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Gilmore Girls 8x04

Gilmore Girls 8x04

Lorelai (Lauren Graham) sucht nach Rat, als sie feststellt, dass sie mit allen ihren Nächsten streitet.

Rory (Alexis Bledel) erlebt derweil eine wilde Nacht mit unerwarteter Begleitung.

Zwar lässt sich zwar anhand der vier neuen Episoden der Gilmore Girls aufzeigen, dass sich diese von Episode zu Episode steigern, jedoch schafft es auch das Finale Fall nicht gänzlich, die bisherigen Schwächen wie den unmotivierten Fan-Service umschiffen. Dafür gibt es endlich einen Haufen Entscheidungen und die letzten vier Worte, auf die wir so lange gewartet haben.

Movie or Book?

Wir setzen mit der direkt an Lorelais (Lauren Graham) aus der letzten Episode bekannten Entscheidung fort, dass diese sich auf Wanderschaft und Selbstfindung begeben will und bekommen langsam zu sehen, wie sich diese für sie gestaltet. So strauchelt sie mit ihrem Rucksack, lernt zwar ein paar nette Leute und vor allem zwei gewisse Park-Ranger, die lediglich aus Parenthood-Cameo-Gründen vorbeischauen (Jason Ritter und Peter Krause), kennen und dreht schließlich wieder um, nachdem ihr doch ein simpler Blick über eine schöne Landschaft genügt, um einen alles entscheidenden Entschluss zu fassen.

Wieder einmal fallen mir hierbei nachträglich noch einmal die verschiedenen Ansätze Lorelais negativ ins Gewicht, wenn ich daran zurückdenke, dass sie in der ersten Episode über ein neues Kind nachdachte, in der zweiten und dritten Episode eine Therapie verfolgte, die keine einzige Erkenntnis zu Tage brachte und sich nun diese Ansätze hinter der selbsttherapeutischen Methode eines einfachen Blickes auf eine Landschaft hinten anstellen müssen.

Szenenfoto aus %26bdquo;Gilmore Girls: A Year in the Life%26ldquo; © Netflix
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Also zurück nach Stars Hollow und zu dem bereits die Wände hoch laufenden Luke (Scott Patterson), der bereits die Trennung am Horizont aufziehen sieht und stattdessen einen Heiratsantrag serviert bekommt, die Lösung aller Sinnkrisen und die Erfüllung von Emilys (Kelly Bishop) Prognose. Doch irgendwie ist es genau dieser Twist, diese Entschlossenheit Lorelais, die vielleicht nicht perfekt hergeleitet wird, dafür jedoch bei mir dieses besondere, warme „Gilmore-Girls“-Feeling hervorruft und langsam merke ich, es geht dem Ende entgegen und ich freue mich darauf!

The Return of the Huntzberger oder: Fanservice Deluxe

Rory (Alexis Bledel) wird derweil aus ihrem tristen Stars-Hollow-Alltag durch einen Besuch der „Life and Death Brigade“ inklusive Logan (Matt Czuchry) gerissen, die gemeinsam mit ihr die Nacht durchmachen und kein Abenteuer ungeschehen lassen. Was hierbei sicherlich eine nette Auflockerung der Episode darstellen soll, verkommt jedoch wieder zu dem Beweis, dass sich die vier neuen, im übrigen viel zu lang gezogenen, Episoden vor allem um eines Bemühen: Die Reminiszenz an vergangene Episoden.

Unter dieser Kategorie fallen dabei leider auch die lang ersehnten Auftritte von Sookie (Melissa McCarthy) und Dean (Jared Padalecki), die mehr schlecht als recht reingestreut werden und keinen allzu großen Eindruck hinterlassen. Im Rückblick auf die gesamten vier Episoden ist lediglich Jess (Milo Ventimiglia), dessen Rolle in der Miniserie mehr als nur bloßen Fan-Service darstellt und sich vor allem generisch und dem Plot dienend anfühlt. Schade, dass man das über so viel anderes nicht sagen kann.

Szenenfoto aus %26bdquo;Gilmore Girls: A Year in the Life%26ldquo; © Netflix
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Auf die Rückkehr ihrer Mutter reagiert Rory natürlich, in dem sie ihr die ersten Kapitel ihres Buches präsentiert, von dem wir im Laufe der Episode erfahren, dass es den sagenumwobenen Titel „Gilmore Girls“ trägt. Leider funktioniert dieser Überraschungsmoment bei mir nur kurz und hinterlässt auf Dauer eher einen bitteren Beigeschmack eines Plagiats auf das Ende von „Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs“. Dennoch erfreue ich mich natürlich darüber, dass sowohl Lorelai, als auch Rory ein neues Ziel gefunden haben und behalte dafür gelungene Gedenkmomente wie den post mortem erscheinenden Richard (Edward Herrmann) oder die eingestreuten vergangenen Streitigkeiten wohlwollend in Erinnerung.

Selling the Gilmore, Finding the Girl

Während Lorelai somit langsam, aber sicher in den Hafen der Ehe einfährt, so entwickelt sich Emily im Zuge der Episode weg von einer durch ihren verstorbenen Ehemann definierten Witwe hin zu einer selbstständigen Frau höheren Alters und präsentiert damit die wohl beste und überzeugendste Charakterentwicklung des Finales. Wenn sie sich gegen ihren überzogenen Altdamen-Club echauffiert, ihren Lebensabschnittsgefährten links liegen lässt oder das alte Gilmore-Haus im Handumdrehen verkauft, um sich was eigenes aufzubauen, dann bekommt der ansonsten oft negativ assoziierte Mumm in ihren Knochen eine Kraft, der man sich kaum entziehen kann. Vielleicht muss man nicht unbedingt eine Gilmore sein, um sein inneres, selbsterfülltes Girl zu finden...

Nebenbei wird noch Lorelais Hotel-Problem in Form eines neuen Gebäudes, dass Emily ihr mithilfe des Luke-Franchise-Geldes (ach dafür wurde das eingeführt!) ermöglicht, gelöst, bis wir schlussendlich unsere Traumhochzeit zu sehen bekommen sollen. Doch Lorelai und Luke sind keine Fans von großen Menschenmassen und zelebrieren ihre Liebe stattdessen in einem schmalzig-schönen Stars-Hollow-Paradenabend im engsten Kreis. Und auch ich kann mich diesem besonderen Lichterkettenzauber nicht ganz entziehen. Leider wird uns die Frage, ob Lorelai jetzt immer noch eine Gilmore ist oder ab sofort als Danes angesprochen wird, offen gelassen, vielleicht um sich eine weitere Miniserie oder ähnliches nicht zu verscherzen.

The last four words.

Und dann sind da noch diese vier Wörter, auf die wir alle gewartet haben, mit der eigentlich die Serie vor Jahren hätte Enden sollen und die wir jetzt zeitversetzt serviert bekommen: „Mom, I'm pregnant.“ Und natürlich wird dieser Schlüsselsatz, den Emily einst von Lorelai zu hören bekam, nun von Rory ausgesprochen und natürlich soll dieser als Parallele dazu dienen. Doch leider wirkt dieser Zauberspruch einfach nicht so richtig. Einerseits, weil Rorys 32 Jahre wesentlich sicherer wirken als Lorelais 16 Jahre damals und andererseits, weil nun klar wird, warum wir die vier Episoden immer wieder die Affäre mit dem reichen Huntzberger serviert bekamen, sollte nicht der sagenumwobene Wookie sein haariges Geschlechtsteil im Spiel gehabt haben...

Szenenfoto aus %26bdquo;Gilmore Girls: A Year in the Life%26ldquo; © Netflix
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Und wenn ich mich jetzt wieder durch diese vier Episoden zurück erinnere, dann ist es doch Jess, der mir als einziger von Rorys Ex-Freunden positiv auffiel und ihren Charakter in eine richtige Richtung gebracht hat, weil er sie und ihre Schwächen wesentlich besser versteht, als der versnobte Schönling Logan. Und deshalb kann ich einfach nicht anders, als mir wünschen, dass es vielleicht doch einfach der einstige Raufbold und Neffe Lukes gewesen ist, so unvorstellbar das auch sein mag... Aber mit einem potentiellen Vater namens Logan lässt mich die Serie wahrlich nicht in Frieden ruhen.

Fazit

Gerne hätte ich mich über eine Reise zurück nach Stars Hollow voller interessanter Charakterentwicklungen, subtiler Hinweise und warmen Erinnerungen an vergangene Tage erfreut, doch leider viel diese für mich nach dem einjährigen Einblick in das Leben der Gilmore Girls eher ernüchternd aus. Neben strukturellen Fehlentscheidungen wie die Aufteilung in vier 90 Minuten langen Episoden, die zudem immer ein Vierteljahr voneinander stattfinden, sind es vor allem die mit dem Schlaghammer servierten und wichtige Erzählzeit raubenden Exkurse in den Fan-Service, die nicht darüber hinwegtäuschen können, dass es neben dem durchaus soliden Ende der vier Episoden nicht viel zu erzählen gab.

Während ich Lorelais Hochzeit wirklich schön fand und die Chemie zwischen Luke und ihr immer noch spüre oder Emilys Entwicklung nach dem Tod Richards als die interessanteste wahrnehme, so war es dennoch vor allem Rory, deren Zeichnung bei mir immer wieder negativ ins Gewicht fiel. Neben verschiedenen Charakterentscheidungen wie etwa die Affäre mit Logan zeichnet sich das jedoch vor allem anhand des Running Gags ab, sie habe da einen Freund, den keiner kenne und den sie zu verlassen vergesse. Wie um alles in der Welt soll ich mich an ihren Ex-Geliebten satt sehen, wenn diese sie anscheinend emotional so weit gebracht haben, so mit einem Menschen umzugehen? Was hierbei sicherlich als witzig angedacht war, offenbart eher, wie unterkühlt Rory geworden ist.

Doch nicht nur die Charakterzeichnung Rorys wirkt bitterkalt, der gesamten Neuauflage merkt man leider viel zu sehr die Mühe an, mit derer versucht wurde, den heißen Scheiß vergangener Tage wieder aufzuwärmen und als lang ersehntes Hype-Train-Süppchen zu servieren. Und sicherlich wird dieser Masterplan aus dem Hause Netflix zahlentechnisch auch aufgehen, dennoch hinterlässt auch diese Serien-Neubelebung den Eindruck, dass man Vergangenes eher ruhen sollte, als zu versuchen, es mit künstlich erzwungenen Fan-Service-Szenen wieder aufs Packett des Serienmarktes zu zwingen, bis auch ein letzter gemerkt hat, dass es immer noch auf den Inhalt und nicht auf das Label ankommt. Es tut mir leid, liebe „Gilmore Girls“, aber noch einen einjährigen Einblick in Euer Leben brauche ich wirklich nicht, wenngleich ich einem Emily-Spin-off nicht ganz abgeneigt wäre...

Szenenfoto aus %26bdquo;Gilmore Girls: A Year in the Life%26ldquo; © Netflix
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Schauspieler in der Episode Gilmore Girls 8x04

Darsteller   Rolle
Keiko Agena …………… Lane Van Gerbig (credit only)
Kelly Bishop …………… Emily Gilmore
Lauren Graham …………… Lorelai Gilmore
Alexis Bledel …………… Rory Gilmore
Scott Patterson …………… Luke Danes
Melissa McCarthy …………… Sookie St. James
Yanic Truesdale …………… Michel Gerard (credit only)
Liza Weil …………… Paris Geller
Sean Gunn …………… Kirk Gleason
Matt Czuchry …………… Logan Huntzberger
Edward Herrmann …………… Richard Gilmore
Sherilyn Fenn …………… Anna Nardini
Liz Torres …………… Miss Patty
Aris Alvarado …………… Caesar
Vanessa Marano …………… April Nardini
Michelle Ongkingco …………… Olivia Marquand
Krysten Ritter …………… Lucy
Amy Sloan …………… Sheila
Rona Benson …………… Joni
Adam Hendershott …………… A.K.
Devon Michaels …………… Bill
David Sutcliffe …………… Christopher Hayden
Jeffrey Scott Kelly …………… Police Officer
Pamela Hamill …………… Costumer
Joshua Levine …………… Tuxedo Guy
Ashley Fink …………… Artsy Girl

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?