24: Season 7 – He keeps on Ticking (Update)

Der Cast der siebten Staffel der Serie „24“
(c) 2008 FOX
Das spürt als erste die Präsidentin (ja, „24“ war immer fortschrittlich, was die Präsidentenwahl betrifft), die prompt vor einer schweren Entscheidung steht: Soll sie das Sangala-Massaker weiter geschehen lassen oder das Leben Tausender Amerikaner riskieren? Amerikaner oder Sangalesen? Eine unmögliche Entscheidung! Von solchen Momenten lebt die Spannung in der Serie. Natürlich gibt es Maulwürfe beim FBI, dem Secret Service, der Regierung usw., und der Tod des Präsidentensohnes ist anscheinend kein Selbstmord gewesen.
Was ist Schein und was ist Sein?
In einer Welt aus Lügen, wie die Serie Amerika präsentiert, sind die einzigen Konstanten Jack Bauer und ... Chloe. Ja, sie ist wieder an Jacks Seite, zusammen mit Bill Buchanan. Und schon mal vorab - ihre großen Auftritte kommen später in der Staffel, als sie mit der FBI-Systemanalystin Janis Gold (Janeane Garofalo) ein Team bildet! Folgerichtig versuchen die Produzenten in diesen ersten Folgen die neuen Figuren aufzubauen, ihre Qualitäten ans Tageslicht zu führen. Allen voran Renee Walker, die eine besondere Funktion erfüllt. Nicht nur dass sie Jack unterstützt, sondern sie unterstützt auch seine Methoden. Viele haben sich gefragt, wie „24“ mit den Foltervorwürfen umgeht. Nach Aussagen der Produzenten bekam man den Eindruck, dass sie mit dem Thema durch wären. Weit gefehlt! Anfangs ist es so, dass jede fünfte Minute eine Figur darüber redet, wie schlimm und illegal Folter sei. Bis plötzlich gegen Ende der ersten Folge Agent Walker die folgenden Zauberworte zu Jack sagt:
Whatever it takes!
Innerhalb einer Sekunde kniet Jack schon auf dem Verdächtigen und droht ihm einen Kugelschreiber ins Auge zu rammen. Und damit ist auch nicht Schluss, denn in der vierten Folge ist es Renee, die einen Gefangenen im Krankenhaus foltert. Wenn das nicht eine dramaturgische Ohrfeige für die Kritiker ist! Eine Frau übernimmt Jacks Handwerk. Mal sehen, wie die Produzenten das rechtfertigen werden. Was sie nicht rechtfertigen müssen, ist das visuelle Erscheinungsbild der Serie. Die Bilder sind stylish und spektakulär! Da kann man nichts anderes sagen als: Ganz großes Kino!
Die zu 70 Prozent „on location“ gefilmten Folgen haben ihre Farbpaletten behalten, die wir aus den früheren Staffeln kennen: einerseits den grau-schäbigen Look, andererseits die wärmeren, sepiafarbenen Licht-Farbe-Kompositionen. Die FBI-Räumlichkeiten entsprechen ebenfalls dem Beleuchtungsschema der CTU: viel Licht (hauptsächlich durch Deckenleuchten, Tischlampen und Computerbildschirme), aber dafür kühle Farben aus der gesamten blauen Palette, mit jeweils unterschiedlichem Grad der Sättigung. Das einzige, was farblich heraus sticht, ist die bordeauxfarbene Krawatte des so genannten „by-the-book“-FBI-Chef Larry Moss (Jeffrey Nordling). Die Räume, in welchen sich Terroristen aufhalten, werden von den Farben Grün, Braun und Sepia dominiert, sind spärlich ausgeleuchtet, mit vielen Schatten; dadurch wirken sie unübersichtlich.
Vladislav Tinchev am Donnerstag, 8.Januar 2009 12.00 Uhr
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