Terminator: The Sarah Connor Chronicles - Born to Run

Familientreffen (c) 2007 FOX
I love you too. Das waren am letzten Freitagabend Sarah Connors Abschiedsworte. Es klang so, als nähme damit auch die Serie Abschied von ihren nicht sehr zahlreichen, aber treuen Fans. Das Finale markierte einen Höhepunkt des Sci-Fi-Genres.
Nach dieser zweiten Staffel hat Sci-Fi im Fernsehen endlich das Niveau eines Asimov oder Lem erreicht. Mag sein, dass die FOX-Verantwortlichen diese beiden Autoren nicht gelesen haben, da ihr Job darin besteht, die Nielsen-Ratings zu lesen, aber an dieser Stelle sollen sie es noch einmal gesagt bekommen: Wenn sie diese Serie absetzen, dann gehen sie in die Geschichte ein - als der Sender, der mit „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“ und „The Drew Carey Show“ nicht einfach zwei TV-Serien, sondern zwei Artefakte der Kulturgeschichte frühzeitig terminierten.
Die Episode „Born to Run“ war genialer Abschluss und übler Cliffhanger zugleich (falls die Serie verlängert wird). Es wurden genauso viele Fragen beantwortet wie neue gestellt. Und emotional knisterte es, als befänden wir Zuschauer uns mittendrin in einer der Terminator-Zeitreisen. Viele haben sich über die Langatmigkeit dieser zweiten Staffel beklagt, die sich zu lange bei bestimmten Figuren oder Ereignissen aufhalte.
Aber so ist es, wenn man vorhat, eine großartige Geschichte zu erzählen: man bringt sie langsam ins Rollen, bereitet sie vor, um genau zu diesen von den Zuschauern so geliebten überraschenden Wendungen zu kommen - je gründlicher und nachvollziehbarer sie vorbereitet werden, desto größer ihre Wirkung. Die emotionale Bindung, die dadurch geschaffen wird, kann nicht wieder getrennt werden. Und eins verzeihen Zuschauer einem Sender nie: wenn sie eine solche Bindung aufgebaut haben und diese ihnen dann weggenommen wird.
„Terminator“-Franchise hin oder her: Ich fand die Filme gut und cool, hatte aber nie eine emotionale Bindung zu ihnen, während „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“ zum ersten Mal tiefere Einblicke in diese fiktionale Welt bot und seine Komplexität und die seiner Figuren Anteilnahme entfachte. Kein Wunder, dass etliche Episoden der Serie von der amerikanischen Autorenvereinigung die Höchstnote bekamen.
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Vladislav Tinchev am Mittwoch, 15.April 2009 12.00 Uhr
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