) die Leitung der diagnostischen Abteilung. Hier führen die Autoren zurück in das gewohnte Schema von House: Die Behandlung eines Patienten. In diesem Fall dem Chef einer Videospielfirma. Foreman trommelt das stark dezimierte Team zusammen - denn außer ihm sind nur noch Taub (Peter Jacobson) und 13 (Olivia Wilde) übrig. Zusammen macht man sich an die Arbeit. Dabei wird schon früh der Konflikt zwischen Foreman und seiner Partnerin 13 absehbar, deren Chef er auf einmal ist.

House und Wilson teilen Bett und Herd ...%26copy;%26nbsp;FOX
House und Wilson teilen Bett und Herd ...%26copy;%26nbsp;FOX

Das bisschen Haushalt ...

Aber verlassen wir für einen Augenblick das Krankenhaus und folgen House in sein neues Leben. Dieser widmet sich auf Rat seines Therapeuten („Sie brauchen ein Hobby, wenn Sie keines haben, welche sind denn Wilsons Hobbys?“) mit vollem Elan den unterschiedlichsten Tätigkeiten - er kocht, macht die Wäsche und putzt.

Womit er das eine oder andere Mal mit seinem neuen Mitbewohner Wilson aneinander gerät. Nichts scheint wirklich zu helfen. Nach einer kurzen Zeit langweilen House alle Tätigkeiten und sein Bein beginnt wieder zu schmerzen. Wir lernen dabei einen neuen House kennen, der schließlich zu der Erkenntnis gelangt, dass seine Sucht soweit geht, dass er schon danach süchtig geworden ist, süchtig zu sein.

Zeitgleich laufen im Krankenhaus die Dinge völlig aus dem Ruder. Der Patient (einer der besten Charaktere, die ich je als Patient gesehen habe) hat keinerlei Vertrauen zu Foreman und postet stattdessen seinen Fall im Internet: Er bietet jedem 25000 Dollar, der seinen Fall knackt.

Foreman streitet sich mit 13 und Taub kündigt. Dabei gibt er Foreman, der sichtbare Probleme hat, in seine neue Rolle zu finden, die schlimmste aller Begründungen: „Sie sind nicht House. Ich bin hierhergekommen, um mit House zu arbeiten.

Und nun sollen seine Geister ...

Foreman verfolgt verschiedene Theorien, natürlich sind alle falsch. Letztlich steuert die Folge auf einen doppelten Höhepunkt zu: House, dessen Bein wieder schmerzt, besucht seine alte Wohnung und holt aus einem Versteck einen kleinen Vorrat Vicodin - dem Zuschauer wird nicht verraten, ob er eine geschluckt hat. Währenddessen bricht der Patient vollends gesundheitlich zusammen.

Foreman erkennt durch Zufall was dem Patienten wirklich fehlt - wie House in seinen besten Tagen. Er eilt in das Zimmer des Patienten, will die falsche Behandlung stoppen - und muss sehen, dass 13 genau dies schon getan hat. Denn sie hat einige der Vorschläge aus dem Internet gelesen, darunter war auch die richtige Lösung. Dabei hat sie allerdings Foremans direkte Anweisung umgangen.

Dieser erkennt das Problem, was sich aufgebaut hat, zitiert sie in sein Büro und feuert sie - um sie als Freundin behalten zu können. Potenziell ist damit nun wieder Platz für Chase (Jesse Spencer) und Cameron.

The Beginning in the End

Das Ende der Episode bringt dann ein bisschen ersehnten „House“-Alltag zurück auf den Bildschirm. House sitzt bei seinem Therapeuten und sagt:
Ich bin rückfällig geworden!
Sie haben wieder Vicodin genommen?“ fragt der Therapeut.
House verzichtet auf eine direkte Antwort, greift stattdessen in seine Tasche und zückt einen Check über 25000 Dollar
Ich habe den Fall meines alten Teams gelöst.
Der Therapeut hüllt sich in ein kurzes Schweigen, dann:„Vielleicht habe ich mich geirrt. Vielleicht brauchen sie die diagnostische Medizin. Vielleicht gibt es einen Weg, wie Sie das haben können, ohne zurückgehen zu müssen.

Das Ende der Folge hat bei mir das bewirkt, was House in meinen Augen so stark macht. Man sieht den Abschluss einer Episode und will sofort weitersehen.

Dabei hat schon diese dritte Episode der sechsten Staffel eigentlich nichts so gelassen, wie es war. House ist raus, Foreman kriegt seine Abteilung am Ende der Episode dauerhaft überschrieben, Taub und 13 sind aus dem Team ausgeschieden und wir gehen in eine Staffelzukunft, in der wir schon jetzt erahnen, welch tiefes menschliches Elend House wohl durchleben muss, bis die Dinge wieder so sind, wie sie die Zuschauer erwarten.

Lisa Cuddy und Dr. Forenman sind überrascht%26copy;%26nbsp;FOX
Lisa Cuddy und Dr. Forenman sind überrascht%26copy;%26nbsp;FOX

Fazit

Überzeugend war die konsequente Fortsetzung der angefangenen Handlungsbögen und ein House, der wirklich etwas ändern will. Der Patient und seine Art waren herausragend. Ebenso die kurze Szene, in der 13 und Taub das aktuelle Videospiel des Patienten „anspielen“.

Weniger überzeugend jedoch die Versuche, in eine eigentlich ernste Episode den typischen „House-Humor“ hinein zu quetschen mit der Ausnahme der Szene, in der Foreman, Taub und 13 im Stakato-Stil die Emailvorschläge wiederlegen.

Der kurze Plot um House' Urin wirkte völlig deplatziert. Und die folgende Szene, in der House vor Wilson und Cuddy in seinen Kaffeebecher uriniert, passt doch eher zu einem drogensüchtigen Halluzinierenden. Beim cleanen House war die Szene nach schon grenzwertig.

Einen zwielichtigen Eindruck hinterlässt Foreman. Schon die ganze Serie hielt er sich für besser als House, in dieser Episode nennt er sich - wörtlich! - „Genius 2.0?“. Insofern ist diese Handlungsentwicklung konsequent. Unterhaltsam umgesetzt ist auch die Idee, ihn verschiedene Führungsstile durchtesten zu lassen. Aufgesetzt war jedoch der Plot, in dem er das Rätsel auf dieselbe Art wie House knackt. Und absolut bedenklich war die schauspielerische Leistung von Omar Epps.

Foreman muss wirklich ernste Täler durchwandern, sowohl beruflich als auch privat. Überzeugend kommt das aber in dieser Wpisode nicht rüber. Hugh Laurie hat in der kurzen Szene in dieser Episode, die er mit Olivia Wilde bestreitet, mehr aus der Beziehung zwischen 13 und Foreman herausgeholt, als dies Omar Epps an irgendeiner Stelle in der Episode gelungen wäre.

Mein Schlusswort: Diese Episode macht eins wieder deutlich: Die Serie braucht House, ich will mehr House und ich kann die nächste Woche kaum erwarten.

Schauspieler in der Episode Dr. House 6x03

Darsteller   Rolle
Robert Sean Leonard …………… Dr. James Wilson
Hugh Laurie …………… Dr. Gregory House
Lisa Edelstein …………… Dr. Lisa Cuddy
Omar Epps …………… Dr. Eric Foreman
Jennifer Morrison …………… Dr. Allison Cameron
Jesse Spencer …………… Dr. Robert Chase
Olivia Wilde …………… Thirteen
James Earl Jones …………… Dibala
David Marciano …………… Murphy
Garikayi Mutambirwa …………… Ruwe
Roger Aaron Brown …………… Ntila
Christopher Fairbanks …………… Agent Boss
Kelsey Scott …………… Ama
Jason Nash …………… Long Hair
Jarell Dubose …………… Dibala's Son
Bobbin Bergstrom …………… Nurse

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