Wie Spoiler die Serienproduktion verändern

„Spoiler“
© Night_Star_Romanus, CC2.0
Undichte Stellen in den Produktionsbüros, Fotos mit Kamerahandys, ganze Websiten im Internet voll mit Spoilern: Der Kampf ist in vollem Gange zwischen Fans, die alles über den Weitergang ihrer Serie schon vorab wissen wollen und denen, die meinen, Nichtwissen wäre der wahre Genuss. Jeff Jensen von EW zeigt auf, wie das Spoilertum die Produktion von Filmen und Serien verändert hat.
Die „Lost“-Macher Carlton Cuse und Damon Lindelof können ein Lied davon singen. Als sie am Morgen des 15. Mai 2007 das Finale der dritten Staffel mit einem bis dato geheim gehaltenen Ende fertigstellen wollten, erhielten sie zahlreiche Mails, die sie darauf hinwiesen, dass das Ende bereits online zu lesen sei. Ein Fan mit dem Nicknamen Lostfan108 hätte soeben eine vollständige Zusammenfassung des Finales im Web veröffentlicht. „Es fühlte sich an, als hätte ich ein Jahr lang eine Überraschungsparty für meine Frau geplant“, so Lindelof, „und dann ruft einer ihrer Freunde am Abend zuvor an und ruiniert alles.“
Der ausstrahlende Sender ABC konnte die Website davon überzeugen, die entsprechenden Textpassagen zu entfernen. Nur haben sich zu dem Zeitpunkt schon alle wichtigen Storywendungen über sämtliche Fansites verteilt. Lindelof und Cuse haben nie rausgefunden, wer die undichte Stelle war, aber in den folgenden Monaten verschärften sie die Sicherheitsmaßnahmen bei der Produktion. Allerdings schlug Lostfan108 am 19. Mai 2008 - genau zwei Tage nach Fertigstellung des Finales der vierten Staffel - erneut zu. Er veröffentlichte eine detailgenaue Beschreibung der Episode, von Anfang bis Ende. „Es ist schrecklich. Ich versuche noch immer, darüber hinwegzukommen.“, so Cuse.
Es gibt genügend Leute, die spoilerfrei bleiben wollen - besonders in Zeiten, wo Serien zeitversetzt angeschaut, aufgenommen oder erst später auf Kauf-DVDs konsumiert werden. Aber für diejenigen, die einfach wissen müssen, was als nächstes bei „Lost“ passiert oder was nun genau Mulder und Scully im zweiten „The X-Files“-Film untersuchen, gibt es Spoiler - zu finden vor allem in den Weiten des Internets. „Spoilersites sind für Menschen, die kein Buch lesen können, ohne zuerst die letzte Seite zu lesen.“, ist Isabelle Roy, Webmaster der passend benannten Site www.spoilerfix.com überzeugt.
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Bettina Ebenbeck am Sonntag, 13.Juli 2008 10.00 Uhr
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