Serienhistorie: «Twilight Zone» feiert 50-jähriges Jubiläum

Am 2. Oktober 1959 ging auf dem US-Network CBS erstmals „The Twilight Zone“ auf Sendung, jene legendäre Kult-Serie aus der Feder von Rod Serling, die maßgeblich die amerikanische TV-Science-Fiction geprägt hat. Ein (leicht verspäteter) Geburtstagsgruß von Serienjunkies.
Science Fiction gab es im amerikanischen Fernsehen nahezu vom Sendestart an. Zu erwähnen wäre da z.B. „Captain Video“, der gemeinsam mit seinen „Video Rangers“ von Juni 1949 bis April 1955 auf dem kleinen DuMont-Network zu sehen war - in Geschichten, die z.T. direkt den Groschenheften jener Ära entnommen waren und von nicht gerade hochbegabten Darstellern in Billigkulissen (anfangs sogar noch live!) gespielt wurden. Dies gilt es im Hinterkopf zu behalten, wenn man das Verdienst von „The Twilight Zone“ angemessen würdigen will.
Als „The Twilight Zone“ 1959 auf Sendung ging, da stand die Serie zum einen ganz in der Tradition des Fernsehens jener Tage - und zum anderen stach sie gänzlich heraus: Mit „The Twilight Zone“ brachte Rod Serling eine Anthologienserie heraus - also eine Serie ohne festen Hauptcast, die jede Woche eine andere in sich abgeschlossene Geschichte erzählt - als die große Zeit der Anthologienserien (z.B. „Kraft Television Theater“) eigentlich schon zu Ende ging und die Serien mit durchgehenden Hauptfiguren im US-Fernsehen die Überhand gewannen.
Doch es ist bezeichnend für den Anspruch Serlings, qualitativ hochwertige, gesellschaftlich relevante und damit eher der literarischen Science Fiction verwandte Stoffe auf den Bildschirm bringen zu wollen, dass er sich für das Format der Anthologie entschieden hat, die Ausdruck eben jener literarischer Formen des Fernsehens war, durch die Serling selbst in den 50er Jahren zum gefeierten Star-Autor wurde. Mit gefeierten Episoden aus Anthologienserien wie „Playhouse 90“ oder eben „Kraft Television Theater“ erwarb sich Serling einen Ruf, der es ihm als Autor erlaubte, in „The Twilight Zone“ als einer der ersten Showrunner der TV-Geschichte zu agieren.
Mehr als die Hälfte der Episoden schrieb Serling selbst. Für die übrigen Folgen holte er literarisch versierte Autoren wie Jerry Sohl, Harlan Ellison, Richard Matheson und Ray Bradbury. Es ist wohl kaum ein Zufall, dass viele der „The Twilight Zone“-Autoren später auch von Gene Roddenberry zu „Star Trek“ geholt wurden, schließlich war Serling mit seinen unheimlichen Geschichten ein direkter Vorläufer der hirnorientierten SciFi, die das Publikum mit neuen erzählerischen wie gesellschaftlichen Ideen konfrontierte.
Ein großer Publikumserfolg war der Originalausstrahlung mit ihren 156 Folgen zwar nicht beschieden. Trotzdem ist „The Twilight Zone“ nie in Vergessenheit geraten, wovon ein Kinofilm (1983) mit einem Segment von Steven Spielberg sowie bislang zwei Neuauflagen im Fernsehen zeugen. Die erste lief von 1985 bis 1989 auf CBS, die zweite war von 2002 bis 2003 auf UPN zu sehen. In der letzteren übernahm Oscar-Preisträger Forest Whitaker den Part des Erzählers, den in der Originalserie Serling selbst absolviert hatte.
Hier der Vorspann der Originalserie mit der legendären Titelmusik von Marius Constant:
Christian Junklewitz am Sonntag, 4.Oktober 2009 18.00 Uhr
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