Scrubs: Serienschöpfer Bill Lawrence im Interview mit EW

Komische Halbgötter in Weiß: Scrubs
© ABC Studios
Am Dienstag beginnt in den USA die mutmaßlich letzte Staffel der Krankenhaus-Comedy „Scrubs“. Aus diesem Anlass hat Entertainment Weekly-Kolumnist Michael Ausiello ein Interview mit Serienschöpfer und Showrunner Bill Lawrence geführt. Darin geht es um die letzte Staffel, die letzte Episode und das Fernsehgeschäft allgemein.
Zunächst jedoch noch einige Vorbemerkungen zu den bisherigen Ereignissen, auf die im Interview angespielt wird. „Scrubs“ lief sieben Staffeln lang beim Sender NBC, wo die Serie aber geradezu schon sprichwörltich wenig Unterstützung erfuhr: Häufige Sendeplatzwechsel, fast gar keine Promotion. Eigentlich sollte dort die siebte Staffel die letzte sein, aber als das Serienende durch den Autorenstreik der letzten Season in Gefahr geriet, sprang der Sender ABC ein und bestellte eine weitere Staffel.
Bekannt war schon zuvor, dass Hauptdarsteller Zach Braff die Serie nach der ab morgen beginnenden achten Staffel verlassen würde, ebenso dass sich Bill Lawrence neuen Aufgaben widmen würde (Serienjunkies vom 30.10.2008). Die Staffel ist mittlerweile abgedreht, es gibt aber noch die Möglichkeit, dass ABC eine neunte Staffel bestellt. Auf jeden Fall werden in der achten Staffel einige neue „Anfänger“ auftreten, die auch in den die Staffel begleitenden Webisodes (Serienjunkies vom 28.09.2008) gefeatured werden. Doch nun zum Interview:
Ausiello: Die ersten beiden Episoden waren deutlich ernsthafter, als wir es zuletzt von 'Scrubs' gewohnt waren. Es fühlte sich eher an, wie in den früheren Staffeln. Warum der tonale Wandel?
Bill Lawrence: Ich hatte das Gefühl, dass wir ein bisschen albern geworden waren. Um dem Finale Gewicht zu verleihen, mussten wir uns wieder der Grenze zur Realität annähern, damit die Handlung den Zuschauern nahe geht. Und wir hatten uns zuletzt in einem Gebiet aufgehalten, wo jeder Charakter so falsch, unreal war, das sie sich niemand mehr zu Herzen nahmen.
Werden alle Charaktere ihr eigenes kleines 'send-off' kriegen?
Ohne Zweifel. Jeder hat seine eigene Episode, in dem resümiert wird, wo die Figur gerade ist und wie es mit ihrer Zukunft weitergehen soll. Sogar einige echte Nebencharaktere, von denen ich das Gefühl hatte, dass ich ihnen nicht gerecht worden war. Wie Ted Buckland, der Anwalt. So ein guter Schauspieler (Darsteller Sam Lloyd), also gab ich ihm dieses Jahr eine Freundin und ein 'echtes' Leben. Mein Plan war immer, für jeden Charakter eine Auflösung zu haben, und es nicht zu 'süß' zu machen. Ich glaube, alle werden zufrieden sein. Wir haben den Schnitt des Finales gerade beendet und es bei ABC (unserem amerikanischen Sender) gezeigt, und sie mochten es.
Ist es eine einstündige Episode (als eine Doppelfolge)?
Es war eigentlich als halbstündig geplant, aber schließlich habe ich soviel extra Szenen gedreht, dass das Network es auf eine volle Stunde aufgestockt hat.
Worum wird es in der Episode gehen?
Es geht um J.D.s Abschied vom Sacred Heart und darum, ob man an seinen Beziehungen und Freundschaften aus der Jugend festhalten kann, oder ob einige einfach unter die Räder kommen. J.D. nimmt einen Job in einem 37 Minuten entfernten Krankenhaus an, weil es in einer Stadt liegt, wo Kim (Elizabeth Banks) mit seinem Kind lebt; er will in der selben Stadt sein, wie sein Kind. Er glaubt, es würde keinen Unterschied für sein Leben machen, aber natürlich tut es das. Es ist ein bisschen bitter-süß, aber ich glaube nicht, dass es die Zuschauer runter reißen wird.
Bernd Michael Krannich am Montag, 5.Januar 2009 10.00 Uhr
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