War At Home: Start von «Hinterm Sofa an der Front» bei RTL II

Der Golds aus der Serie „Hinterm Sofa an der Front“: Mike, Eltern Dave und Vicky, Hillary und Larry(v.l.)
(c) 2006 FOX
Ältestes Kind ist Tochter Hillary (Kaylee DeFer), die sich selbst als „theoretisch noch Jungfrau“ bezeichnet. Sie hat anfangs noch zwei Jahre Schule vor sich, und Jungs oder Telefonate mit ihren Freundinnen sind ihr deutlich wichtiger, als an gute Noten für einen späteren Collegebesuch zu denken. Entsprechend versucht sie, den Grad ihres Soziallebens vor den Eltern zu verheimlichen, hat aber gelegentlich Anwandlungen, Daddys kleines Mädchen sein zu wollen.
Das mittlere Kind, Sohn Larry (eigentlich „Lawrencen“; dargestellt von Kyle Sullivan; „Malcolm in the Middle“), ist der Außenseiter. Kein Verständnis von Sport, ist er für den Vater häufig Objekt des Spots und vor allem der falschen Unterstellung, dass der kleine Versager nicht mal Interesse an Mädchen habe, sondern eher dem eigenen Geschlecht zugetan sei. Hätte er nicht seinen besten Freund, den Nachbarssohn Kenny (Rami Malek), wäre Larry vermutlich komplett verloren. Oh ja, natürlich ist Kenny insgeheim schwul und findet Larry „so richtig toll“.
Jüngster im Bunde ist Sohn Mike (Dean Collins), der den Beginn der Pubertät mit vollen Zügen auslebt und auch sonst eher der Liebling seines Vaters ist. Das Schauspiel und die Tricks seiner Schwester durchschaut er und für seinen älteren Bruder hat er nur ein müdes Kopfschütteln übrig.
Wie gesagt ähnelt „The War At Home“ von seinen Grundstrukturen her sehr stark einer modernisierten und realitätsnäheren Version von „Eine schrecklich nette Familie“. Der Ton - gerade von Vater Dave gegenüber seinen Kindern und hier wiederum besonders gegenüber dem ältesten Sohn - ist wenig herzlich, öfters hält er Monologe über die Geschehnisse der Welt. Nur selten - dann aber an politisch korrekter Stelle - entdeckt Dave echte Vatergefühle in sich.
Haupt-Stilmittel der Serie, um Humor zu erzeugen, sind abrupte Szenenwechsel, in denen wir die Figuren einzeln in einem weißen Raum sehen und in denen sie uns erzählen, was sie wirklich denken - fast immer im Gegensatz zu dem, was sie gerade in der laufenden Handlung gesagt haben. Das funktioniert eigentlich ganz gut. Und wer denn den teils sehr bissigen, lieblosen Ton der Familienmitglieder untereinander lustig findet, der wird auch von dieser Comedy gut unterhalten werden.
Bernd Michael Krannich am Mittwoch, 7.Januar 2009 07.00 Uhr
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