TCA Press Tour: Offiziell - Kein Jay Leno mehr um 22 Uhr

NBC-Moderator Jay Leno wird umziehen - die Frage ist, wohin
© NBC
Im Rahmen der TCA Winter Press Tour bestätigte der NBC Universal-Chef Jeff Gaspin, dass das Experiment einer Primetime-Talk-Show mit Jay Leno am 12. Februar enden werde. Was jedoch die Zukunft bringt, ist indes noch unklar.
Im Rahmen einer Fragestunde bei der TCA Winter Press Tour äußerte sich Jeff Gaspin, Verantwortlicher bei NBCs Mutterkonzern NBC Universal, dass das Network das Experiment, mit „The Jay Leno Show“ ein Talk-Format in die Primetime zu bringen, beendet werde. Stichtag ist der 11. Februar, der letzte Tag regulären Programms, bevor NBC für zwei Wochen die Olympischen Winterspiele überträgt. Wie es danach weiter gehe, sei aber noch nicht geklärt. Auch dürfte die Endgültige Klärung aller Aspekte die Zeit bis zu den Winterspielen einnehmen.
Problem 1: Late-Night
Gaspin gab an, dass das Network versuchen werde, Jay Leno weiter als Teil seiner Late-Night-Familie zu halten. Dies würde unweigerlich Auswirkungen auf die anderen drei Late-Night-Hosts haben, Conan O'Brien, Jimmy Fallon und Carson Daly. Der Manager sagte nur, dass man Leno, O'Brien und Fallon die Entscheidung des Senders mitgeteilt habe. Diese hätten nun „über das Wochenende“ Zeit, sich mit den im Anschluss vom Network gemachten Plänen auseinander zu setzen.
Dazu bestätigte Gaspin eines der bereits vorab durch die Presse gegangenen Szenarien: Demnach startet die „The Jay Leno Show“ um 23.35 Uhr und läuft eine halbe Stunde. Danach würde „The Tonight Show mit Conan O'Brien“ laufen, gefolgt von „The Late Night Show mit Jimmy Fallon“. Das Lineup würde dann um 1.05 Uhr enden. Diese Pläne würde wohl schlecht für Carson Daly ausgehen, dessen Sendung derzeit zwischen 0.35 Uhr und 1.35 Uhr läuft und die dann möglicher Weise beendet würde. Allerdings gab Gaspin auch an, dass man Daly „in der NBC-Familie“ halten wolle.
In der Presse gibt es aber noch eine andere Option, in der Leno zurück bei der Tonight Show und Conan O'Brien bei einem anderen Sender landet, etwa FOX. Für NBC natürlich weniger angenehm, da man mit den vorherigen Bestrebungen ja gerade versucht hatte, sich keine neue Konkurrenz zu schaffen.
Problem 2: Die 22-Uhr-Schiene
Auch keine Antwort hatte Gaspin einstweilen, mit welchen Inhalten das Network die dann nach den Olympischen Spiele unbesetzten werktäglichen Sendestunden zwischen 22 und 23 Uhr zu füllen gedenkt. Gaspin mutmaßte „zwei Stunden (drehbuchbasierte) Serien, eine Stunde mit einem Reality-Format und die anderen beiden in einer Kombination aus dem Nachrichtenformat 'Dateline' und Wiederholungen“.
Soweit bekannt hat NBC noch die in internationaler Co-Produktion hergestellte Serie „Persons Unknown“ (Serienjunkies vom 17. Juli 2009) auf Lager, die aus dem selben Groß-Projekt stammt wie „Mental“ und „Defying Gravity“.
Die Gründe
Erklärungsnot hatte Gaspin zur Absetzung von „The Jay Leno Show“ in der bestehenden Form vor allem, weil das Format immer als „52-Wochen-Projekt“ gepriesen worden war: Während man geringere Einschaltquoten als bei Drama-Erstausstrahlungen in Kauf nahm, sollte es von Leno 170 statt nur 110 neue Episoden im Jahr geben, wodurch die Gesamtzuschauerzahl insgesamt ähnlich bleiben sollte.
Gaspin gab an, dass die Verantwortlichen bei NBC die Auswirkungen von Leno auf die Einschaltquoten bei den Lokalsendern, den Affiliates, unterschätzt habe. Diese leben auch von den Zuschauern, die bis 23 Uhr das Network gesehen haben und anschließend für die Lokalnachrichten dran blieben. Durch „The Jay Leno Show“ sei in manchen der 200 US-Fernsehmärkten die Nachrichtensendung des NBC-Affiliates vom ersten auf den dritten Quotenrang eingebrochen.
Daher hätten die Affiliates starken Druck gemacht, was nun zur kurzfristigen Entscheidung geführt habe. Es habe sogar die Drohung gegeben, Lenos Sendung bei einzelnen Affiliates nicht auszustrahlen, was sicherlich zu einigen Vertragsstreitigkeiten zwischen Network und Affiliates geführt hätte.
Trotzdem verteidigte Gaspin den Versuch, auf der 22-Uhr-Schiene nur ein günstig zu produzierenden Programm anzubieten, dessen Anziehungskraft unter dem des sonstigen Networkangebots liege: Die Zeiten seien für das Networkfernsehen schwierig, der Versuch sei vielleicht zu früh gekommen.
Bernd Michael Krannich am Sonntag, 10.Januar 2010 20.45 Uhr
3 Leserkommentare
| piranha vor 3 Jahren: | Platz 76 in der Community Top-100 |
"... gefolgt von „The Late Night Show mit Jimmy Kimmel“ ..." Wurde hier wieder Kimmel mit Fallon verwechselt ?! ;-) | |
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| bmk vor 3 Jahren: | Platz 30 in der Community Top-100 |
@piranha:Mist, Mist, Mist - weiß auch nicht, warum mir das immer durchrutscht, kann die beiden Herren durchaus auseinanderhalten. Und, unter uns gesagt, weiter oben in der Aufzählung der Late-Night-Hosts hatte ich es selbst schon gesehen und war ganz stolz auf mich. Fixed. | |
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| Yêshòu vor 3 Jahren: | |
Auch Rechtschreibfehler sollten nicht andauernd vorkommen.... | |
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