Standoff: Serienstart Mittwoch bei VOX

Der Cast von „Standoff“: (v.l.) Gina Torres, David Livingston, Jose Pablo Cantillo, Rosemarie DeWitt, Raquel Alessi und Michael Cudlitz
© FOX
Am morgigen Mittwoch startet um 21:10 Uhr auf VOX die 18-teilige amerikanische Serie „Standoff“ um eine Gruppe von Experten für Geiselnahmen in Los Angeles.
„Lüge den Geiselnehmer nie an“ ist das Credo der Unterhändler bei Geiselverhandlungen. Als Matt Flanery (Ron Livingston, „Band of Brothers“, „Sex and the City“) droht, einen Schauspieler „zu verlieren“, der im Scheidungsstress überfordert war und seine Kinder entführt hat, macht er ihm klar, daß er sich an die Veränderung gewöhnen müsse, und jedermann Stress habe. So habe er, Matt, eine geheime und eigentlich dienstlich untersagte Beziehung zu seiner Kollegin Emily Lehman (Rosemarie DeWitt, „Mad Men“), und jetzt habe dies seine gesamte Crew gehört - für ihn gebe es nun auch kein zurück mehr.
Nachdem die Kriese mit dem Kindsentführer gelöst ist, haben Matts Kollegen - besonders die Jungs vom Sondereinsatzkommando um Frank Rogers (Michael Cudlitz) und seine rechte Hand Duff Gonzalez (Jose Pablo Cantillo) - ihren Spaß. Matts ehemalige Partnerin und jetzige Vorgesetzte Cheryl Carrera (Gina Torres, „Alias“, „Firefly“) allerdings umso weniger - sie wäscht ihren beiden Unterhändlern erstmal gehörig den Kopf. Da sie aber ein besonders erfolgreiches Team sind, mag sie es - vorerst - nicht auseinander reißen.
Matt und Emily sind noch am diskutieren, wie es jetzt mit ihrer Beziehung weitergehen soll, als schon der nächste Fall ansteht: Ein junger Mann aus gutem kaukasischem Haus hat sich eine traditionelle muslimische Kluft und einen selbstgebastelten Bombengürtel angelegt und ein ganzes Café in Geiselhaft genommen.
Nun geht alles seinen gewohnten Weg: Matt und Emily versuchen am Telefon ihr Möglichstes, um die Situation zu entschärfen, während Frank Rogers und seine Kollegen auf eine „schnelle, präzise“ Lösung drängen. Und Cheryl Carrera hat als Vorgesetzte die Aufgabe zu entscheiden, wie lange sie ihrem Verhandlungsteam Zeit gibt. Im Hintergrund arbeitet die Computertechnikerin Lia Mathers (Raquel Alessi) fieberhaft daran, dem Verhandlungsteam möglichst schnell alle Informationen zu besorgen, die es für seine Arbeit braucht.
Bemerkungen
„Standoff“ nähert sich dem Thema Geiselverhandlung von einer eher soapigeren Seite an (deutlich soapiger, als es zum Beispiel die aktuell in den USA und Kanada gelaufene Serie „Flashpoint“ tut). Oftmals spielen die kleineren und größeren Beziehungsstreitigkeiten von Matt und Emily in die Fälle hinein, und wie bei den meisten Procedurals bieten sie dann auch schließlich die Möglichkeit, den Fall mit einer überraschend neuen Sichtweise anzugehen und so die Chance zu haben, sie aufzulösen (man vergleiche die Art und Weise, wie Gregory „House“ wöchentlich seine „Fälle“ löst).
In den meisten Episoden wird die Spannung nicht nur durch die Möglichkeit der Gewaltanwendung seitens der Geiselnehmer hoch gehalten, sondern eben auch durch die beständig drängende Crew des Einsatzkommandos, die am liebsten jeden Fall mit dem Gewehr lösen würden.
Es ist schwer, die Serie „Standoff“ als ganzes zu beschreiben, denn sie hat - produktionsbedingt - mehrere Stilbrüche. Sind die ersten Folgen noch sehr schematisch und zeigen ein halbwegs realistisches Bild professioneller Polizeiarbeit - wenn auch eben von Soap-Elementen durchzogen - so wurde in späteren Episoden (und nach einem Personalwechsel auf dem Showrunnerposten) ein bisschen mehr Augenmerk auf Action auch für das Vermittlerteam gelegt: Mehr ging in der Polizeiarbeit schief, und die Vermittler geraten in die Schusslinie.
In den USA wurde die Serie mehrmals wegen schlechter Quoten aus dem Programm genommen und schließlich nach einer kurzen ersten Staffel mit 18 Episoden nicht weiter erlängert.
Fazit
„Standoff“ ist ein nettes Procedural mit einem Paar als Hauptfiguren, das seine Beziehungsprobleme bei der Arbeit löst. Wer also einerseits einen Fall der Woche, andererseits ein bisschen emotionales Feuer zwischen den Figuren seiner Serie mag, macht sicherlich nichts verkehrt, hier mal herein zu schauen. Die Serie legt aber den Schwerpunkt eher auf kurzweilige Unterhaltung als auf emotionaler Tiefe.
Bernd Michael Krannich am Dienstag, 30.September 2008 15.00 Uhr
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