Wo sind die weiblichen Autoren?

Wo sind die weiblichen Autoren?
Bei Pilotbüchern nur selten vor einem Schreibgerät zu finden: Frauen
Foto: benniebunnie Creative Commons 2.0

Warum bestellen die Sender keine Piloten von weiblichen Autoren? Diese Frage ist gerade wieder sehr aktuell. Denn die laufende Pilot Season ist für Autorinnen die bislang schlechteste seit einem Jahrzehnt.

Nach Stand vom Donnerstag der letzten Woche haben die US-Networks insgesamt 33 Piloten für Comedyserien bestellt. Nur drei davon waren von Frauen oder unter Beteiligung von Frauen geschrieben. Bei den Dramaserien das gleiche Bild: 36 Piloten wurden bislang geordert. Nur sechs davon hatten weibliche Autoren.

„Wo sind die weiblichen Autoren?“ nachzulesen bei Serienjunkies

Diese Zahlen, die von einer US-Talentagentur ermittelt und auf der Webseite Deadline Hollywood veröffentlicht wurden, machen stutzig: Immerhin sollte man meinen, dass die Gleichberechtigung mittlerweile auch in Hollywood angekommen ist. Dem ist aber ganz offensichtlich nicht so. Der mit Macht, Geld und Einfluss verbundene Status eines Serienerfinders und Showrunners - er bleibt überwiegend den Männern vorbehalten.

Liegt es daran, dass es keine Autorinnen gibt? Oder gar, wie in einem Kommentar auf Deadline Hollywood ernsthaft vorgeschlagen, dass die von Frauen geschriebenen Bücher nichts taugen?

Schaut man sich jedoch einmal in der US-Fernsehlandschaft um, so erscheinen beide Antworten völlig unglaubwürdig. Denn talentierte Autorinnen gibt es genug. Angefangen bei Diane Ruggiero („Veronica Mars“) über Sarah Fein und Elizabeth Craft („Women's Murder Club“) bis hin zu Moira Kirland („Medium“, „Castle“). Einzig Pilotbücher werden nur sehr selten von ihnen bestellt. Ausnahmen wie aktuell „Gilmore Girls“-Erfinderin Amy Sherman Palladino (Serienjunkies vom 28. Januar 2010) bestätigen die Regel. Dabei ist zu beachten, dass Sherman Palladino ähnlich wie Shonda Rhimes („Grey's Anatomy“) zu den ganz wenigen „etablierten“ Autorinnen gelten darf.

Wahrscheinlicher scheint da schon die Erklärung, dass gerade in Zeiten der Wirtschafts- und Werbekrise, wenn der Druck auf alle Beteiligten besonders hoch ist, alte Denkgewohnheiten und Geschlechter-Schablonen eher durchbrechen, als dies noch unter den Bedingungen einer boomenden TV-Branche der Fall wäre.

Christian Junklewitz am Sonntag, 31.Januar 2010 08.00 Uhr

© serienjunkies.de KG, Alle Rechte vorbehalten.

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13 Leserkommentare

rocxyz vor 3 Jahren:Platz 53 in der Community Top-100

Diese Zahlen werden niemanden überraschen, der sich schonmal mit Geschlechterthemen beschäftigt hat. Gleichberechtigung bleibt, gerade was die Karriere betrifft, oft ein frommer Wunsch.

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Serenity vor 3 Jahren:Platz 68 in der Community Top-100

Es ist eher so, dass es wenig weibliche Autoren gibt, die auch Produzenten sind. Vor allem in wirklichen Führungspositionen. Aber als Staff Writer sind sie weiter verbreitet

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wibi44 vor 3 Jahren:Platz 6 in der Community Top-100

Das ist doch offensichtlich. Die weiblichen Autorinnen liefern einfach schlechteres Material. Oder sind die in den USA wirklich noch in der Voremanzipation hängen geblieben?

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Ponder Stibbons vor 3 Jahren:Platz 14 in der Community Top-100

Ich will mich hier nicht auf eine Geschlechterkampf-Diskussion einlaßen, aber es einfach nur auf die Geschlechter-Situation zu schieben, ist etwas zu billig.

Ich will ihnen auch die Qualifikation nicht abstreitig machen. Ich halte es eher für eine Kombination aus dem, was Serenity sagte - Showrunner ist sicher anstrengender als nur Staff-Writer, und wollen die Frauen das auch wirklich so machen? - und möglicherweise der Themenwahl.

Vielleicht hätten Frauen Themen wie BSG, Lost, 24, Heroes, Prison Break ... "erfinden" können, wahrscheinlich ist es eher nicht.

Warum sich diese Geschlechter-Disposition immer wieder auch ohne offensichtlichen äußeren Einfluß etablieren, sollen Soziologen, Psychologen, Genetiker etc. erarbeiten.

Mir ist im Umgang in meinem Umfeld oft genug aufgefallen, dass Mädchen Rosa, Ponys, und Barbies bevorzugen auch wenn man ihnen gelbe Bagger und schwarze Panzer vor die Füße stellt, und es bei Jungs genau anders herum ist, auch wenn man sie nur mit Puppen umgiebt.

Die Autorin des Buches 30 Jahre Playmobil - Felicitas Bachmann - nennt das das Bagger-Gen

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rocxyz vor 3 Jahren:Platz 53 in der Community Top-100

Warum sollte eine Frau den stressigeren Job nicht machen wollen? Das ist mir schleierhaft. ^^

Die Themenwahl würde ich evtl. noch durchgehen lassen, da auch da die soziale Determination greift. Wer in einer Gesellschaft aufwächst, ist auch von Geburt an von deren Normen umgeben, selbst wenn die Eltern eine geschlechtsneutrale Erziehung anstreben.

Den Kindern das Angebot zu machen mit "geschlechtsuntypischen" Sachen zu spielen, hilft nichts, wenn das (außerhalb der Familie) an jeder Ecke als "unnormal" dargestellt wird.

Das da keine Biologie dahintersteckt, dürfte immer dann klarwerden, wenn Geschlechterzuschreibungen in verschiedenen Kulturen gegensätzlich ausfallen...

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Ponder Stibbons vor 3 Jahren:Platz 14 in der Community Top-100

Ich weiß es ja aben nicht, daher war es eine Frage.

Warum wollen Frauen nicht in die Technik?

Warum interessieren sie Pferde mehr als Computer.

Alles beobachtet: zu Hause 2 oder mehr Computer, aber es muß ein Pferd sein? (Das mehr kostet als 2 18-Zoll-Velociraptor-Laptops?)

Weder Vater, noch Mutter Reiter, noch sonst wer im Umfeld, und das ganze in der Stadt?

Erklär mir das mal - ich tippe zumindest hier auf Genetik, so leid es mir tut.

Und jetzt erklär mir bitte mal einer mit beweisbaren Fakten, dass in der Gesellschaft Frauen die mit Computern arbeiten wollen schräg angesehen werden.

Es interessiert sie einfach nicht, und ich weiß bis heute nicht warum.

Ich kann nur von mir aussgehen und ich weiß warum es mich interessiert hat. Sonst kann ich es eh von niemanden sagen.

Ach und noch etwas: ich habe mit Müttern gesprochen, die ihr Kind von der Farbe Rosa weghalten wollten wie der Teufel sich vom Weihwasser, und ihre Töchter haben darauf "bestanden" - aus welchem Imperativ auch immer.

Genausowenig wie man alles durch Biologie erklären kann, kann man auch nicht alles durch Sozialisation erklären.

Nicht alles ist, nein nicht alles kann nur durch die Sozialisation bedingt sein, außer man glaubt an morphogenetische Felder oder die Äthertheorie.

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Christian vor 3 Jahren:Platz 42 in der Community Top-100

Ich muss zugeben, dass es sich dabei um eine schwierige Frage handelt. Trotzdem tendiere auch ich eher zur Ansicht, dass es sich um gesellschaftliche Faktoren handelt, die hier in vielen Fällen ausschlaggebend sind. Kinder merken eben doch (durch Freunde, Medien - und selbst dadurch, dass ihre Eltern sie krampfhaft von der Farbe Rosa fernzuhalten versuchen), was von ihnen gesellschaftlich erwartet wird.

Wie wären sonst so frappierende historische Veränderungen zu erklären, wie im Fall der Geschlechter-Zuordnung der Farben Blau und Rosa?

„There has been a great diversity of opinion on the subject, but the generally accepted rule is pink for the boy and blue for the girl. The reason is that pink being a more decided and stronger color is more suitable for the boy, while blue, which is more delicate and dainty, is prettier for the girl.“ (Ladies Home Journal, 1918)

Das änderte sich erst im Laufe der 40er Jahre. Für eine sich weltweit verbreitende genetische Mutation scheint mir der Zeitraum ein wenig knapp bemessen. Dagegen ist auffallend, dass genau in besagter Zeit große soziale Umwälzungen stattgefunden haben (Kriegsbedingt: Frauen in Männerberufen usw.).

Es gibt auf biologische Ursachen zurückgehende Unterschiede im Verhalten von Männern und Frauen. Das ist überhaupt keine Frage. Ein Zustand der Neutralität wie von vielen Sozialkonstruktivisten angenommen ist völliger Unsinn. Umgekehrt zeigt gerade das historische Beispiel, dass man mit der biologischen Argumentation sehr vorsichtig sein muss. Insbesondere weil sich mit dem Rückgriff auf die „Natur“ zu leicht soziale Setzungen maskieren lassen.

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Ponder Stibbons vor 3 Jahren:Platz 14 in der Community Top-100

Das mit dem Rosa-Blau klingt interessant, aber da müßte man sich eingehender damit beschäftigen.

Ein Zitat aus einer Haushaltszeitschrift, in allen Ehren, halte ich nicht für sehr aussagekräftig ... wenn es das Science Journal gewesen wäre aber

nein, auch dann nicht

Hat man damals jemals erhoben (tut man das heute) wie sich soetwas möglichst unbeeinflußt entwickelt.

Abgesehen davon hat mein einer Sohn keine Vorliebe für Blau, eher für Grün oder Gelb. Das mit Rosa konnte ich aber selbst beobachten.

Es gibt übrigends auch noch etwas anderes als Genetik, nennt sich Epigenetik (http://de.wikipedia.org/wiki/Epigenetik). Bin darauf durch eine Sendung Hi Tech am Sender 3Sat gestoßen. Der Titel war Gefährliche Nahrung oder so.

Nur ein Schlagwort daraus: Turbo für die Evolution.

Da kann das ganze innerhalb einer Generation (ca. 25 Jahre) ganz anders aussehen.

Aber Du hast Recht man muß Vorsicht walten laßen, und im Prinzip kann man bei allem (auch hier wieder Stichwort Epigenetik) einen österreichischen Altbundeskanzler zitieren: Es ist alles so kompliziert (eigentlich "Ich weiß, das klingt alles sehr kompliziert")

Egal ob Wirtschaft, Politik, Naturwissenschaften ... alles schein noch komplexer zu sein als es sich Normalbürger und auch Wissenschaftler vorstellen.

Immer wieder treffe ich auf Beispiele, egal in welchem Bereich, wo ich sage, das hätte ich jetzt nicht gedacht - und auch die Wissenschaftler, ohne wirkliche Erhebung, Messung, und Quantifizierung, und vor allem ohne Computerunterstützung, hätten etwas anderes gesagt.

Ich nennen jetzt keine Beispiele, außer es wird gewünscht

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rocxyz vor 3 Jahren:Platz 53 in der Community Top-100

"Es ist ein weites Feld"

Die Lieblingsfarbe meines Bruders ist z.b. gelb, ich stand als Kind auf blau...

Beeinflusst sind wir immer, auf die eine oder andere Weise; von Kasper Hauser-Experimenten wollen wir ja doch absehen. ;p

Nochmal zur Berufswahl:

Dagegen gibts ja Aktionen wie den Girls/Boys Day. In vielen Köpfen ist das einfach nicht angekommen (siehe Vorurteile gegenüber Informatikern)

Hinzu kommt sicher auch, dass auch viele Menschen traditionelle Rollenbilder nicht prinzipiell schlecht finden... (google: "Soll ich mir die Haare abschneiden")

...

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Ponder Stibbons vor 3 Jahren:Platz 14 in der Community Top-100

Ich hab lange Haare, trage nur Schwarz beides seit ca. 1990, hab keine Berufsausbildung in dem Beruf den ich sehr erfolgreich ausübe ...

Von wem bin ich da wohl beeinflußt worden ... egal

In Österreich gibt es sehr viele Aktionen, teilweise seit Jahrzehnten, manche brauchbar, banche vollkommener Schwachsinn - soweit ich das beurteilen kann haben die so gut wie nichts gemacht.

Ich hab viele Beispiele für Girls Days etc. gefunden, in manchen Fällen schon vielleicht diskriminierend den Jungs gegenüber (Beispiele gefällig?

Wiener Kinderfreunde - Girls Only Badeabende;

Girls go University;

Girlies Sportsdays im Wiener Rathaus;

Mädchengarten beim Lokal "Szene" in Wien;

Wiener Töchtertag;

Weiberwelt in Wien Floridsdorf ...

und die Krönung: Fitness Center "Mrs. Sporty" - nur für Frauen - mach das mal umgekehrt und Du hast die Revolution in Österreich)

Ach ja, nur eines gibt es in Österreich wirklich nicht Boysdays (s.o. Revolutionsgefahr)

Ich weiß jetzt nicht so ganz, was Du mit Vorurteilen gegeüber Informatikern meinst - ich bin selber einer.

Ich kenne auch keine Vorurteile gegenüber InformatikerINNEN.

(Abgesehend davon dass mir ohnehin kein Mann und keine Frau das Wasser reichen kann ... aber da bin ich ja geschlechtsneutral )

Ach ja und weil ich jetzt mal gerade warmgelaufen bin ... einige kommerzialisierte "Ehrentage" gibt es defakto auch nur in einer Richtung mitunter seit Jahrzehnten oder mehr, und was hats bewirkt.

Ich hab vielen Damen etwas zum Valentinstag geschenkt, zurückgekommen ist eigentlich so gut wie nichts.

Und es gibt Frauen, die von ihren Männern etwas zum Muttertag fordern - Hallo? Wußte gar nicht dass man die eigene Mutter heiratet.

WTF? (google: "Soll ich mir die Haare abschneiden")?

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rocxyz vor 3 Jahren:Platz 53 in der Community Top-100

Ich kann nicht beurteilen ob/seit wann, solche Aktionen tatsächlich die breite Masse betreffen. In meiner Schulzeit (90-03) habe ich z.b. nichts von solchen Maßnahmen mitbekommen, obwohl ich nicht vom Dorf komme.

Das der Fokus bei diesen Dingen auf den Frauen liegt ergibt sich daraus, dass es lange Zeit nur um eine Befreiung der Frauen ging, während die Befreiung beider Geschlechter hauptsächlich von neueren Ansätzen verfolgt wird. Dementsprechend sind Aktionen für Jungs auch nicht so zahlreich.

Was den Girls/Boys Day betrifft, muss man beachten, dass es wirtschaftlich interessanter ist "Männerdomänen" zu erobern, als sich "klassischen Frauenberufen" zuzuwenden (viele Jungs wollen/müssen die Ernährerrolle übernehmen).

Informatiker: lebensuntüchtige Geeks, lebend in Hotel Mama, nie ne Frau angefasst...

Alles Sachen, die man heute noch an der Uni aufschnappen kann, obwohl ein großer Teil der Studenten sich zumindest hobbymäßig mit Computern auseinandersetzt und es demnach besser wissen müsste.

Die Entwicklung dieser "Ehrentage" passt sich ja hervorragend an die klassische Rollenverteilung an. Der Mann umwirbt die Frau, die sich von ihm verwöhnen lässt und ihn dafür mit ihrer Anwesenheit belohnt :P

Ich habe viele Dinge gemacht, die nicht mit dem Mainstream gingen und treffe immernoch unpopuläre Entscheidungen, aber ich glaube nicht mehr, dass diese vollkommen genuin in mir und aus mir entstehen, selbst wenn kein direkter Bezug herzustellen ist.

Google: Diskussionen in Internetforen, in denen Mädchen "wagen" den Plan zu haben das Haupthaar kurz zu tragen. Da kommen von Mädchen und Jungs haarsträubende Aussagen: "Männer finden nur lange Haare schön, deshalb behalt sie lang", "Kurze Haare sind unweiblich", "Frauen mit kurzen Haaren sehen immer schlechter aus, als Frauen mit langen Haaren"...

Es strotzt jedenfalls vor Rollenklischees, durch alle Generationen hindurch... ;P

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Ponder Stibbons vor 3 Jahren:Platz 14 in der Community Top-100

Ich steh auf Frauen mit kurzen Haaren, mitunter sind sogar weibliche Glatzenträger extrem sexy ... aber ich bin ja auch Nonkonformist

Noch ein kleiner Hinweis, will aber nicht korrigierend wirken:

Geeks sind die lebensfähige, sozialisierte Form von dem, was Du beschreibst ... also das mit Hotel Mama & Frauen stimmt für die nicht unbedingt.

Das was Du meinst ist ein Nerd.

Aber ich denke, darüber kann man insgesamt streiten

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rocxyz vor 3 Jahren:Platz 53 in der Community Top-100

Konsens! :P

Nu habsch wieder was gelernt.

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