Tatort Münster: Review zu «Tempelräuber»

Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan Josef Liefers) im neuen „Tatort“
(c) WDR/Michael Böhme
Zum insgesamt fünfzehnten Mal ermitteln morgen Abend in der ARD Kommissar Thiel (Axel Prahl) und Rechtsmediziner Prof. Dr. Karl-Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers) im Münsteraner „Tatort“. Serienjunkies-Redakteur Christian Junklewitz hat die aktuelle Folge „Tempelräuber“ schon vorab gesehen.
Inhalt
Es hätte ein so schöne Abend sein können. Doch erst wird Professor Boerne Zeuge, wie ein Mann von einem Auto überfahren wird. Und dann, als er versucht, dem Mann zu helfen, setzt der Unfallfahrer zurück und versucht, auch noch Boerne zu überfahren, der sich gerade im letzten Augenblick noch retten kann - die Attacke aber nur mit erheblichen Blessuren, darunter zwei Unterarm-Frakturen, übersteht.
Sowohl Boerne als auch Thiel nehmen diesen Unfall, der ganz offensichtlich kein Unfall, sondern ein gezielter Mordanschlag war, sehr persönlich. Boerne, weil er ganz gegen sein Junggesellen-Naturell auf einmal auf fremde Hilfe bei den einfachsten Alltags-Verrichtungen (und natürlich auch in seinem Beruf) angewiesen ist, was sein Leben gehörig durcheinander wirbelt. Und Thiel, weil das Auto, das bei dem Mordanschlag Verwendung fand, ausgerechnet das Taxi seines Vaters (Claus D. Clausnitzer) gewesen ist, welches früher am Abend gestohlen worden war.
An zusätzlicher Brisanz gewinnt der Fall dadurch, dass das Mordopfer kein Geringerer als Ludwig Mühlenberg ist, streng konservativer Regens des Priesterseminars St. Vinzenz. Und das in Münster, wo, wie Staatsanwältin Klemm (Mechthild Großmann) besorgt ausführt, ein toter Priester so viel zählt wie zwei tote Bürgermeister oder drei tote Polizisten. Kommissar Thiel nimmt die Ermittlungen im Priesterseminar auf - während er gleichzeitig versucht, sich von dem lädierten Boerne nicht um den Verstand (und das letzte bißchen Schlaf) bringen zu lassen...
Kritik
Seit der Münster „Tatort“ 2002 an den Start gegangen ist, sticht er markant aus der „Tatort“-Reihe heraus: Zum ersten Mal wagten es die Macher, die „Tatort“-Formel in Richtung Krimikomödie zu variieren. Nicht dass es nicht auch schon vorher im „Tatort“ etwas zu lachen gegeben hätte: Man erinnere sich nur einmal an die fast schon Screwball-haften Auseinandersetzungen zwischen Schimanski (Götz George) und Thanner (Eberhard Feik) - von dem Moment, in dem Schimanski in „Zweierlei Blut“ nackt im Fußballstadion aufwacht, einmal ganz zu schweigen.
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Christian Junklewitz am Samstag, 24.Oktober 2009 10.00 Uhr
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