Serienprojekt zum Kult-Film «Heathers» in Planung

Christian Slater und Winona Ryder in „Heathers“
1988 Sony Pictures
Im Jahr 1988 war „Heathers“ ein Indie-Film, der erst im Laufe der Jahre auf Video und in Fernsehausstrahlungen Kultstatus erreichte. Nun wird an einer Serie zum Film gearbeitet, der viel zum frühen Ruhm der Darsteller Winona Ryder und Christian Slater beigetragen hat. Aber: die Umsetzung erscheint problematisch.
Im Jahr 1988 kam „Heathers“ (lief auch unter dem Titel „Lethal Attraction“) in die amerikanischen Kinos. In dem bitterbösen Comedy-Film geht es um das High-School-Leben in einer Kleinstadt: Veronica Sawyer (die junge Winona Ryder) versucht, sich mit der In-Clique ihrer Schule gut zu stellen. Diese besteht aus drei Mädchen, die alle mit Vornamen Heather heißen (eine davon dargestellt von Shannen Doherty). Dabei lernt Veronica deren Oberflächlichkeit und Bösartigkeit kennen.
Schließlich schließt Veronica Freundschaft mit dem neuen Schüler, Rebellen und Außenseiter J.D. (Christian Slater). Erst zu spät merkt sie, dass er ein handfester Psychopath ist, der bald beginnt, an der Schule zu morden. Während der erst Mord durch Vergiften noch aus einem zu weit gegangenen Scherz von J.D. und Veronica resultiert, macht J.D. ungehemmt weiter, nachdem es ihm gelungen ist, den Mord als Selbstmord dastehen zu lassen.
Im Kino lief der Film mit den damals weitestgehend unbekannten Darstellern eher bescheiden, erst auf Video und in Fernsehwiederholungen wurde er zum Kult-Hit.
Nun sind die Produzenten Jenny Bicks („Sex and the City“) und Mark Rizzo bei Sony Pictures TV für das Network FOX dabei, den Stoff in Serienform zu bringen. Kurz zuvor erst hatte Darstellerin Winona Ryder berichtet, eine Film-Fortsetzung sei geplant. Eine Aussage, die vermutlich etwas voreilig war.
Das Ansinnen, den Stoff in eine Network-Serie zu bringen, ruft bei vielen Kennern des Film Unverständnis hervor. Während man J.D. als von Kindheitserlebnissen traumatisierten Pschopathen akzeptieren kann, ist Veronica die Identifikationsfigur der Geschichte. Ihre unglaublichen Handlungen lassen sich zum Großteil damit erklären, dass sie in der Geschwindigkeit der Ereignisse keine Zeit zum Nachdenken hat und so nur das Gute in den Mordtaten von J.D. sieht - nämlich die offensichtlichen Tyrannen der Schule von weiteren, ungesühnten Verbrechen an den Seelen der Mitschüler abzuhalten.
Der Ton des Films ist sehr dunkel, zudem geht es um Mord und Selbstmord an einer amerikanischen High School. Seitdem derartige Ereignisse durch Amokläufe ab 1999 mehrfach traurige Realität wurden, ist das Thema in der Unterhaltungsindustrie der Vereinigten Staaten weitestgehend ein Tabu.
Für die Handlung des Films war es wichtig, dass die Figuren nur kurz angerissen wurden und daher oberflächlich blieben, gerade die tyrannischen Heathers und die Jocks (Sportler). Denn nur so war der Mord an ihnen auch nur im mindesten zu akzeptieren, da sie als das personifizierte Böse erscheinen konnten. Wenn diese Figuren nun teilweise längerfristig in einer Serie zu sehen sein würden, bliebe fast gar keine Wahl, als sie vielschichtiger zu gestalten. Das würde problematisch für die innere Logik des Films, vor allem, wenn man den Stoff weiterhin einen humorigen Unterton geben will.
Bernd Michael Krannich am Sonntag, 30.August 2009 06.00 Uhr
Ein Leserkommentar
| Hurly vor 3 Jahren: | Platz 98 in der Community Top-100 |
Ich besaß den Film auf VHS als Teenager und fand ihn ziemlich gut, was, wie ich zugeben muss, aber auch daran lag, dass ich zu der Zeit das gesamte Brat-Pack sehr mochte – die ganzen Jungschauspieler wie die Estevez-Brüder, Rob Lowe, Demi Moore, Ally Sheedy, Judd Nelson oder eben auch Slater und Ryder. In Deutschland hatte der Film sogar eine Altersfreigabe ab 18. Heute würde man das vermutlich belächeln, aber der Film ist trotz der Coolness und der Komik am Ende doch sehr verstörend, anders und intensiv. Und ich denke, man braucht schon eine gewisse Reife, um Slaters Charakter "J.D." und seine Taten richtig einzuordnen und sie nicht zu glorifizieren. Das man daraus eine Serie machen möchte, halte ich daher auch für fragwürdig. Vermutlich hat man gedacht, was bei DEXTER funktioniert, könne man hier auch umsetzen. Das scheitert aber schon an der Tatsache, dass die Highschool Opfer allesamt unschuldig waren – sieht man mal von den üblichen, emotionalen Grausamkeiten ab, die sie ihren Mitschülern so antun, aber dafür hat ja niemand gleich den Tod verdient. Hier würde dann tatsächlich nur die kranke Logik eines Amokläufers greifen und wer will das schon? | |
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