The Beast: Eine zahnlose Affäre

Gefilmt in Chicago von Scarlet Fire Films und Fuel Filmworks in Kooperation mit Sony Pictures Television, stellt „The Beast“ A&E's erneuten Versuch dar (der letzte war „The Cleaner“), einen passenden Begleiter für die Wiederholungen von „The Sopranos“ zu finden. Nach der Sichtung der ersten zwei Episoden kann man sagen, dass dieses Beast eine ziemlich zahnlose Kreatur darstellt.
Es ist schwer, über die Serie zu schreiben, ohne Patrick Swayzes Gesundheitszustand zu erwähnen. Der „Dirty Dancing“-Darsteller wollte dem Krebs trotzen und einfach weiter machen, aber wie lange er das durchhält, kann niemand sagen. Zur Zeit liegt er wieder im Krankenhaus. Es könnte sein, dass diese Serie sein letzter Tanz ist. Erst recht schade: denn wenn dies sein Abschied sein sollte (wir hoffen, dass dem nicht so sein wird), dann bitte nicht so...
Die Schwierigkeiten der Serie liegen nicht unbedingt bei Swayzes Darstellung des knallharten FBI-Undercoverveterans Charles Barker, sondern bei zwei anderen Kernproblemen: den uninspirierten Nebenfiguren und dem noch einfallsloseren und klischeebehafteten Drehbuch. Die Erfinder der Serie, Vincent Angell und William Rotko, haben in den ersten zwei Episoden nahezu jedes Klischee aus dem Cop-Genre plump in Szene gesetzt. (Die 10 %, die sie ausgelassen haben, werden sie bestimmt in der dritten Episode nachliefern.)
Swayze ist Charles Barker, einer dieser Undercover-Cops der alten Schule, der sich als neuen Partner einen jungen ungeschliffenen Diamanten auswählt - nach Aussagen eines FBI-Verbindungsmannes fühlt sich Barker an seine Jugend erinnert - und zu schleifen versucht. Das geschieht an Hand von so genannten „Drive-by Lectures“, während man zu Treffen mit unterschiedlichen Drogen- und Waffenhändlern fährt. Um welche Fälle es sich handelt, vergisst man zwei Sekunden später. Barker mag seinen Kaffee schwarz und spielt natürlich nach den eigenen Regeln: „Yes, there's a line. So we know where to cross it.“
Swayzes durch das Alter und die Chemotherapie vernarbtes und erschöpftes Gesicht (in unzähligen extremen Close-Ups präsentiert) unterstützt enorm die Glaubwürdigkeit seiner Figur des Veterans aus mehreren Undercover-Schlachten mit den Bösen. Vereinzelt wird auf eine geheimnisvolle und dadurch interessante Vergangenheit der Figur angespielt, was sich aber schnell wieder in Klischees verliert. Als in einer Szene der Wachmann des so genannten Evidence Locker sich weigert, Barker für eine nicht genehmigte Operation ein Beweisstück auszuhändigen, bittet Barker seinen jungen Partner, draußen zu warten. Eine Minute später hat er bekommen, was er haben wollte; auf die Frage von Ellis, wie er das geschafft habe, antwortet er: „We all have our secrets.“' Und, na ja, das sollte schon reichen als Erklärung...
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Vladislav Tinchev am Mittwoch, 28.Januar 2009 12.00 Uhr
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