The Daily Show: 10-jähriges Jubiläum für Jon Stewart

The Daily Show: 10-jähriges Jubiläum für Jon Stewart
Jon Stewart: Seit 10 Jahren Moderator und Star der „Daily Show“
(c) Comedy Central

Seit 1996 ist „The Daily Show“ bei dem US-amerikanischen Kabelsender Comedy Central auf Sendung. Seit Januar 1999 wird das Satiremagazin von dem Comedian Jon Stewart moderiert, der die Sendung zu nie gekannten Höhen geführt hat - und mit ihr zu einem Star der Populärkultur aufgestiegen ist.

Es war der Weggang des politischen Satirikers Bill Maher 1995 zu ABC, der dazu führte, dass sich Comedy Central auf die Suche nach Ersatz für ihn und seine Sendung „Politically Incorrect“ machte. Madeleine Smithberg („Late Night With David Letterman“) und Lizz Winstead kreierten für den Sender schließlich eine Fake-Nachrichtensendung, in der Craig Kilborn und ein Team von sogenannten „Korrespondenten“ (zu denen anfangs auch Winstead selbst gehörte) das Tagesgeschehen satirisch und augenzwinkernd auf die Schippe nahmen.

„The Daily Show: 10-jähriges Jubiläum für Jon Stewart“ nachzulesen bei Serienjunkies

Dazu gehörte von Beginn an auch das politische Geschäft. Im Mittelpunkt standen jedoch eher das Showbusiness und die Populärkultur. Das änderte sich erst, als Kilborn von dannen zog, um bei CBS eine eigene Sendung zu übernehmen - und die Moderation der „Daily Show“ an Jon Stewart ging. Wie er selbst sagt: „Ich habe große Schwierigkeiten, mir darüber Gedanken zu machen, wie Jennifer Lopez zu Marc Anthony steht.“ Celebrities kamen und kommen in seiner Version der „Daily Show“ zwar immer noch vor. Das Hauptaugenmerk der Sendung gilt jedoch Stewarts eigenen Interessensgebieten: Politik, Gesellschaft und Medien.

Rückblickend erscheint es nachgerade erstaunlich, wie es einem (buchstäblich) kleinen Stand-up Comedian aus New Jersey, der mit (seitdem häufig von ihm selbst parodierten) Rollen in schlechten Filmen, Winzigauftritten in Serien wie „The Nanny“ und einer kurzlebigen eigenen Show bei MTV („The Jon Stewart Show“) nur zu einer sehr begrenzten Bekanntheit, geschweige denn Berühmtheit gelangt war, gelingen konnte, die Sendung vom ersten Augenblick an, sich ganz zu eigen zu machen. Lag es daran, dass Comedy Central nur ein sehr kleiner Kabelsender war? Dass sich außerdem genau zu der Zeit mit dem Weggang von Doug Herzog zu Fox ein Wechsel an der Senderspitze vollzog? Oder daran, dass Jon Stewart einfach eine sehr klare Vision davon hatte, wie und was diese „Daily Show“ überhaupt sein sollte. Wahrscheinlich ist die Antwort eine Mischung aus allen drei.

Begünstigt, wenn nicht sogar ermöglicht wurde der kometenhafte Aufstieg von Jon Stewart durch einen Mann, dem er folgerichtig in seiner Sendung vom vorvergangenen Dienstag auch Tribut gezollt hat: George W. Bush. Angefangen beim Wahldesaster im Jahr 2000 über den Irak-Krieg bis hin zu Hurrikan Katrina war es Bush, der mit seiner Kombination aus ideologischer Verbohrtheit, einem ausgesprochen schlichten Gemüt und (nicht nur sprachlicher) Unbeholfenheit Stewart das Material an die Hand gab, aus dem der Satiriker ein ums andere Mal auf höchst unterhaltsame Weise die Widersprüche und Absurditäten des mächtigsten Manns der Welt herausdestilliert hat.

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Christian Junklewitz am Sonntag, 1.Februar 2009 10.00 Uhr

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